Arbeitgeber, Sechs-Tage-Woche

Arbeitgeber loben griechische Sechs-Tage-Woche

28.06.2024 - 05:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Steffen Kampeter, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Arbeitgeberverbandes (BDA), lobt den Vorschlag der griechischen Regierung zum Angebot einer Sechs-Tage-Woche bei LohnzuschlĂ€gen von 40 Prozent.

Einkaufsstraße in Athen mit Griechischem Parlament (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Einkaufsstraße in Athen mit Griechischem Parlament (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Wer Wohlstand und soziale StabilitĂ€t will, der muss FlexibilitĂ€t ermöglichen. Griechenland ist erfreulich mutig", sagte Kampeter der "Welt". "Unser Arbeitszeitgesetz ist verrostet und braucht einen Neustart. Höchstarbeitszeiten und Ruhezeiten mĂŒssen flexibilisiert werden", fordert Kampeter.

Die "unverschĂ€mten Beitragserhöhungen" in den Sozialversicherungen verhinderten mehr Bock auf Arbeit. "Die Arbeitszeitflexibilisierung muss durch eine Beitragsbremse flankiert werden." "NatĂŒrlich kann die Erhöhung der Arbeitszeit ein Instrument sein, um dem FachkrĂ€ftemangel zu begegnen", sagte unterdessen Marie-Christine Ostermann, PrĂ€sidentin der Familienunternehmer. Der "grĂ¶ĂŸte Hebel fĂŒr die FachkrĂ€ftesicherung" sei aber eine "sehr viel stĂ€rkere Aktivierung der Älteren fĂŒr den Arbeitsmarkt"; auch mĂŒsse durch mehr Anreize die Teilzeitquote gesenkt werden. "Die Sechs-Tage-Woche taugt fĂŒr Deutschland so viel wie ein Eimer Wasser bei einem Waldbrand", sagte hingegen Volker Geyer, stellvertretender Vorsitzender des Beamtenbundes (DBB). Er warnte vor erhöhtem Stress und KrankenstĂ€nden. Die ProduktivitĂ€t lasse sich nicht durch "simple Parolen" steigern, so Geyer. "Mancher Politiker scheint zu glauben, dass die Sechs-Tage-Woche in Griechenland eine Verpflichtung und keine Option ist", sagte Alexander Kritikos vom Deutschen Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) in der "Welt". "Dabei gibt es in Deutschland die Möglichkeit der Sechs-Tage-Woche schon lange - allerdings mit viel geringeren ZuschlĂ€gen." Die Löhne sind in Griechenland deutlich niedriger als in Deutschland, gibt der Ökonom zu Bedenken. "FĂŒr BeschĂ€ftigte in den unteren Lohngruppen ist das Angebot ein großer Anreiz, mehr zu arbeiten." Dennoch erwartet Kritikos "keine riesigen Effekte hinsichtlich des ArbeitskrĂ€ftemangels". Erst die Zukunft werde zeigen, wie viele Unternehmen in der Lage sind, derart hohe ZuschlĂ€ge zu zahlen. "Ob sich das mit Blick auf die ProduktivitĂ€t rechnet, muss jeder Arbeitgeber fĂŒr sich selbst durchrechnen."

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