EuropÀer, Machtwechsel

EuropÀer beraten vor Machtwechsel in USA mit Selenskyj

19.12.2024 - 06:29:35

Spitzenvertreter europĂ€ischer Nato-Staaten haben rund einen Monat vor Donald Trumps Amtsantritt als US-PrĂ€sident vertrauliche GesprĂ€che ĂŒber die schwierige Lage der Ukraine und weitere UnterstĂŒtzungsmöglichkeiten gefĂŒhrt.

An dem von Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte organisierten Treffen in BrĂŒssel nahmen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am spĂ€ten Mittwochabend Bundeskanzler Olaf Scholz und die Staats- und Regierungschefs von Polen, Italien, DĂ€nemark und den Niederlanden teil.

Zudem kamen der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj, die Außenminister aus Frankreich und Großbritannien sowie EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa. Selenskyj soll an diesem Donnerstag auch als Gast an einem EU-Gipfeltreffen teilnehmen.

Zum Verlauf der GesprĂ€che in BrĂŒssel und zu möglichen Ergebnissen gab es in der Nacht zunĂ€chst keine nĂ€heren Angaben. Selenskyj und andere Teilnehmer wollen allerdings am Donnerstag beim EU-Gipfel Pressekonferenzen geben.

Hintergrund des informellen Treffens in Ruttes BrĂŒsseler Residenz waren die schwierige militĂ€rische Lage fĂŒr die ukrainischen StreitkrĂ€fte im Osten des Landes und das Szenario, dass Trump als US-PrĂ€sident versuchen könnte, die Ukraine und Russland zu Verhandlungen zu drĂ€ngen. In Kiew wird befĂŒrchtet, dass er der Ukraine etwa androhen könnte, im Fall einer Weigerung die MilitĂ€rhilfe einzustellen. Dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin wiederum könnte er drohen, die MilitĂ€rhilfe fĂŒr Kiew noch einmal auszubauen, falls der Kremlchef sich Verhandlungen verweigern sollte.

FĂŒr die europĂ€ischen Nato-Staaten stellt sich deswegen die Frage, wie die Ukraine in die Lage versetzt werden könnte, mögliche Friedensverhandlungen mit Russland aus einer Position der StĂ€rke heraus zu fĂŒhren. Im GesprĂ€ch sind in diesem Zusammenhang etwa neue Waffenlieferungen, aber auch die Entsendung von Friedenstruppen zur Absicherung einer möglichen Waffenruhe. Selenskyj sagte am Mittwochabend, kurzfristig benötige die Ukraine vor allem weitere Flugabwehrsysteme. Zudem gehe es um Sicherheitsgarantien "sowohl fĂŒr heute als auch fĂŒr morgen".

@ dpa.de