SteuererklĂ€rung: Bundesregierung plant Abschaffung fĂŒr Millionen Arbeitnehmer
Veröffentlicht am: 12.07.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WĂ€hrend BranchengröĂen wie Datev krĂ€ftig wachsen, drĂ€ngen neue KI-Lösungen auf den Markt. Gleichzeitig plant die Bundesregierung eine Reform, die die SteuererklĂ€rung fĂŒr Millionen Arbeitnehmer ĂŒberflĂŒssig machen könnte.
Datev wĂ€chst zweistellig â Cloud wird zum Treiber
Die Datev eG setzt ihren Wachstumskurs fort. Im GeschĂ€ftsjahr 2025 stieg der Umsatz um neun Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis lag bei 132,3 Millionen Euro. Besonders auffĂ€llig: Fast die HĂ€lfte des Umsatzes â 45,9 Prozent â entfĂ€llt inzwischen auf Cloud-Dienste. Das entspricht rund 756,6 Millionen Euro.
Die Zahl der Kunden kletterte um knapp ein Viertel auf ĂŒber 927.000. Das Kollaborationstool âUnternehmen onlineâ nutzen mehr als 750.000 Anwender. Es ermöglicht den digitalen Beleg- und Datenaustausch zwischen Steuerkanzleien und Unternehmen. Datev treibt zudem die Integration kĂŒnstlicher Intelligenz in bestehende Anwendungen voran, um Buchhaltungsprozesse weiter zu automatisieren.
Xero bringt KI-Tarif â Handwerk bekommt eigene Software
Auch fĂŒr kleine und mittlere Unternehmen tut sich etwas. Der Anbieter Xero fĂŒhrte am 10. Juli den Premium-Tarif âXero Ultraâ ein. HerzstĂŒck ist die KI-Plattform JAX, entwickelt mit Partnern wie Anthropic und Microsoft. Die Software kann Bankabstimmungen automatisieren, Cashflows prognostizieren und Belege per KI-Agenten erfassen.
Das Handwerk bekommt ebenfalls neue Werkzeuge. Die synatos GmbH bietet mit âDas Programmâ eine Lösung, die ĂŒber das Model Context Protocol direkt auf KI-Modelle wie ChatGPT oder Claude zugreift. Damit lassen sich VOB-konforme Angebote und Mahnungen auf Basis betrieblicher Stammdaten erstellen.
Am 11. Juli startete in Schleswig-Holstein das Portal âStartuphafen.shâ. Es bietet GrĂŒndern einen KI-Chatbot und eine digitale Anbindung an die Bundesnotarkammer.
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Politik treibt Automatisierung voran â SteuererklĂ€rung vor dem Aus?
Der Gesetzgeber forciert die digitale Wende zusÀtzlich. Seit 2025 gilt die E-Rechnungspflicht. 2027 folgt die digitale Personalakte. Dienstleister wie SOLL-HABEN.digital oder der Lohnservice Frankfurt bieten bereits DSGVO-sichere und DATEV-kompatible Lösungen an, die den GoBD-Anforderungen entsprechen.
Noch weiter geht die Bundesregierung: Sie plant, die SteuererklĂ€rung fĂŒr viele Arbeitnehmer faktisch abzuschaffen. KĂŒnftig sollen Arbeitgeber Steuerdaten automatisch an die Finanzbehörden ĂŒbermitteln. Parallel sind fĂŒr 2027 und 2028 Anpassungen der FreibetrĂ€ge vorgesehen. Der Grundfreibetrag soll bis 2028 auf 12.900 Euro steigen. Gleichzeitig ist eine Erhöhung der Reichensteuer auf bis zu 47 Prozent fĂŒr Einkommen ab 280.000 Euro im GesprĂ€ch.
Fristen und Fallstricke: Das gilt fĂŒr die SteuererklĂ€rung 2025
Trotz aller Automatisierung bleiben wichtige Fristen bestehen. Die regulĂ€re Abgabefrist fĂŒr die SteuererklĂ€rung 2025 endet am 31. Juli. Anbieter wie WISO Steuer haben GerĂŒchte ĂŒber eine reine Online-Version entkrĂ€ftet â die Software gibt es weiterhin als Download fĂŒr PC und Mac, ergĂ€nzt durch die neue OneClick-SteuererklĂ€rung.
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Finanzexperten weisen auf geĂ€nderte Nachweispflichten hin: Seit Anfang 2025 ist die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen und haushaltsnahen Dienstleistungen bei Barzahlung ausgeschlossen. Voraussetzung fĂŒr den Steuerbonus â bei Handwerkern bis zu 1.200 Euro â ist eine Rechnung sowie die unbare Zahlung.
Zum 1. Juli gab es eine Neuerung bei Minijobs: Minijobber, die sich zuvor von der Rentenversicherungspflicht haben befreien lassen, erhielten eine einmalige RĂŒckkehrmöglichkeit in die Versicherungspflicht. Bundeskanzler Merz stellte klar: Eine komplette Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs ist derzeit nicht geplant.
