SVLFG-Vorschrift, Drückjagden

SVLFG-Vorschrift bei Drückjagden: Signalfarben und Kugelfang sind Pflicht

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein 48-jähriger Schütze starb bei einer Jagd mit 183 Beteiligten; zugleich wurde ein Helfer durch ein Wildschwein schwer verletzt.
Ein nebliger, herbstlicher Wald mit Buntsandsteinfelsen im Pfälzerwald. Illustration mit AI erstellt.

Bei einer groß angelegten Drückjagd im Forstamt Johanniskreuz nahe Trippstadt in der Pfalz ist am 3. November 2026 ein 48-jähriger Standschütze ums Leben gekommen. Der Mann wurde gegen 11 Uhr leblos auf einem mobilen Drückjagdbock aufgefunden und wies eine Schussverletzung auf.

An der Jagd, die gegen 9 Uhr begonnen hatte, nahmen insgesamt 183 Personen teil. Nach dem Fund des Schützen erfolgte gegen 11 Uhr die Alarmierung der Rettungskräfte und der Behörden.

Ermittlungen der Polizei nach Schussabgabe

Die Polizei leitete umgehend ein Todesermittlungsverfahren ein. Im Rahmen der Untersuchungen stellten die Einsatzkräfte mehrere Schusswaffen sicher und überprüften die Waffen sowie die Waffenbesitzkarten sämtlicher Jagdteilnehmer. Ein Obduktionsergebnis zur genauen Todesursache lag am Mittwochnachmittag noch nicht vor. Unbestätigten Berichten zufolge soll sich die Schussverletzung im Hinterkopf- oder Achselbereich befunden haben.

Das Forstamt Johanniskreuz bewirtschaftet auf einem rund 40 Kilometer umfassenden Dienstbezirk eine große Verwaltungsjagd mit Rot-, Schwarz- und Rehwild. Die Gegebenheiten vor Ort erschweren mitunter die Jagdbedingungen: Das Areal ist mit Buntsandstein durchsetzt, wodurch nach Schussabgaben theoretisch Abpraller entstehen können.

Unabhängig von dem Todesfall ereignete sich bei derselben Jagd ein weiterer schwerer Zwischenfall. Ein 29-jähriger Jagdhelfer erlitt durch den Angriff eines Wildschweins schwere Verletzungen. Nach Angaben der Polizei besteht zwischen dieser Attacke und dem Tod des Standschützen kein Zusammenhang. Unbestätigten Medienberichten zufolge wurden bei dem Angriff beide Oberschenkel des Helfers verletzt, wobei zeitweise Lebensgefahr bestanden haben soll.

Sicherheitsanforderungen und Unfallverhütungsvorschriften

Der Vorfall rückt die strengen Sicherheitsanforderungen bei Gesellschaftsjagden in den Fokus. Kreisjagdmeister Hubertus Gramowski wies darauf hin, dass die geltenden Sicherheitsvorschriften bei der Jagd sehr hoch seien, während die Jägerprüfung im Allgemeinen als Grünes Abitur bezeichnet werde.

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Ein tödlicher Zwischenfall bei einer Drückjagd mit 183 Beteiligten zeigt, wie schnell unklare Abläufe zur Haftungsfrage werden. Wer Signalfarben, markierte Gefahrenbereiche und den Kugelfang vor der Jagd sauber durchgeht, senkt dieses Risiko — Schritt für Schritt. Kostenlosen Sicherheits-Leitfaden für Drückjagden anfordern

Drückjagden finden vor allem in den Monaten von Oktober bis Dezember statt. Dabei sind Schützen üblicherweise auf zwei bis drei Meter hohen mobilen Hochsitzen postiert, deren Standorte vor Beginn der Jagd präzise festgelegt werden.

Als zentrale rechtliche Grundlage für den Arbeitsschutz und die Sicherheit der Beteiligten gilt die Unfallverhütungsvorschrift der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Diese schreibt unter anderem vor, dass sowohl Schützen als auch Treiber gut sichtbare Kleidung in Signalfarben tragen müssen.

Zudem müssen Gefahrenbereiche klar markiert sein, und Schüsse dürfen ausschließlich mit ausreichendem Kugelfang in den erdigen Waldboden abgegeben werden, um Gefährdungen durch Querschläger zu minimieren.

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Nach Angaben des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz gibt es im Bundesland rund 23.000 Jagdscheininhaber. Tödliche Zwischenfälle gelten im Verhältnis zur Zahl der Aktiven als selten: Nach Verbandsangaben ereigneten sich in den vergangenen fünf Jahren drei tödliche Jagdunfälle im Land.

Erst im September 2026 war nahe Dürrholz ein 50-Jähriger bei einem Jagdunfall gestorben; in diesem Fall laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen einen anderen Jäger.

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