Taiwans PrÀsident erinnert an Tiananmen-Massaker und kritisiert China
04.06.2024 - 06:09:42"Ein wirklich respektables Land ist eines, das seinen BĂŒrgern erlaubt, ihre Meinung zu sagen", schrieb er am Dienstag auf Facebook. Jede politische Macht solle den Mut haben, sich der Stimme des Volkes zu stellen, hieĂ es darin.
Vor 35 Jahren schlug die Volksbefreiungsarmee in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni wochenlange, friedliche Proteste gegen die Regierung und fĂŒr mehr Demokratie in Peking nieder. Um den Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) kamen damals Hunderte Menschen ums Leben. Das Thema ist in China tabu. Die Erinnerung an den 4. Juni werde nicht im Strom der Geschichte untergehen und man werde weiter hart daran arbeiten, die Erinnerung daran zu bewahren, schrieb Lai.
Deutsche Botschaft setzt Zeichen
Die fĂŒr China-Angelegenheiten zustĂ€ndige Behörde Taiwans (MAC) forderte Chinas Regierung auf, den Mut zu haben, die geschichtlichen Fakten des 4. Junis anzuerkennen und eine offenere Haltung anderen Meinungen gegenĂŒber einzunehmen.
Die deutsche Botschaft in Peking zeigte in der Nacht zum Dienstag an ihrem GebĂ€ude in mehreren Fenstern ein Video flackernder Kerzen - ein seit Jahren bekanntes Symbol der Erinnerung an den 4. Juni. Auch Menschenrechtsgruppen ĂŒbten Kritik zum Gedenken. "Die chinesische Regierung hat bis heute keine Verantwortung fĂŒr die wĂ€hrend des MilitĂ€reinsatzes begangenen Menschenrechtsverletzungen ĂŒbernommen", erklĂ€rte Jasna Causevic von der Gesellschaft fĂŒr bedrohte Völker.

