Steuervereinfachung, Millionen

Steuervereinfachung: 11,5 Millionen nutzen neue App ab Juli

18.06.2026 - 05:39:23 | boerse-global.de

Bundesfinanzminister Klingbeil vereinfacht die Steuererklärung mit einer neuen Pauschale und plant Entlastungen von 500 Euro.

Steuerreform 2026: Klingbeil plant neue Arbeitstagepauschale
Steuervereinfachung - Eine Nahaufnahme eines stilisierten deutschen Steuerformulars mit einer Lupe, die über vereinfachte Abschnitte schwebt, symbolisiert Steuervereinfachung. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Es soll Bürger, Unternehmen und die Finanzverwaltung massiv entlasten. Die Pläne basieren auf Empfehlungen zweier Expertenkommissionen aus dem Sommer 2024.

Der Koalitionsausschuss von Union und SPD will die Maßnahmen am 1. Juli 2026 final beschließen. Ein zentraler Punkt: die neue Arbeitstagepauschale.

Eine Pauschale für alles

Die Reform sieht vor, mehrere bestehende Steuererleichterungen für Arbeitnehmer zusammenzufassen. Werbungskosten fürs häusliche Arbeitszimmer, Homeoffice-Pauschale und Pendlerpauschale sollen in einem einzigen Betrag aufgehen.

Anzeige

MeinElster überfordert viele Steuerzahler – dabei ist es so einfach. Dieses kostenlose E-Book erklärt Schritt für Schritt, wie Sie das Finanzportal richtig nutzen und bares Geld sparen. Kostenlosen MeinElster-Guide jetzt herunterladen

Das Ziel: Die Steuererklärung wird einfacher – oder für bestimmte Gruppen ganz überflüssig. Langfristig strebt das Ministerium eine weitgehend automatisierte Steuerveranlagung an. Auch die Länderfinanzminister haben bereits einen Maßnahmenkatalog für mehr Effizienz vorgelegt.

Streit um Gegenfinanzierung

Die strukturelle Vereinfachung findet parteiübergreifend Unterstützung. Doch bei der finanziellen Ausgestaltung knirscht es in der Koalition.

Klingbeil plant Entlastungen von rund 500 Euro pro Jahr für kleine und mittlere Einkommen. Gegenfinanzieren will er das durch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 45 Prozent sowie höhere Steuern auf große Vermögen.

Bundeskanzler Friedrich Merz lehnt diese Steuererhöhungen ab. Die Länder fordern zudem Kompensationen für die erwarteten Steuerausfälle und drohen mit Blockade im Bundesrat. Ein Treffen der Ministerpräsidenten mit dem Kanzler ist für den 25. Juni 2026 geplant. Zwei Tage zuvor werden bereits Ergebnisse der Rentenkommission erwartet.

Digitale Steuererklärung per App

Parallel treibt die Regierung die Digitalisierung voran. Ab dem 1. Juli 2026 steht für rund 11,5 Millionen Menschen ein vereinfachtes Verfahren bereit: Die App „MeinElster+“ liefert eine bereits mit vorhandenen Daten ausgefüllte Erklärung für das Steuerjahr 2025. Nutzer bestätigen oder passen sie mit einem Klick an.

Betroffen sind vor allem ledige, kinderlose Arbeitnehmer sowie Rentner und Pensionäre.

Anzeige

Immer mehr Deutsche managen ihre Steuern selbst – mit diesem kostenlosen Leitfaden. Das MeinElster E-Book macht Steuerbescheide, Einsprüche und Umsatzsteuererklärungen zum Kinderspiel. Gratis E-Book: MeinElster einfach erklärt

Weitere Änderungen zum 1. Juli

Neben der Steuerreform treten mehrere gesetzliche Neuerungen in Kraft:

  • Renten steigen um 4,24 Prozent
  • Ticketsteuer für Flüge sinkt (zwischen 13,03 und 59,43 Euro je nach Distanz)
  • Pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Warenkategorie bei Online-Einkäufen aus Nicht-EU-Staaten (Warenwert unter 150 Euro)
  • Mindestlohn in der Pflege steigt auf 16,52 Euro pro Stunde

Bis Ende 2029 will die Bundesregierung alle relevanten Register für Verwaltungszwecke vollständig digital zugänglich machen. Die aktuellen Reformen sind nur der Anfang.

de | wirtschaft | 69568571 |