Steuerreform, Millionen

Steuerreform: 35 Millionen Zahler sollen 800 bis 900 Euro sparen

01.07.2026 - 10:34:11 | boerse-global.de

Bundesfinanzminister Klingbeil stellt zwei Steuerreform-Konzepte vor, die mittlere Einkommen entlasten und Spitzenverdiener stärker belasten sollen.

Klingbeils Steuerreform: Zwei Modelle für Millionen Steuerzahler
Steuerreform - Eine Hand legt kleine Münzen auf einen Stapel Euro-Banknoten, mit dem Bundestag im unscharfen Hintergrund, symbolisiert Steuerreform. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehr als 35 Millionen Steuerzahler sollen entlastet werden. Die Details werden aktuell im Koalitionsausschuss verhandelt.

Entlastung für mittlere Einkommen

Beide Modelle zielen auf Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen ab. Besonders Steuerzahler mit einem Bruttojahreseinkommen zwischen 40.000 und 60.000 Euro sollen profitieren.

Das große Modell hat ein Entlastungsvolumen von 28 Milliarden Euro. Ein durchschnittlicher Mittelverdiener spart demnach jährlich 800 bis 900 Euro. Teil des Plans ist auch eine Reform der Erbschaftsteuer.

Das kleinere Modell verzichtet auf Erbschaftsteuer-Änderungen. Es umfasst 17 Milliarden Euro Entlastung. Die jährliche Ersparnis läge bei 400 bis 450 Euro.

Beide Varianten sehen eine Anhebung des Grundfreibetrags vor. Im großen Modell steigt er auf 12.900 Euro, im kleineren auf 13.084 Euro.

Höhere Steuern für Gutverdiener

Zur Gegenfinanzierung sollen Spitzenverdiener stärker zur Kasse gebeten werden. Der Spitzensteuersatz steigt von 42 auf 44 Prozent. Er greift künftig ab einem Einkommen von rund 75.600 bis 76.500 Euro.

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Die Reichensteuer wird verschärft. Sie soll bereits ab 200.000 Euro greifen – bisher lag die Grenze bei rund 278.000 Euro. Der Satz steigt im großen Modell auf 49 Prozent, im kleineren auf 48 Prozent.

Ziel ist eine Stärkung der Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten.

Politischer Streit und wirtschaftliche Bedenken

Die Pläne sorgen für Diskussionen. Die Union lehnt die Vorschläge ab. CDU-Generalsekretär Linnemann warnt vor reiner Umverteilung und fordert drei Prozent Einsparungen in den Ministerien. Eine Ausweitung der Reichensteuer schloss er nicht aus.

SPD-Arbeitsministerin Bas verlangt eine Mindestentlastung von 500 Euro für kleine und mittlere Einkommen.

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Ökonomen zeigen sich skeptisch. Eine Studie des IMK warnt: Spürbare Entlastungen für den Mittelstandsbauch könnten Mindereinnahmen von bis zu 33 Milliarden Euro jährlich bedeuten. Selbst drei Prozentpunkte mehr beim Spitzensteuersatz schließen diese Lücke nicht.

Stufenweise Einführung denkbar

Wegen der angespannten Haushaltslage wird über eine schrittweise Reform diskutiert. Erste Entlastungen könnten zum 1. Januar 2027 kommen, eine zweite Stufe zum 1. Januar 2028.

Im Koalitionsausschuss stehen zudem Bürokratieabbau, Subventionskürzungen beim Dienstwagenprivileg und Maßnahmen zur Stabilisierung der Sozialbeiträge auf der Agenda.

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