Tarifvertrag Großhandel: 240.000 Beschäftigte erhalten +2,9%
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Bayerische Rundfunk (BR) hat sich mit der Gewerkschaft ver.di auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Während der Abschluss in München feststeht, laufen die Verhandlungen bei WDR, NDR und SWR noch.
Drei Stufen bis 2028
Die Einigung sieht schrittweise Erhöhungen vor: Rückwirkend zum 1. Februar 2026 steigen die Gehälter um 1,23 Prozent. Zum 1. April 2027 folgen 2,5 Prozent, ein Jahr später bis zu 2 Prozent. Damit bleibt der Abschluss hinter den KEF-Empfehlungen zurück, die für 2026 2,5 Prozent und für die Folgejahre je 3 Prozent vorgesehen hatten.
ver.di hatte ursprünglich 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro monatlich, gefordert. Im Frühjahr und Sommer legten mehrere Arbeitsniederlegungen den Betrieb lahm – besonders Ende April und am 18. Juni 2026. Da die anderen ARD-Anstalten noch keine Ergebnisse haben, erhöht der Münchner Abschluss nun den Druck auf die laufenden Verhandlungen.
Tarifliche Anpassungen erfordern oft eine rechtssichere Überprüfung der bestehenden Arbeitsverträge, um kostspielige Fehler zu vermeiden. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Verträge gesetzeskonform gestalten und teure Bußgelder verhindern. 19 sofort einsetzbare Muster-Formulierungen jetzt kostenlos sichern
Pilotabschluss im Großhandel
Parallel zur Medien-Einigung erzielten die Tarifparteien am 21. Juli einen Pilotabschluss für rund 240.000 Beschäftigte im bayerischen Groß- und Außenhandel. Die Entgelte steigen ab 1. August um 2,9 Prozent, ab Mai 2027 um weitere 2,1 Prozent. Der Vertrag läuft 24 Monate bis April 2028.
Auszubildende erhalten im September 2026 40 Euro mehr, ein Jahr später weitere 30 Euro. Die Arbeitgeber sprechen von einem schmerzhaften Kompromiss, ver.di erwartet eine Signalwirkung für die noch ausstehenden Verhandlungen im Einzelhandel. Die Annahmefrist endet am 4. August.
Finanzielle Schieflage beim BR
Trotz der Einigung steht der Sender vor Herausforderungen. Der Jahresabschluss für 2025 weist Gesamterträge von 1,294 Milliarden Euro aus – bei Aufwendungen von 1,283 Milliarden. Negativ schlägt das Finanzergebnis mit minus 44,4 Millionen Euro zu Buche. Zudem entgingen dem Sender kalkulierte Mehreinnahmen von 32,6 Millionen Euro, weil eine empfohlene Beitragserhöhung ausblieb. Sparmaßnahmen und höhere Erträge aus Finanzanlagen konnten den Verlust nur teilweise ausgleichen.
Ob Gehaltserhöhung oder Nachweisgesetz – das Regelwerk für rechtskonforme Beschäftigungsverhältnisse ändert sich ständig. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, welche Standardklauseln heute nicht mehr zulässig sind und wie Sie Ihre Arbeitsverträge rechtssicher anpassen. Kostenlosen Arbeitsvertrag-Ratgeber herunterladen
Personalentscheidungen im Rundfunkrat
Der Rundfunkrat lehnte eine Vertragsverlängerung für Kultur-Programmdirektor Björn Wilhelm mit 18 zu 14 Stimmen ab. Hintergrund sind Reformen bei Bayern 2 und Kürzungen im Volksmusik-Bereich. Die endgültige Entscheidung über die Nachfolge fällt im Oktober. Kemal Görgülü wurde bereits zum neuen Produktions- und Technikdirektor berufen und tritt sein Amt im Februar 2027 an.
Neue Kooperationen in der Medienlandschaft
Unabhängig von den Tarifverhandlungen arbeiten ZDF und ProSiebenSat.1 künftig zusammen. Ab dem vierten Quartal 2026 integriert die Streaming-Plattform Joyn Dokumentationen, Filme und Serien des ZDF – unentgeltlich und werbefrei. Das ZDF behält die Rechte und kann die Zugriffszahlen für die eigene Reichweitenmessung nutzen. Die Zusammenarbeit folgt den Vorgaben des neuen Reformstaatsvertrags.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
