Steuerkriminalität: Aufbewahrungsfrist steigt auf 15 Jahre ab 2027
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 00:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung will junge Unternehmen besser fördern. Am 22. Juli verabschiedete das Kabinett eine neue Startup- und Scaleup-Strategie. Im Fokus stehen Finanzierung und Wachstum innovativer Firmen.
Ein zentrales Element bleibt die steuerliche Forschungszulage. Ergänzende Förderprogramme rücken zudem verstärkt in den Fokus der regionalen Wirtschaftsberatung.
Fokus auf KI, Quantencomputing und Cybersicherheit
Die Strategie setzt auf Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Cybersicherheit. Ziel ist es, nicht nur Gründungen zu erleichtern, sondern auch das Wachstum etablierter Startups – sogenannte Scaleups – zu unterstützen. Das Papier sieht einen Abbau bürokratischer Hürden und eine verbesserte Wachstumsfinanzierung vor.
Bitkom-Präsident Wintergerst begrüßte die Ausrichtung auf Scaleups ausdrücklich. Er forderte jedoch eine konsequente Überprüfung der Maßnahmen. Die technologische Souveränität in Bereichen wie Cybersicherheit hänge maßgeblich von den Rahmenbedingungen für spezialisierte Anbieter ab.
Kammern forcieren Beratung zur Forschungszulage
Parallel zu den strategischen Weichenstellungen intensivieren die Kammern ihre Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen. Die Handwerkskammer für München und Oberbayern bietet gezielte Beratungen zu Innovationsförderprogrammen an. Im Zentrum steht die Forschungszulage, die steuerliche Begünstigungen für Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen ermöglicht.
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Das Beratungsspektrum umfasst auch Programme wie das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), den Digitalbonus Bayern und Unterstützung bei Patentierungen über das Wipano-Programm. Ziel ist es, die Hürden für technologische Modernisierungen zu senken und die Inanspruchnahme staatlicher Mittel zu optimieren.
Strengere Regeln gegen Steuerkriminalität
Unternehmen, die Förderungen nutzen, sehen sich gleichzeitig mit verschärften Anforderungen konfrontiert. Bundesfinanzminister Klingbeil und Justizministerin Hubig stellten am 16. Juli einen Aktionsplan gegen Steuerkriminalität vor. Die Aufbewahrungsfrist für Belege soll von acht auf 15 Jahre verlängert werden.
Ab dem 1. Januar 2027 ist zudem eine Registrierkassenpflicht für Betriebe mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz geplant. Hintergrund sind erhebliche Steuerausfälle: Die Mehrwertsteuerlücke in der EU lag 2023 bei rund 31 Milliarden Euro. Die Schäden durch Cum-Ex-Geschäfte werden auf mindestens 10 Milliarden Euro beziffert. Ein neues Ermittlungszentrum beim Zoll und KI-gestützte Datenanalysen sollen die Aufklärung beschleunigen.
Pilotanlage für klimafreundlichen Zement
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Wie innovative Ansätze in der Praxis aussehen, zeigt ein Projekt in Heidenheim. Dort entsteht eine weltweit erste Pilotanlage für klimafreundlichen Zement. Vier europäische Zementhersteller investierten über 120 Millionen Euro in die Forschungsanlage, die täglich bis zu 450 Tonnen Klinker produziert.
Durch den Einsatz von reinem Sauerstoff entsteht ein nahezu reiner CO2-Strom. Dieser kann für CCS- oder CCU-Verfahren genutzt werden. Auch im ökologischen Bereich gibt es Fortschritte: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert elf Projekte zur Pestizidvermeidung mit rund drei Millionen Euro. Verfahren wie Heißwasser-Unkrautbekämpfung oder Nützlingsförderung durch Rollwiesen reduzierten den Insektizideinsatz um bis zu zwei Drittel.
Schulungen und neue Nachhaltigkeitsregeln
Für Unternehmen, die ihre Projektsteuerung optimieren möchten, bietet die IHK Hessen innovativ im August Schulungen an. Experte Uwe Techt von der VISTEM GmbH thematisiert dort die Vermeidung von Multitasking. Die Termine sind der 18., 20. und 27. August.
Ab dem 27. September 2026 gelten zudem verschärfte Regeln für Nachhaltigkeitsaussagen. Allgemeine Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ sind dann nur noch mit konkreten Nachweisen zulässig. Die neuen EU-Richtlinien machen Greenwashing damit deutlich schwerer.
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