Umfrage: Zoll-Deal bringt deutschen Unternehmen neue Sorgen
06.08.2025 - 06:14:45Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor. Ăber die HĂ€lfte (58 Prozent) erwarten demnach kĂŒnftig weitere Belastungen. Bei Unternehmen mit direktem US-GeschĂ€ft sind es sogar drei Viertel (74 Prozent). Nur fĂŒnf Prozent der befragten Betriebe rechnen mit positiven Effekten.
"Diese Einigung mag politisch notwendig gewesen sein, fĂŒr viele Unternehmen in Deutschland ist sie dennoch eine bittere Pille", sagt DIHK-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Helena Melnikov. "Sie bringt zusĂ€tzliche Belastungen statt Entlastungen: höhere Zölle, mehr BĂŒrokratie sowie sinkende WettbewerbsfĂ€higkeit."
Die EU und die USA hatten im Zollstreit zuletzt eine Einigung erzielt. Das Abkommen zwischen Trump und EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen sieht einen Zollsatz in Höhe von 15 Prozent fĂŒr die meisten EU-Importe in die USA vor. Als neuer Starttermin steht der 7. August.
Negative Auswirkungen machen sich schon bemerkbar
Schon die bisherige US-Handelspolitik hat fĂŒr fast drei Viertel der Unternehmen (72 Prozent) schon jetzt spĂŒrbare Auswirkungen. Besonders kritisch ist die Lage laut DIHK-Umfrage fĂŒr Betriebe mit direktem US-GeschĂ€ft: 89 Prozent sehen derzeit negative Effekte. Als gröĂte Belastung nennen diese Unternehmen die anhaltende handelspolitische Unsicherheit - und die Sorge vor neuen Zöllen. 80 Prozent geben dies als zentrales Problem an. 72 Prozent bereitet der Basiszollsatz von aktuell zehn Prozent und der bevorstehenden Anhebung auf 15 Prozent Sorgen.
Auch in der globalen Marktstrategie hinterlassen die handelspolitischen Unsicherheiten Spuren: 54 Prozent der Unternehmen mit direktem US-GeschĂ€ft wollen laut DIHK-Umfrage weniger mit den USA handeln. 31 Prozent berichten von einem verĂ€nderten Umgang mit Zollkosten - 84 Prozent von ihnen geben dabei an, zumindest einen Teil der Mehrkosten an ihre Kunden in den USA weiterzugeben. FĂŒr ein FĂŒnftel der Betriebe hat die Zoll-Politik hingegen keinen Einfluss auf ihre US-GeschĂ€fte.
Die Daten basieren auf einer Online-Umfrage. Daran beteiligten sich laut DIHK 3.355 Unternehmen zwischen dem 31. Juli und 4. August.

