Spritpreise, PrĂ€mien und neue Steuerregeln: Was sich fĂŒr GeschĂ€ftsreisende Ă€ndert
01.05.2026 - 21:14:45 | boerse-global.de
Von strengen Regeln fĂŒr Tankstellen bis hin zu Steuererleichterungen â die Anpassungen betreffen vor allem die Reisekostenabrechnung. Ein Ăberblick.
Nur noch eine Preiserhöhung pro Tag
Seit dem 1. April gilt das neue Kraftstoffpreisanpassungsgesetz (KPAnG). Tankstellen dĂŒrfen die Preise fĂŒr Benzin und Diesel nur noch einmal tĂ€glich um 12 Uhr mittags erhöhen. VerstöĂe können mit BuĂgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Die Bundesregierung reagiert damit auf die volatile Preisentwicklung der vergangenen Monate.
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Im Mai kommt eine weitere Entlastung: Die Energiesteuer auf Kraftstoffe wird fĂŒr zwei Monate gesenkt. Autofahrer können mit rund 17 Cent pro Liter (brutto) weniger rechnen. Zudem wurde die Beweislast bei PreisverstöĂen umgekehrt â kĂŒnftig mĂŒssen die Betreiber nachweisen, dass ihre Preise nicht missbrĂ€uchlich sind.
Steuerfreie PrÀmie bis zu 1.000 Euro
Der Bundestag hat am 24. April die âEntlastungsprĂ€mieâ beschlossen. Arbeitgeber können ihren BeschĂ€ftigten einen steuer- und abgabenfreien Betrag von bis zu 1.000 Euro zahlen â allerdings nur zusĂ€tzlich zum regulĂ€ren Lohn. Die Regelung gilt bis zum 30. Juni 2027.
Der Bundesrat soll am 8. Mai zustimmen. FĂŒr viele Unternehmen bietet die PrĂ€mie eine flexible Möglichkeit, gestiegene Lebenshaltungs- und Reisekosten auszugleichen, ohne die Steuerlast der Mitarbeiter zu erhöhen.
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Strengere Regeln fĂŒr SachbezĂŒge und Gutscheine
Bei SachbezĂŒgen gilt weiterhin die 50-Euro-Freigrenze pro Monat. Wichtig: Es handelt sich um eine Freigrenze, keinen Freibetrag. Ăberschreitet der Wert auch nur um einen Cent, wird der gesamte Betrag steuerpflichtig.
Das Bundesfinanzministerium hat zudem neue Vorgaben zur Umsatzsteuer bei Mehrzweck-Gutscheinen veröffentlicht. FĂŒr ZwischenhĂ€ndler, die im eigenen Namen auftreten, bemisst sich die Steuer kĂŒnftig nach der Differenz zwischen Gutscheinwert und Einkaufspreis â sofern keine gesonderte VergĂŒtungsvereinbarung besteht. Die Regelung gilt fĂŒr alle offenen FĂ€lle.
Bahnbrechende Urteile des Bundesfinanzhofs
Der BFH hat in mehreren Entscheidungen Klarheit geschaffen:
- GelangensbestÀtigung: Der Schutz des Vertrauens auf steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen erfordert nicht zwingend eine GelangensbestÀtigung (Urteil V R 3/25 vom 30. April 2026).
- Anzahlungsrechnungen: Der Vorsteuerabzug ist auch dann möglich, wenn die Rechnung nicht ausdrĂŒcklich den Begriff âAnzahlungâ enthĂ€lt (Urteil vom 27. April 2026).
- Doppelte HaushaltsfĂŒhrung: Ein neues Verfahren (VI R 20/25) befasst sich mit der steuerlichen Behandlung doppelter HaushaltsfĂŒhrung in den USA â ein Hinweis auf zunehmende internationale EinsĂ€tze.
- Handgelder im Sport: UnterschriftsprĂ€mien bei Spielertransfers mit Ablöse sind als Anschaffungskosten fĂŒr die Spielberechtigung zu behandeln, nicht als sofort abziehbare Betriebsausgaben.
Lufthansa verschÀrft HandgepÀck-Regeln
Ab dem 19. Mai fĂŒhrt die Lufthansa beim âEconomy Basicâ-Tarif neue BeschrĂ€nkungen ein. Mitreisende dĂŒrfen dann nur noch einen kleinen persönlichen Gegenstand mit an Bord. GröĂeres HandgepĂ€ck ist nicht mehr inklusive. FĂŒr GeschĂ€ftsreisende, die auf schnelle Dienstreisen ohne AufgabegepĂ€ck setzen, könnten zusĂ€tzliche Kosten entstehen â und die Spesenabrechnung wird komplizierter.
Digitalisierung der Finanzverwaltung
Das Bundeskabinett hat am 22. April den Deutschen Fortschrittsbericht 2026 verabschiedet. Erstmals berichtet die Regierung darin ĂŒber die Einhaltung der Nettoausgabenpfade. Das Signal: Transparenz und Haushaltsdisziplin bleiben zentrale Themen â auch fĂŒr Unternehmen, die mit öffentlichen AuftrĂ€gen arbeiten.
Ausblick: SteuerschÀtzung und Erbschaftsteuer
Vom 5. bis 7. Mai tagt der Arbeitskreis SteuerschĂ€tzungen in Stralsund. Die Ergebnisse werden am letzten Tag in Berlin vorgestellt und bilden die Grundlage fĂŒr den Bundeshaushalt 2027 und die Finanzplanung bis 2030.
Das Bundesverfassungsgericht hat zudem angekĂŒndigt, noch in diesem Jahr ĂŒber eine mögliche Ăberprivilegierung von Betriebsvermögen bei der Erbschaftsteuer zu entscheiden. Zusammen mit der geplanten Einkommensteuerreform zum 1. Januar 2027 zeichnet sich ein tiefgreifender Wandel ab. Unternehmen sollten ihre Reisekostenrichtlinien frĂŒhzeitig an die neue Rechtslage anpassen.
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