Steuereinnahmen, Bund

Steuereinnahmen Juni: Bund und Länder verzeichnen 0,4%-Rückgang

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern fielen im Juni um 0,4 Prozent. Trotz des Rückgangs zeigt die erste Jahreshälfte ein leichtes Plus.

Bundessteuereinnahmen im Juni gesunken: Monatsbericht 2026
Eine Hand hält einen Taschenrechner, der einen negativen Prozentsatz anzeigt, mit verschwommenen Steuerdokumenten im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das geht aus dem am 21. Juli veröffentlichten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor. Das Aufkommen belief sich auf 98,1 Milliarden Euro.

Uneinheitliche Entwicklung bei den Steuerarten

Der Rückgang hat mehrere Ursachen. Während Lohnsteuer, Abgeltungsteuer sowie Tabak-, Versicherungs- und Kfz-Steuer zulegten, gaben andere Posten nach. Besonders die Einkommen-, Körperschaft- und Mehrwertsteuer fielen niedriger aus als im Juni 2025. Auch Energiesteuer, Stromsteuer und Solidaritätszuschlag waren rückläufig.

Ein Lichtblick: Die reinen Ländersteuern legten um rund zehn Prozent zu. Grund dafür ist vor allem ein gestiegenes Aufkommen bei der Erbschaftsteuer. Ab Juli kommt zudem eine temporäre Energiesteuersenkung zum Tragen.

Halbjahresbilanz: 451,2 Milliarden Euro

Trotz des schwächeren Juni zeigt die erste Jahreshälfte ein positives Bild. Die Steuereinnahmen summierten sich auf 451,2 Milliarden Euro – ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die offizielle Jahresprognose liegt zwar bei 1,2 Prozent Wachstum, der Trend bleibt aber klar aufwärtsgerichtet.

Parallel dazu veröffentlichte das Statistische Bundesamt neue Daten zu den Erzeugerpreisen. Sie stiegen im Juni um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – ein Rückgang gegenüber Mai (2,2 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat sanken die Preise sogar um 0,3 Prozent. Besonders Mineralölerzeugnisse verteuerten sich wegen der geopolitischen Lage um 23,7 Prozent. Nahrungsmittel wie Butter oder Schweinefleisch wurden dagegen deutlich günstiger.

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Mittelstand unter Druck, Kommunen in der Krise

Der Mittelstandsindex zeigt für Juni ein Umsatzplus von 2,7 Prozent – laut Experten ein reiner Basiseffekt. Gleichzeitig stieg der Lohnindex um 6,3 Prozent, während die Beschäftigung leicht zurückging. Vor allem Kleinstunternehmen im Verarbeitenden Gewerbe geraten zunehmend unter Druck.

Viele Kommunen stecken in der Krise. In Baden-Württemberg wurde für 2025 eine Rekordverschuldung registriert. Grund: eingebrochene Gewerbesteuereinnahmen und steigende Ausgaben für Pflichtaufgaben. Finanzminister Bayaz traf sich am 20. Juli mit kommunalen Vertretern, um über Gebührenerhöhungen oder Leistungskürzungen zu beraten. In Nordrhein-Westfalen haben bereits 140 von 396 Kommunen die Hebesätze für die Grundsteuer B im Jahr 2026 erhöht.

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Steuerpolitik bleibt umstritten

Die künftige Haushaltspolitik ist weiter Streitthema. Die SPD fordert die Wiederbelebung der Vermögensteuer und eine Erhöhung der Erbschaftsteuer. Die Union lehnt beides ab. Kanzler Merz betonte, er sehe in dieser Legislaturperiode keine Reform der Schuldenbremse – im Gegenteil: Er strebe eine Verschärfung der Defizitgrenzen an. Experten einer Kommission sind sich uneinig über den künftigen Investitionsspielraum. Prognosen warnen vor einer massiv steigenden Zinslast bis 2050.

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