Konjunktur, Haushalt/Steuern

Musk verschÀrft Kritik an Trumps Steuergesetz

05.06.2025 - 06:08:41

Tech-MilliardĂ€r Elon Musk vertieft im Streit ĂŒber den Budgetplan der US-Regierung die GrĂ€ben zwischen sich und PrĂ€sident Donald Trump.

Musk rief ĂŒber seine Online-Plattform X alle BĂŒrger auf, Abgeordnete aus ihren Wahlkreisen unter Druck zu setzen, damit sie gegen das von Trump vorangetriebene Steuer- und Ausgabengesetz stimmen. Der bis kĂŒrzlich noch mit Einsparungen im Staatsapparat betraute Unternehmer kritisiert vor allem die geplante Erhöhung der Schuldenobergrenze und fordert stĂ€rkere AusgabenkĂŒrzungen.

Musk warnt, dass Trumps Gesetzesvorhaben - von diesem als "Big Beautiful Bill" ("großes schönes Gesetz") bezeichnet - zu einem höheren Haushaltsdefizit fĂŒhren und die Staatsverschuldung noch weiter erhöhen werde. Am Vortag hatte der MultimilliardĂ€r den Plan als "widerliche Abscheulichkeit" bezeichnet. Dann warnte er Kongressmitglieder, wer dafĂŒr stimme, werde bei den Zwischenwahlen im November 2026 abgewĂ€hlt.

Der PrÀsident ist "nicht erfreut"

Trump Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht direkt zu Musks Kampagne gegen das Gesetz. Der republikanische Chef des ReprĂ€sentantenhauses, Mike Johnson, sagte aber nach einer Unterhaltung mit dem PrĂ€sidenten, Trump sei "nicht erfreut".

Johnson deutete auch an, dass hinter dem Widerstand des Tech-MilliardĂ€rs gegen das Gesetz eigennĂŒtzige Motive stecken könnten. Musk fĂŒhrt den Elektroauto-Hersteller Tesla US88160R1014, der mit AbsatzrĂŒckgĂ€ngen zu kĂ€mpfen hat. Das Gesetz wĂŒrde Steuererleichterungen fĂŒr Elektrofahrzeuge kĂŒrzen. Medienberichten zufolge soll Musk versucht haben, dies zu verhindern. Johnson sagte im GesprĂ€ch mit Journalisten, er wisse, dass die Maßnahmen wichtig fĂŒr Musk seien. "Ich weiß, dass das Folgen fĂŒr sein Unternehmen hat."

Der Haushaltsplan schaffte es im Mai mit knapper Mehrheit durch die erste Kongress-Kammer, das ReprÀsentantenhaus. Im Senat sperren sich jedoch mehrere Mitglieder von Trumps Republikanischer Partei dagegen. Die Republikaner haben in beiden Kammern die Mehrheit.

Keine Politik-Abstinenz fĂŒr Musk

Musk hatte mehr als 250 Millionen Dollar fĂŒr Trumps Wahlkampf gespendet und wurde zeitweise zu einem engen Vertrauten des Republikaners. Der beauftragte ihn nach seiner Vereidigung als PrĂ€sident mit der KĂŒrzung der Regierungsausgaben. Ende Mai zog sich Musk dann wieder aus dem Politikbetrieb zurĂŒck, nachdem er ĂŒber Monate stark im Rampenlicht gestanden und sich regelmĂ€ĂŸig öffentlich zu Wort gemeldet hatte. Bei seinem Abschied verwies er auf eine 130-Tage-Frist fĂŒr externe Regierungsmitarbeiter.

Musk hatte zwar im Mai gesagt, dass er kĂŒnftig weniger Geld fĂŒr politische Zwecke ausgeben und sich wieder mehr auf GeschĂ€ftliches konzentrieren wolle. Johnson erzĂ€hlte aber nun, dass Musk ihm noch am Montag UnterstĂŒtzung zugesagt habe, um bei den Wahlen im November 2026 die Mehrheiten der Republikaner in Abgeordnetenhaus und Senat zu verteidigen. Er habe Musk am Dienstag angerufen, dieser sei aber nicht ans Telefon gegangen, sagte Johnson.

Der TV-Sender NBC berichtete, besonders erzĂŒrnt sei Trumps Umfeld ĂŒber Musks mahnende Worte an die Kongressmitglieder mit Blick auf die Zwischenwahlen im kommenden Jahr. Dann werden alle Sitze im ReprĂ€sentantenhauses und gut ein Drittel der Mandate im Senat neu vergeben.

@ dpa.de | US88160R1014 KONJUNKTUR