STIKO empfiehlt A(H5)-Impfung: Grundschutz fĂŒr zwei Berufsgruppen
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie StĂ€ndige Impfkommission hat erstmals eine Empfehlung zur Grundimmunisierung gegen die zoonotische Influenza A(H5) ausgesprochen. Dies geht aus einer Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts hervor. Die MaĂnahme zielt darauf ab, Personen mit einem berufsbedingt erhöhten Ansteckungsrisiko prĂ€ventiv zu schĂŒtzen.
Gezielter Schutz fĂŒr Labor- und EinsatzkrĂ€fte
Die neue Empfehlung des Expertengremiums beschrĂ€nkt sich auf zwei spezifische Berufsgruppen. Dazu zĂ€hlt Laborpersonal, das direkte TĂ€tigkeiten an den entsprechenden Viren ausfĂŒhrt. Zudem richtet sich der Schutz an BeschĂ€ftigte, die in der Tierseuchen- und AusbruchsbekĂ€mpfung aktiv sind.
Hintergrund der Entscheidung ist eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation: Die WHO hatte ihren Mitgliedstaaten nahegelegt, eigene Richtlinien zur Nutzung von A(H5)-Impfstoffen zu erarbeiten.
HĂŒrden bei Beschaffung und VerfĂŒgbarkeit
Trotz der offiziellen Empfehlung bleibt die praktische Umsetzung vorerst offen. Zwar existieren in der EuropĂ€ischen Union bereits Zulassungen fĂŒr entsprechende PrĂ€parate, in Deutschland stehen diese Vakzine derzeit jedoch nicht regulĂ€r zur VerfĂŒgung.
Die STIKO empfiehlt erstmals eine Grundimmunisierung gegen zoonotische Influenza A(H5) fĂŒr Laborpersonal und BeschĂ€ftigte in der TierseuchenbekĂ€mpfung. In Deutschland stehen die Vakzine derzeit aber nicht regulĂ€r zur VerfĂŒgung â Zugangswege und Beschaffung sind laut RKI noch offen. Wer jetzt die GefĂ€hrdungsbeurteilung und die interne Dokumentation vorbereitet, ist handlungsfĂ€hig, sobald der Impfstoff bereitsteht. Kostenlosen Leitfaden zur A(H5)-Impfvorsorge anfordern
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts mĂŒssen die genauen Zugangswege, die Beschaffung sowie die Bereitstellung erst noch geklĂ€rt werden. Ein belastbarer Zeitpunkt, ab wann der A(H5)-Impfstoff bundesweit tatsĂ€chlich zur VerfĂŒgung steht, lĂ€sst sich nach Angaben der Behörde gegenwĂ€rtig nicht nennen.
Abgrenzung zur regulÀren saisonalen Grippeschutzimpfung
Die Empfehlung zur spezifischen Immunisierung folgt auf vorherige SchutzmaĂnahmen fĂŒr Personen im Umfeld von Tieren. Zum 15. Oktober 2026 hatte die STIKO als Reaktion auf die weltweite Ausbreitung bereits geraten, dass sich Personen mit hĂ€ufigem, regelmĂ€Ăigem und direktem Kontakt zu GeflĂŒgel, Schweinen, Wildvögeln oder Robben bis Anfang Dezember einer saisonalen Grippeschutzimpfung unterziehen sollten. Diese Vorgabe gilt unabhĂ€ngig vom Alter der Betroffenen.
Exponierte FachkrĂ€fte tragen ein Doppelinfektionsrisiko: Die saisonale Grippeschutzimpfung schĂŒtzt nicht vor Vogelgrippe, soll aber gefĂ€hrliche Koinfektionen verhindern. PrĂŒfen Sie in drei Schritten, ob Ihr Impfstatus im Labor und im AuĂendienst aktuell ist â und wie Sie die LĂŒcke bis zur VerfĂŒgbarkeit eines A(H5)-Impfstoffs ĂŒberbrĂŒcken. 3-Schritte-Check jetzt herunterladen
Grundlage fĂŒr jene MaĂnahme bildeten BeschlĂŒsse der Strategic Advisory Group of Experts on Immunization der WHO aus dem September 2025 sowie eine Empfehlung des EuropĂ€ischen Zentrums fĂŒr die PrĂ€vention und die Kontrolle von Krankheiten aus dem Dezember 2025. Die herkömmliche Grippeschutzimpfung bietet zwar keinen direkten Schutz vor der Vogelgrippe, soll jedoch gefĂ€hrliche Doppelinfektionen bei exponierten ArbeitskrĂ€ften verhindern.
Mit der aktuellen Empfehlung zur A(H5)-Grundimmunisierung soll nun kĂŒnftig ein direkter Impfschutz fĂŒr besonders gefĂ€hrdete FachkrĂ€fte aufgebaut werden, sobald die logistischen Voraussetzungen geschaffen sind.
Mehr zum Thema bei Deutsches Ărzteblatt: âZoonotische Influenza A(H5): Neue STIKO-Impfempfehlung fĂŒr zwei Berufsgruppenâ
