Staatliche Styling-Kosten: Millionen fĂŒr Make-up und Friseure der Minister
10.05.2026 - 01:46:34 | boerse-global.de
Die Bundesregierung gibt weiterhin hohe Summen fĂŒr das Ă€uĂere Erscheinungsbild ihrer Spitzenpolitiker aus â trotz aller Sparappelle.
Neue Daten aus dem Bundestag belegen: Die Ministerien haben auch 2025 und in den ersten Monaten 2026 krĂ€ftig in âkörperbezogene Dienstleistungenâ investiert. Friseurbesuche und Make-up-EinsĂ€tze fĂŒr Minister und StaatssekretĂ€re kosten den Steuerzahler weiterhin fĂŒnfstellige BetrĂ€ge pro Ressort. Die Opposition spricht von mangelnder Haushaltsdisziplin.
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Spitzenreiter Wirtschaftsministerium
Das Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Klimaschutz gab zwischen dem 26. MĂ€rz und dem 31. Dezember 2025 rund 40.276 Euro fĂŒr Make-up und Pflege aus. In den ersten beiden Monaten 2026 kamen weitere 5.819 Euro hinzu. Damit liegt das Haus von Wirtschaftsminister Robert Habeck an der Spitze der Styling-Ausgaben.
Auch andere Ressorts meldeten betrÀchtliche Summen:
- Finanzministerium: 10.308 Euro (2025), darunter Kosten fĂŒr offizielle PortrĂ€tfotos des Ministers und der StaatssekretĂ€re. FĂŒr 2026 bisher 1.785 Euro.
- Gesundheitsministerium: 9.396 Euro fĂŒr Maskenbildner plus 1.353 Euro fĂŒr Friseure im Jahr 2025. Anfang 2026 sanken die Ausgaben auf rund 500 Euro.
- Bauministerium: 7.436 Euro (2025)
- Arbeitsministerium: 4.682 Euro (2025)
- Umweltministerium: 3.454 Euro
- Familienministerium: 1.808 Euro
- Innenministerium: 595 Euro
Die Schlusslichter bildeten das Justizministerium mit 321 Euro und das Agrarministerium mit 250 Euro. Die BetrĂ€ge umfassen in der Regel Materialkosten und ReisezuschlĂ€ge fĂŒr die Stylisten.
Altkanzlerin Merkel weiter auf Staatskosten frisiert
Besonders brisant: Die Pflege des Ă€uĂeren Erscheinungsbildes endet nicht mit dem Ausscheiden aus dem Amt. Seit Sommer 2024 hat die Bundesregierung rund 64.700 Euro fĂŒr Friseur- und Make-up-Dienstleistungen der ehemaligen Kanzlerin Angela Merkel ausgegeben. Allein 2025 schlugen dafĂŒr 36.354 Euro zu Buche.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz steht in der Kritik. Seit seinem Amtsantritt verzeichnete das Kanzleramt Kosten von 12.501 Euro fĂŒr Kosmetiker und Friseure.
Zum Vergleich: Unter Olaf Scholz waren die Ausgaben noch deutlich höher. Allein in den ersten drei Monaten 2025 gab sein BĂŒro 13.015 Euro fĂŒr Make-up aus. Ăber seine gesamte Amtszeit summierten sich die Styling-Kosten auf rund 590.000 Euro.
Baerbocks tÀgliches Make-up
Annalena Baerbock bleibt eine zentrale Figur in der Debatte um âvisuelle ReprĂ€sentationâ. Historische Daten zeigen: Ihr Ministerium gab jĂ€hrlich rund 136.500 Euro fĂŒr eine feste Maskenbildnerin aus. Im ersten Quartal 2025 betrugen die Kosten 20.849 Euro â umgerechnet rund 248 Euro pro Tag fĂŒr Make-up.
Baerbock selbst verteidigte die Ausgaben stets mit den besonderen Anforderungen des TV-Zeitalters: Das grelle Licht in Fernsehstudios und die Strapazen internationaler Reisen machten professionelles Styling nötig, um nicht âgrauâ oder erschöpft vor der Kamera zu wirken.
Steuerzahler zahlen â BĂŒrger nicht
Aus rechtlicher Perspektive werden die staatlich finanzierten Styling-Leistungen als notwendige Ausgaben fĂŒr die âReprĂ€sentation des Amtesâ eingestuft. Dies schafft einen bemerkenswerten Gegensatz zum normalen Steuerzahler.
Nach der Abgabenordnung (EStG) gelten Friseur- und Kosmetikkosten fĂŒr den NormalbĂŒrger als nicht abzugsfĂ€hige private Lebenshaltungskosten. WĂ€hrend Unternehmen betrieblich veranlasste ReprĂ€sentation absetzen können, bleibt dem Angestellten der Friseurbesuch als âLebensfĂŒhrungâ verwehrt.
Der Bund der Steuerzahler prangert diese Ungleichbehandlung seit Jahren an. In seinem âSchwarzbuch 2025/26â kritisiert der Verband den âleichtfertigen Umgangâ mit Steuergeldern fĂŒr politische Selbstdarstellung. PrĂ€sident Reiner Holznagel betont: âEs ist schwer vermittelbar, warum der Steuerzahler die privaten Stylisten der Minister finanzieren muss, wĂ€hrend er selbst keine Ă€hnlichen Ausgaben absetzen kann.â Der Verband fordert eine deutliche KĂŒrzung dieser âoptischenâ Etats.
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Opposition nutzt Styling-Kosten als AngriffsflÀche
Die regelmĂ€Ăigen EnthĂŒllungen ĂŒber Styling-Ausgaben sind ein beliebtes Instrument der parlamentarischen Opposition, um die Sparbereitschaft der Regierung infrage zu stellen. Die aktuelle Anfrage, die die MĂ€rz-Zahlen 2026 lieferte, wurde von der AfD-Fraktion initiiert.
Die Debatte hat sich lĂ€ngst ausgeweitet: Neben Make-up und Friseuren stehen auch die Kosten fĂŒr Berufsfotografen und Social-Media-Teams im Fokus. Das Finanzministerium von Lars Klingbeil meldete Ende 2025 ĂŒber 33.700 Euro fĂŒr Fotografen, das AuĂenministerium von Johann Wadephul rund 19.000 Euro.
Politikbeobachter sehen den Trend zur âvisuellen Kommunikationâ als Reaktion auf den 24-Stunden-Nachrichtenzyklus. Bilder in sozialen Medien und im Fernsehen gelten als entscheidend fĂŒr die politische Botschaft. Die regelmĂ€Ăigen EnthĂŒllungen zeigen jedoch: Die Verwaltungskosten fĂŒr ein âpoliertesâ Image bleiben ein Dauerbrenner in der haushaltspolitischen Diskussion.
Spardruck nimmt zu
Im Laufe des Haushaltsjahres 2026 wird der Druck auf die Ausgaben weiter steigen. Angesichts der Belastungen durch Infrastrukturprojekte und den wirtschaftlichen Wandel geraten auch die âkleinenâ, aber sichtbaren Posten fĂŒr Stylisten und Fotografen zunehmend unter Beobachtung.
Parlamentsbeobachter erwarten weitere Anfragen mit dem Ziel, diese Ausgaben zu deckeln. Der Bund der Steuerzahler plĂ€diert fĂŒr einen konsequenten Rotstift bei diesen Etats. Ob die Regierung unter Kanzler Merz tatsĂ€chlich strengere Grenzen fĂŒr die âReprĂ€sentationskostenâ durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Die Ministerien beharren darauf: Diese Ausgaben seien integraler Bestandteil der professionellen Wahrnehmung ihrer öffentlichen Aufgaben auf der WeltbĂŒhne.
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