Tankrabatt-Analyse: 1,6 Milliarden Euro Mehrgewinne für Ölkonzerne
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 03:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ergebnis: Der Großteil der Steuersenkung erreichte die Autofahrer – doch die Ölkonzerne sicherten sich ebenfalls satte Gewinne.
Weitergabequote: Diesel besser als Benzin
Vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 senkte der Staat die Energiesteuer auf Kraftstoffe. Die Wettbewerbshüter berechneten nun die Weitergabequote: 82,6 Prozent bei Diesel, 77,8 Prozent bei Super E5. Trotzdem blieb eine Lücke von 2,9 Cent pro Liter Diesel und 3,7 Cent bei Benzin.
Die Mineralölkonzerne nutzten den Spielraum. Ihre Bruttomargen stiegen um durchschnittlich 3,3 Cent pro Liter Diesel und 1,9 Cent bei E5. Kostenpunkt für den Steuerzahler: rund 1,6 Milliarden Euro.
12-Uhr-Regel: Weniger Preissprünge, klare Gewinner
Die sogenannte 12-Uhr-Regel sollte für mehr Preisstabilität sorgen. Mit Erfolg: Statt bis zu 50 täglichen Preisänderungen gab es nur noch acht. Nur 2,1 Prozent der Erhebungen zeigten Abweichungen – die meisten davon zwischen 11:50 und 12:10 Uhr.
Für Verbraucher war der Zeitpunkt kurz vor Mittag statistisch am günstigsten. Die Regel zeigte also Wirkung, auch wenn die Konzerne ihre Margen ausbauten.
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Inflation gedämpft, Kernrate stabil
Die Steuersenkung beeinflusste die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die Inflationsrate fiel von 2,9 Prozent im April auf 2,3 Prozent im Juni. Experten schätzen: Der Tankrabatt dämpfte die Teuerung um 0,25 Prozentpunkte.
Die Kerninflation blieb bei 2,5 Prozent. Unabhängige Forscher sehen bei Diesel eine kritischere Entwicklung: Die Entlastung betrug nur rund 12 Cent pro Liter – möglich gewesen wären 16,7 Cent.
Nach dem Rabatt: Preise schießen in die Höhe
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Mit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni zogen die Preise sofort an. Marktbeobachter registrierten Steigerungen zwischen 17 und 19 Cent pro Liter. Mitte Juli kostete Diesel im Bundesdurchschnitt über 2,17 Euro, Benzin rund 2,20 Euro.
Neben dem Wegfall der Steuervorteile treiben geopolitische Spannungen im Nahen Osten den Rohölpreis. Die Kraftstoffpreise liegen aktuell mehr als elf Prozent über dem Vorjahresniveau.
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