Steuerberater-Mangel, FachkrÀfte

Steuerberater-Mangel: 14.000 FachkrÀfte fehlen in Deutschland

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz rĂŒcklĂ€ufiger Indizes bleibt der Bedarf an Finanzexperten hoch. Übernahmequoten im Sektor liegen weiterhin bei rund 90 Prozent.

Piening GmbH sucht Buchhalter: FachkrÀftemangel im Finanzwesen hÀlt an
Ein moderner Schreibtisch mit Laptop, Taschenrechner und Notizen, der eine professionelle Arbeitsumgebung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Piening GmbH sucht aktuell VerstĂ€rkung fĂŒr ihr Team am Standort Vlotho. Die Stellenausschreibung fĂŒr den Bereich Finanz- und Lohnbuchhaltung erfolgt in einer Phase, in der viele Unternehmen im Finanzsektor mit einem verĂ€nderten Marktumfeld und einem fortwĂ€hrenden Bedarf an qualifizierten FachkrĂ€ften konfrontiert sind.

Das im Handwerk tĂ€tige Unternehmen mit rund 80 Mitarbeitern bietet die Position in Vollzeit an und stellt neben einem attraktiven Gehalt 30 Tage Urlaub in Aussicht. Die Suche der Piening GmbH steht exemplarisch fĂŒr einen Trend im deutschen Mittelstand, spezialisierte Funktionen im Rechnungswesen trotz konjunkeureller Unsicherheiten langfristig zu besetzen.

Breit gefÀcherte Nachfrage nach Buchhaltungsexperten

Neben regionalen Handwerksbetrieben schreiben derzeit Unternehmen verschiedenster Ausrichtungen Vakanzen im Finanzwesen aus. So sucht das TaxTech-Startup Fideus Steuerfachangestellte fĂŒr die Buchhaltung und JahresabschlĂŒsse im Rahmen einer Remote-TĂ€tigkeit. Auch die SPEED-FIT Unternehmensgruppe besetzt aktuell eine Position fĂŒr Buchhalter auf freiberuflicher Basis oder im Minijob-Modell, wobei Kenntnisse in DATEV und MS Office vorausgesetzt werden.

Im kirchlichen Bereich sucht der Caritasverband Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart einen Key-User fĂŒr die SAP-Module FI und CO. Die auf zwei Jahre befristete Stelle umfasst Aufgaben in der Prozessoptimierung und DurchfĂŒhrung von Schulungen. Auch im Nachbarland Österreich ist der Bedarf hoch: In Klagenfurt suchen sowohl die KARNERTA aus der VIVATIS Holding als auch eine Unternehmensgruppe aus dem Metall- und Fassadenbau Bilanzbuchhalter. WĂ€hrend KARNERTA ein Bruttomonatsgehalt ab 3.500 Euro sowie eine mögliche Überzahlung nennt, orientiert sich der Metallbaubetrieb am Kollektivvertrag der metalltechnischen Industrie mit mindestens 3.519,91 Euro brutto.

RĂŒcklĂ€ufige Indizes bei stabilen Übernahmequoten

Trotz der zahlreichen Ausschreibungen deutet der FachkrĂ€fte-Index von Hays fĂŒr das zweite Quartal 2026 auf eine Beruhigung des Marktes hin. Der Finance-Index sank demnach um 30 Punkte auf 62 Prozent. Auch in anderen Bereichen wie der IT oder dem Ingenieurwesen wurden deutliche RĂŒckgĂ€nge verzeichnet. Parallel dazu berichtete das Institut fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Anfang August 2026 ĂŒber eine sinkende Übernahmequote bei Auszubildenden, die im Jahr 2025 bei 75 Prozent lag, nach einem Rekordwert von 79 Prozent im Vorjahr. Dennoch bleiben die Chancen im Finanz- und Verwaltungssektor mit einer Übernahmequote von rund 90 Prozent ĂŒberdurchschnittlich hoch.

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Die angespannte Lage wird durch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) untermauert. Demnach fehlten bereits im Jahr 2025 rund 14.000 Steuerberater, wÀhrend BranchenschÀtzungen sogar von bis zu 25.000 fehlenden Experten ausgehen. Das Durchschnittsgehalt eines Steuerberaters liegt laut IW bei 73.500 Euro, wÀhrend Steuerfachangestellte im Schnitt 41.000 Euro verdienen.

Mittelstand zwischen FachkrÀftemangel und Kostendruck

FĂŒr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bleibt der FachkrĂ€ftemangel laut dem Institut fĂŒr Mittelstandsforschung (IfM) das grĂ¶ĂŸte Problem, gefolgt von der Kundengewinnung. Obwohl deutsche KMU im zweiten Quartal 2026 Umsatz und Gewinn steigern konnten, bleiben die Investitionen schwach. Sorgen bereiten den Betrieben vor allem die wachsenden Produktions- und Arbeitskosten.

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In einigen Industriezweigen fĂŒhrt der Kostendruck bereits zu Stellenstreichungen. So kĂŒndigte das Unternehmen Festo Anfang August 2026 an, im Rahmen eines Sparprogramms 1.300 von 8.200 ArbeitsplĂ€tzen in Deutschland abzubauen. Um den Bedarf an FachkrĂ€ften in anderen Bereichen dennoch zu decken, setzen VerbĂ€nde verstĂ€rkt auf internationale Talente. Die BauverbĂ€nde NRW fĂŒhrten etwa Ende Juli 2026 Veranstaltungen mit FachkrĂ€ften aus Usbekistan und Kolumbien durch, um deutsche Klimaschutzunternehmen bei der Personalakquise zu unterstĂŒtzen.

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