Die Steuerkanzlei wirtschaftlich fĂŒhren: Warum ESt-FĂ€lle auf Dauer keine Lösung sind
30.10.2023 - 11:40:00"Wer sich nur auf Einkommensteuermandanten fokussiert, kann auf Dauer nicht wirtschaftlich arbeiten", erklĂ€rt Michael Wohlfart. "Jede Steuerkanzlei sollte deshalb gut abwĂ€gen, welchen Mandantenstamm sie anziehen möchte." Michael Wohlfart ist Kanzleiberater und kennt die Situationen der Steuerberater daher genau. Nachfolgend verrĂ€t er, was Steuerkanzleien bezĂŒglich eines lukrativen Mandantenstamms beachten sollten.
Herausforderungen bei der Betreuung von Einkommensteuermandanten
In der Steuerberatungsbranche wird oft kontrovers diskutiert, ob es sinnvoll ist, reine Einkommensteuermandanten wie Lieschen MĂŒller zu betreuen. Eine gĂ€ngige Annahme besagt, dass sie nur einen geringen Arbeitsaufwand erfordern, jedoch lukrative DeckungsbeitrĂ€ge erzielen. Die Erfahrung zeigt hingegen, dass die RealitĂ€t oft ganz anders aussieht: So stellt sich bei nĂ€herer Untersuchung heraus, dass viele Einkommensteuermandanten in Wahrheit nur eine schmale Gewinnspanne bieten und in vielen FĂ€llen beim Lohnsteuerhilfeverein deutlich besser aufgehoben wĂ€ren. Selbst geringfĂŒgige Anfragen oder RĂŒckfragen seitens des Finanzamts können den Deckungsbetrag erheblich schmĂ€lern. Das hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass die Zeitaufwendungen in der Anfangsphase und wĂ€hrend der Bearbeitung nur schwer zu erfassen sind. Hinzu kommt das Problem, dass besondere Situationen, so zum Beispiel die Abwicklung von vererbten Immobilien, zusĂ€tzliche Fachkenntnisse und Zeit erfordern, die oft nicht angemessen vergĂŒtet werden.
Das sind die möglichen Auswirkungen auf Kanzleien
Tatsache ist: Die Betreuung von Einkommensteuermandanten bringt vielfĂ€ltige Anforderungen und Unsicherheiten mit sich, die hĂ€ufig unterschĂ€tzt werden. Im schlimmsten Fall kann sich die Betreuung von Einkommensteuermandanten sogar negativ auf das Ansehen der Kanzlei und auf die HĂ€ufigkeit von Weiterempfehlungen auswirken, weil damit eine gewisse ExklusivitĂ€t verloren geht. WĂ€hrend es verlockend sein mag, Einkommensteuermandanten zu akquirieren, besteht die Gefahr, dass diese Vorgehensweise frĂŒher oder spĂ€ter zu einem Ansturm Ă€hnlicher Mandate fĂŒhrt, anstatt profitable Unternehmensmandanten mit gröĂeren UmsĂ€tzen und Gewinnmargen zu gewinnen.
Die Konzentration auf Einkommensteuermandanten könnte auĂerdem auch das Mindset und die Honorarpolitik der Kanzlei beeinflussen, weil Einkommensteuermandanten gerne mal kundtun, wie teuer angeblich der Steuerberater sei. Das kann wiederum dazu fĂŒhren, dass Steuerberater ab einem bestimmten Punkt Schwierigkeiten haben, angemessene Honorare fĂŒr anspruchsvollere Mandate festzulegen, weil sie irgendwann selbst glauben, dass sie bereits hochpreisig unterwegs wĂ€ren. Hinzu kommen mögliche Auswirkungen auf die berufliche Entwicklung der Mitarbeiter. Wenn Mitarbeiter hauptsĂ€chlich mit Standardaufgaben fĂŒr Einkommensteuermandanten beschĂ€ftigt sind, verpassen sie die Gelegenheit, anspruchsvollere FĂ€lle zu bearbeiten. Ihre berufliche Weiterentwicklung kann dadurch erheblich ins Stocken geraten, was frĂŒher oder spĂ€ter zu Frustration und Unzufriedenheit fĂŒhrt und obendrein dafĂŒr sorgt, dass die Kanzleileitung weniger Aufgaben delegieren kann.
Umgang mit Einkommensteuermandanten in der Steuerberatung
Angesichts dieser Herausforderungen könnte eine mögliche Handlungsempfehlung darin bestehen, keine neuen Einkommensteuermandanten mehr anzunehmen, sondern die Aufmerksamkeit und Ressourcen der Kanzlei in Zukunft auf profitablere Unternehmensmandaten zu konzentrieren. Bestehende Mandanten sollten kritisch ĂŒberprĂŒft werden, um mögliche Probleme zu minimieren. In vielen FĂ€llen kann es beidseitig sinnvoll sein, den Mandanten einen Lohnsteuerhilfeverein oder eine Steuersoftware schmackhaft zu machen. Im Falle unrentabler oder problematischer Mandanten sollten Steuerberater nicht davor zurĂŒckscheuen, die Honorare zu erhöhen oder diese Mandate zu beenden, um die Kanzlei gezielter auf wirtschaftlich vorteilhaftere und im Umgang unkomplizierte Mandate auszurichten.
Fazit
Die Entscheidung, Einkommensteuermandanten zu vermeiden, kann die finanzielle StabilitĂ€t einer Steuerkanzlei stĂ€rken und mehr Raum fĂŒr die intensivere Beratung von Unternehmensmandanten schaffen. Obwohl diese Ansicht anfangs kontrovers erscheinen mag, ist es ratsam, verschiedene Aspekte zu berĂŒcksichtigen, bevor endgĂŒltige Handlungsentscheidungen getroffen werden.
Ăber Michael Wohlfart:
Michael Wohlfart ist Kanzleiberater und - gemeinsam mit Bastian Schoder - einer der beiden GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Kanzleibooster GmbH. Die Experten unterstĂŒtzen zusammen mit ihrem Team Steuerberater dabei, ihre Kanzlei entspannter zu fĂŒhren, ohne hierfĂŒr mehr Personal einstellen zu mĂŒssen. So haben sie bereits ĂŒber 200 Kanzleien dabei geholfen, die Kanzleileitung deutlich zu entlasten, die ProduktivitĂ€t zu steigern und die Mandantenstruktur signifikant zu verbessern. Mehr Informationen dazu unter: https://kanzleibooster.de/
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