Klingbeil erhöht Druck auf Mindestlohnkommission
21.05.2024 - 05:36:35In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur machte er deutlich, dass er sich eine Reform des aus Vertretern der Tarifparteien bestehenden Gremiums vorstellen kann, wenn es im kommenden Jahr nicht zu einer einvernehmlichen Erhöhung in angemessener Höhe kommen sollte. "Alles ist möglich, das will ich klar sagen", antwortete er auf eine entsprechende Frage. "FĂŒr mich steht ganz klar im Mittelpunkt, dass es den Menschen, die hart arbeiten, dass die gesehen werden, dass die den nötigen Respekt auch bekommen."
Die Mindestlohnkommission hatte im Juni 2023 erstmals gegen den Willen der Arbeitnehmervertreter die Erhöhung des Mindestlohns pro Stunde auf 12,41 Euro in diesem Januar und 12,82 Euro zum 1. Januar 2025 beschlossen. Den Gewerkschaften war das zu wenig, Kanzler Olaf Scholz nannte das AbrĂŒcken vom Grundsatz der Einvernehmlichkeit einen "Tabubruch". Die nĂ€chste Entscheidung ĂŒber die Erhöhungen 2026 und 2027 steht Mitte nĂ€chsten Jahres an. Scholz sprach sich kĂŒrzlich fĂŒr 14 Euro im ersten und 15 im zweiten Schritt aus und Klingbeil schloss sich an.
Der SPD-Chef sagte der dpa, er setze darauf, dass die Kommission im kommenden Jahr eine vernĂŒnftige Entscheidung treffe und fordere deswegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Reform der Kommission. Aber die Diskussion mĂŒsse man fĂŒhren, wenn es nicht so komme.
"Es muss in der Kommission wieder zur Kultur zurĂŒckgekehrt werden, dass man einen gemeinsamen Vorschlag macht. Das ist die klare Erwartung, die ich habe", sagte er. "Und wenn es dort keine entsprechenden VorschlĂ€ge gibt, dann wird es sicherlich politische Debatten darĂŒber auch geben."

