Verena Pausder, Tech-Start-ups

Tech-Start-ups: Pausder nennt 3.000 NeugrĂŒndungen

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 19:09 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Verena Pausder fordert einen positiveren Blick auf die deutsche GrĂŒnderszene. Sie verweist auf Rekordwerte bei NeugrĂŒndungen und Wagniskapital und sieht zusĂ€tzlichen Bedarf bei Wachstumskapital und öffentlichen AuftrĂ€gen.

Start-up-Verbandschefin kritisiert Standortmarketing
Verena Pausder (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Start-up-Wachstum und neue AuftrÀge

  • Im ersten Halbjahr entstanden laut Pausder 3.000 neue Tech-Start-ups.
  • Bis September flossen mehr als acht Milliarden Euro Wagniskapital in das deutsche Start-up-Ökosystem.
  • Pausder fordert zusĂ€tzliches Wachstumskapital und öffentliche AuftrĂ€ge fĂŒr mehr ArbeitsplĂ€tze.

Die Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands Deutschland, Verena Pausder, hat die negative Stimmung am Wirtschaftsstandort Deutschland kritisiert. In der ntv-Sendung „Blome & Pfeffer“ warb sie dafĂŒr, stĂ€rker auf neue Entwicklungen und entstehende Branchen zu schauen.

Pausder sieht Rekorde bei GrĂŒndungen und Kapital

Nach ihren Angaben entstanden allein im ersten Halbjahr 3.000 neue Tech-Start-ups. Bis September seien mehr als acht Milliarden Euro Wagniskapital in das Start-up-Ökosystem geflossen; beides bezeichnete Pausder als Rekorde.

Damit aus den GrĂŒndungen mehr ArbeitsplĂ€tze entstĂŒnden, brauche es zusĂ€tzliches Wachstumskapital und öffentliche AuftrĂ€ge. Die Lage sei besser als die Stimmung, und ein neuer Wirtschaftsaufschwung sei möglich, sagte die Verbandschefin.

Kritik am Blick auf den Industriestandort

Mit Blick auf den Stellenabbau in der Industrie erklĂ€rte Pausder, die schwierige Übergangsphase werde nicht leichter, wenn Deutschland weiterhin „rĂŒckwĂ€rts in die Zukunft laufen“ werde. Das Land konzentriere sich zu stark auf frĂŒhere Erfolge, statt neue Entwicklungen in den Blick zu nehmen.

Raumfahrt als Beispiel fĂŒr neue Chancen

Als Beispiel nannte Pausder die Raumfahrt. Deutschland sei erstmalig in der Lage, Elon Musk Konkurrenz zu machen und nicht auf ihn angewiesen zu sein, sagte sie.

Solche Erfolgsgeschichten wĂŒrden jedoch zu wenig erzĂ€hlt, kritisierte die Start-up-Verbandschefin.

Die Aussagen von Verena Pausder treffen auf einen Standort, an dem wirtschaftliche SchwĂ€che und technologische Dynamik gleichzeitig sichtbar sind. Der industrielle Stellenabbau belastet die öffentliche Wahrnehmung, wĂ€hrend junge Technologieunternehmen neue GeschĂ€ftsmodelle, Produkte und BeschĂ€ftigung entwickeln. Dadurch entsteht eine LĂŒcke zwischen der konjunkturellen Stimmung und einzelnen Wachstumsfeldern.

Kapital bleibt entscheidend

Die von Pausder genannten 3.000 NeugrĂŒndungen und mehr als acht Milliarden Euro Wagniskapital markieren vor allem AktivitĂ€t im Ökosystem. FĂŒr den Übergang von einer GrĂŒndung zu einem grĂ¶ĂŸeren Unternehmen reichen Risikokapital und Ideen allein jedoch nicht aus. Entscheidend sind Anschlussfinanzierungen, zahlungsfĂ€hige Kunden und öffentliche Beschaffung, die innovative Lösungen frĂŒh in den Markt bringt.

Das Standortmarketing beeinflusst dabei nicht nur das Image Deutschlands. Eine dauerhaft negative ErzĂ€hlung kann die Gewinnung von FachkrĂ€ften, Investoren und internationalen Partnern erschweren. Umgekehrt mĂŒssen Erfolgsmeldungen an belastbare GeschĂ€ftsmodelle und tatsĂ€chliche BeschĂ€ftigung gekoppelt bleiben.

Raumfahrt als strategisches Feld

Mit ihrem Verweis auf die Raumfahrt lenkt Pausder den Blick auf einen Bereich, in dem technologische SouverĂ€nitĂ€t, staatliche AuftrĂ€ge und private Finanzierung eng zusammenhĂ€ngen. FĂŒr Deutschland liegt die praktische Herausforderung darin, Forschung und GrĂŒndungen schneller in marktfĂ€hige Anwendungen zu ĂŒberfĂŒhren. Ob daraus ein breiter Aufschwung entsteht, hĂ€ngt deshalb auch von Regulierung, Nachfrage und der FĂ€higkeit zur Skalierung ab.

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