Straßenverkehr ab Juli: Punktehandel kostet bis zu 30.000 Euro
22.06.2026 - 15:32:39 | boerse-global.de
Die Innenministerkonferenz hat sich für eine Anpassung der deutschen Bußgeldsätze an das europäische Niveau ausgesprochen. Konkrete Beschlüsse fielen am Montag zwar nicht, aber die Bundesregierung soll nun prüfen, wie der Bußgeldkatalog reformiert werden kann.
Verwarnungsgelder sollen steigen
Im Fokus stehen vor allem die kleineren Verstöße. Die Verwarnungsgelder könnten von aktuell 55 Euro auf 70 Euro angehoben werden. Auch die Haltergebühr von derzeit 23,50 Euro soll deutlich steigen.
Anzeige: Ab Juli drohen beim Punktehandel Bußgelder bis 30.000 Euro. Wer jetzt seine Rechte kennt, kann teure Fehler vermeiden. Unser kostenloser Ratgeber zeigt, was sich ändert und wie Sie sich schützen. Jetzt Ratgeber sichern
Für eine umfassende Reform des gesamten Systems fand sich in der Konferenz keine Mehrheit. Die Bundesregierung soll nun die bereits laufende Prüfung des Bußgeldkatalogs abschließen und bewerten, ob sich die Vorschläge umsetzen lassen.
Punktehandel wird ab Juli teuer
Unabhängig von den Beratungen der Innenminister treten am 1. Juli wichtige Änderungen im Straßenverkehrsgesetz in Kraft. Der neue Paragraf 4c StWG stellt die Täuschung von Behörden über die Fahrereigenschaft als Ordnungswidrigkeit unter Strafe.
Wer also falsche Angaben macht, um Punkte zu vermeiden oder für andere zu übernehmen, muss mit einem Bußgeld von bis zu 30.000 Euro rechnen. Der ADAC begrüßt die Neuregelung als „notwendigen Schritt zur Verkehrssicherheit".
Zudem verlängert sich die Verfolgungsverjährung bei Verkehrsordnungswidrigkeiten von drei auf sechs Monate. Das verschafft den Behörden mehr Spielraum bei der Bearbeitung von Verstößen.
Scan-Cars kommen – Hamburg rüstet auf
Die Gesetzesnovelle schafft auch die rechtliche Grundlage für automatisierte Parkraumüberwachung. Scan-Cars erfassen im Vorbeifahren Kennzeichen und gleichen sie mit digitalen Parkberechtigungen ab.
Die Technik hat sich bereits bewährt: In Heidelberg registrierte ein Test zwischen September und November 2025 rund 2.900 Verstöße in zweieinhalb Wochen. Ein Scan-Auto kontrolliert bis zu 1.000 Fahrzeuge pro Stunde – zu Fuß schafft ein Mitarbeiter gerade mal 50.
Freiburg hat im Februar 2026 ebenfalls mit Tests begonnen. Und Hamburg setzt verstärkt auf mobile Blitzerfahrzeuge, um der hohen Zahl an Geschwindigkeitsverstößen entgegenzuwirken.
Keine Pkw-Maut – aber neue Regeln im Ausland
Anzeige: Scan-Cars erfassen bis zu 1.000 Fahrzeuge pro Stunde – die neue Überwachungstechnik kommt. Wer nicht aufpasst, zahlt drauf. Mit unseren 5 Tipps umgehen Sie die neuen Fallen sicher. Tipps jetzt herunterladen
Der Verband der Deutschen Bauindustrie hatte eine Pkw-Maut zur Sanierung maroder Brücken vorgeschlagen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erteilte solchen Plänen eine klare Absage. Dabei wird der jährliche Finanzbedarf für den Erhalt von Autobahnen und Bundesstraßen auf rund 8,4 Milliarden Euro geschätzt.
Wer ins Ausland reist, sollte zudem wissen: Die deutsche Parkscheibe wird in Österreich, Italien oder Frankreich oft nicht anerkannt. In Österreich gilt ein Viertelstunden-Takt – bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 726 Euro.
Und Wohnmobilbesitzer müssen ab dem 7. Juli tiefer in die Tasche greifen. Dann greift die EU-Verordnung GSR II, die neue Assistenzsysteme für Neuzulassungen vorschreibt. Die Branche rechnet mit Preissteigerungen zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Fahrzeug.
