Tabaksteuer: Zigarettenpreis steigt bis 2030 auf 11,78 Euro
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 23:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Betroffen sind vor allem Tabak, Alkohol und Kunststoffverpackungen. Parallel dazu wird über eine Zuckersteuer diskutiert.
Tabaksteuer steigt deutlich
Eine Packung Zigaretten soll bis 2030 schrittweise 11,78 Euro kosten. Das sieht ein Entwurf des Bundesfinanzministeriums vor – rund 40 Cent mehr als bisher geplant.
Der Stufenplan im Detail:
- 2027: 9,10 Euro pro Packung
- 2028: 9,91 Euro
- 2029: 10,81 Euro
- 2030: 11,78 Euro
Der Steueranteil pro Zigarette steigt von 14,34 Cent (2027) auf 18,57 Cent (2030). Die Regierung erhofft sich jährliche Mehreinnahmen von rund 800 Millionen Euro. Auch Feinschnitttabak und Zigarren sind betroffen – allerdings moderater als zunächst befürchtet.
Zuckersteuer spaltet den Handel
Überraschende Wende: Aldi Süd spricht sich für eine Zuckersteuer auf Softdrinks aus. In einem Positionspapier vom Juni 2026 befürwortet der Discounter eine Abgabe direkt bei den Herstellern. Vorgeschlagen wird eine Übergangsfrist von 18 Monaten. Die Einnahmen sollen in Präventionsmaßnahmen fließen.
Die Branche ist gespalten. Während Rewe abwartet, lehnt Edeka die Pläne ab. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks positionierte sich im Juli 2026 dagegen. Hauptgeschäftsführer Berg warnt vor bürokratischen Belastungen für kleine Unternehmen. Die Steuer sei „eine zu einfache Lösung für ein komplexes Problem".
Neue Abgaben auf Plastik und Alkohol
Der Bundeshaushalt 2027 sieht Gesamtausgaben von 555,4 Milliarden Euro vor. Finanziert werden soll das unter anderem durch:
- Plastiksteuer: Ab 2027 werden 80 Cent pro Kilogramm auf nicht recycelten Kunststoff fällig. Die Regierung rechnet mit einer Milliarde Euro jährlich. Umweltverbände schätzen die Belastung pro Bürger auf 32 Euro im Jahr.
- Spirituosensteuer: Sie steigt 2027 um 20 Prozent.
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Ziel ist es, die Nettokreditaufnahme auf 118,7 Milliarden Euro zu begrenzen.
Debatte um Mehrwertsteuer und Klimamittel
Finanzminister Klingbeil brachte im Juli 2026 eine umfassende Mehrwertsteuer-Reform ins Spiel. Ein Modell: Der Regelsatz steigt von 19 auf 22 Prozent, Lebensmittel werden komplett steuerfrei. Das könnte ab 2028 Mehreinnahmen von rund 30 Milliarden Euro bringen. Eine Wirtschaftsweise bezeichnete die Option als relevant, warnte aber vor sozialen Ungerechtigkeiten.
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