Arbeitgeber loben griechische Sechs-Tage-Woche
28.06.2024 - 05:00:00Die "unverschĂ€mten Beitragserhöhungen" in den Sozialversicherungen verhinderten mehr Bock auf Arbeit. "Die Arbeitszeitflexibilisierung muss durch eine Beitragsbremse flankiert werden." "NatĂŒrlich kann die Erhöhung der Arbeitszeit ein Instrument sein, um dem FachkrĂ€ftemangel zu begegnen", sagte unterdessen Marie-Christine Ostermann, PrĂ€sidentin der Familienunternehmer. Der "gröĂte Hebel fĂŒr die FachkrĂ€ftesicherung" sei aber eine "sehr viel stĂ€rkere Aktivierung der Ălteren fĂŒr den Arbeitsmarkt"; auch mĂŒsse durch mehr Anreize die Teilzeitquote gesenkt werden. "Die Sechs-Tage-Woche taugt fĂŒr Deutschland so viel wie ein Eimer Wasser bei einem Waldbrand", sagte hingegen Volker Geyer, stellvertretender Vorsitzender des Beamtenbundes (DBB). Er warnte vor erhöhtem Stress und KrankenstĂ€nden. Die ProduktivitĂ€t lasse sich nicht durch "simple Parolen" steigern, so Geyer. "Mancher Politiker scheint zu glauben, dass die Sechs-Tage-Woche in Griechenland eine Verpflichtung und keine Option ist", sagte Alexander Kritikos vom Deutschen Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) in der "Welt". "Dabei gibt es in Deutschland die Möglichkeit der Sechs-Tage-Woche schon lange - allerdings mit viel geringeren ZuschlĂ€gen." Die Löhne sind in Griechenland deutlich niedriger als in Deutschland, gibt der Ăkonom zu Bedenken. "FĂŒr BeschĂ€ftigte in den unteren Lohngruppen ist das Angebot ein groĂer Anreiz, mehr zu arbeiten." Dennoch erwartet Kritikos "keine riesigen Effekte hinsichtlich des ArbeitskrĂ€ftemangels". Erst die Zukunft werde zeigen, wie viele Unternehmen in der Lage sind, derart hohe ZuschlĂ€ge zu zahlen. "Ob sich das mit Blick auf die ProduktivitĂ€t rechnet, muss jeder Arbeitgeber fĂŒr sich selbst durchrechnen."


