Sprengstoff-Einsatz Potsdam: 1.500 Meter Sperrkreis, 850 Bewohner betroffen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 22:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei Sondierungsarbeiten auf dem Gelände des künftigen Standorts des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden-Erbenheim sind zwei US-amerikanische Weltkriegsbomben entdeckt worden. Die Sprengkörper mit einem Gewicht von jeweils 125 Kilogramm wurden im Bereich Ostfeld freigelegt und gesichert. Für Dienstagabend ist eine Entschärfung oder, falls erforderlich, eine kontrollierte Sprengung der Kampfmittel vorgesehen.
Evakuierungsmaßnahmen und Verkehrssperrungen in Erbenheim
Im Zuge der Sicherungsmaßnahmen ordneten die Behörden eine Evakuierung in einem Radius von 300 Metern um die Fundstelle an. Mehr als ein Dutzend Einwohner mussten den betroffenen Bereich bis 19:00 Uhr verlassen. Parallel dazu wurde die Bundesstraße 455 (Berliner Straße) zwischen der Abfahrt Siedlung Hochfeld und dem Siegfriedring ab 19:00 Uhr für den Verkehr voll gesperrt.
Der Kampfmittelräumdienst Hessen, der dem Regierungspräsidium Darmstadt untersteht, übernahm die fachliche Bewertung der Zünder an beiden Sprengkörpern. Ein Krisenstab, bestehend aus Vertretern der Polizei, der Feuerwehr und der Stadtverwaltung, koordinierte die notwendigen Schritte vor Ort. Die Leitstelle der Stadt gab gegen 18:00 Uhr eine offizielle Warnung der Gefahrenstufe gering heraus.
Für Anwohner wurde ab 18:00 Uhr ein Bürgertelefon unter der Rufnummer (0611) 318080 geschaltet. Die Behörden appellierten ausdrücklich an die Bevölkerung, für Rückfragen nicht die Notrufnummern 110 oder 112 zu nutzen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass im öffentlichen Nahverkehr mit Einschränkungen zu rechnen sei.
Bombenfund auf Bahngelände in Köln-Kalk
Unabhängig von den Ereignissen in Wiesbaden wurde auf einem Güterbahnhofsgelände der Deutschen Bahn in Köln-Kalk bei Sondierungsarbeiten eine englische Fünf-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder gefunden. Wie aus Berichten vom 22. September 2026 hervorgeht, ist die Entschärfung für Mittwoch, den 23. September 2026, geplant.
Die Evakuierungsmaßnahmen sollen dort ab 9:00 Uhr beginnen und betreffen vorwiegend Teile der Germania-Siedlung in Köln-Höhenberg. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland hat den Gefahrenbereich auf einen Radius von 300 Metern festgelegt, wodurch rund 700 Personen sowie ansässige Gewerbebetriebe und Dienstleister das Gebiet verlassen müssen.
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Im Zuge der Entschärfung wird die Bundesstraße 55a inklusive des Tunnels Kalk gesperrt. Als Anlaufstelle für Betroffene wurde das Bürgeramt Kalk benannt.
Großräumige Absperrung in Potsdam geplant
In Groß Glienicke bei Potsdam führt eine systematische Munitionssuche im Auftrag der Bundesimmobilienverwaltung ebenfalls zu weitreichenden Maßnahmen. In einem Waldgebiet wurden größere Mengen an Weltkriegs-Kampfmitteln lokalisiert. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Brandenburg plant eine kontrollierte Sprengung in vier Phasen für Mittwoch, den 30. September 2026.
Aufgrund der Menge der Funde wurde ein Sperrkreis von 1.500 Metern festgelegt. Rund 700 Bewohner der Waldsiedlung Groß Glienicke sowie 150 Personen in Teilen von Berlin-Gatow müssen ihre Wohnungen bis 9:30 Uhr verlassen.
Während des Einsatzes, an dem etwa 120 Einsatzkräfte der Stadt Potsdam beteiligt sein werden, bleiben die Bundesstraße 2 und die Landesstraße 20 gesperrt, wovon auch die Buslinien 604 und 638 betroffen sind.
Sofortevakuierung in der Städteregion Aachen
Bereits am späten Abend des 21. September 2026 kam es in Schmidt (Städteregion Aachen) im Bereich der Eichheckstraße zu einer sofortigen Evakuierungsanordnung nach einem Bombenfund. Bewohner in einem Radius von bis zu 300 Metern wurden durch das Ordnungsamt, die Feuerwehr und die Polizei aufgefordert, ihre Häuser unmittelbar zu verlassen.
Rund 700 Bewohner mussten in Köln-Höhenberg ihre Wohnungen verlassen, in Schmidt geschah es mitten in der Nacht — ohne Vorwarnung. Wer heute eine Dokumentenmappe und eine gepackte Notfalltasche bereithält, verliert bei der nächsten Räumung keine wichtigen Papiere. Notfall-Checkliste für plötzliche Räumung sichern
Für die betroffenen Anwohner richtete das Deutsche Rote Kreuz ein Nachtlager in einer Sporthalle ein. Der Kampfmittelräumdienst konnte die Fundstelle im Laufe des darauffolgenden Dienstags begutachten.
