ROUNDUPDGB-Umfrage, Zeitdruck

Zeitdruck und schwere körperliche Arbeit weit verbreitet

05.12.2023 - 15:20:17

Termindruck, schwere Lasten, LĂ€rm oder Ärger mit den Kunden: Fast jeder dritte BeschĂ€ftigte in Deutschland fĂŒhlt sich einer Umfrage zufolge im Job gleichzeitig verschiedenen schweren Belastungen ausgesetzt.

So gaben 31 Prozent der Befragten in der Erhebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) an, immer wieder von schwerer körperlicher Arbeit, Zeitdruck, LĂ€rm, aber auch Konflikten mit Kollegen und Kunden betroffen zu sein. Der "DGB-Index Gute Arbeit" basiert auf Interviews mit mehr als 6000 BeschĂ€ftigten, die zwischen Januar und April befragt wurden. Die Umfrage ist laut DGB fĂŒr diese Gruppe reprĂ€sentativ.

Mehrfachbelastungen fĂŒr viele normal

Zeitdruck gibt es demnach bei 86 Prozent der Befragten, und zwar bei jeder und jedem zweiten sehr oft oder oft und bei weiteren 36 Prozent selten. Schwere körperliche Arbeit kennen 56 Prozent in ihrem Job, UmgebungsgerÀusche und LÀrm 73 Prozent, darunter 40 Prozent sehr oft oder oft, und Konflikte mit Kollegen oder Kunden 65 Prozent, wobei hier die meisten nur von seltenen FÀllen berichten.

"In der Regel sind TĂ€tigkeiten durch verschiedene, hĂ€ufig gleichzeitig auftretende Anforderungen charakterisiert", heißt es in der Studie. Mehrfachbelastungen seien an der Tagesordnung. Dabei berichteten 31 Prozent aller Befragten von allen vier Belastungsarten.

Folgen fĂŒr die Gesundheit

Je stĂ€rker die Arbeitsbelastungen ausgeprĂ€gt sind, desto schlechter schĂ€tzen die BeschĂ€ftigten ihre Gesundheit und kĂŒnftige ArbeitsfĂ€higkeit ein. Von den BeschĂ€ftigten, die mit mehreren körperlichen und psychischen Belastungsfaktoren umzugehen haben, gaben 39 Prozent an, einen guten Gesundheitszustand zu haben. Von ihnen sagen laut Studie nur sieben Prozent, dass sie ihre TĂ€tigkeit unter diesen Bedingungen wohl bis zum Rentenalter durchhalten können.

In der Gruppe der BeschÀftigten, die keine der genannten Belastungen aufweisen, beschreiben 71 Prozent ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut.

Nur 38 Prozent der Befragten gaben an, dass es in den vergangenen zwei Jahren eine Beurteilung der GefĂ€hrdung fĂŒr ihren Arbeitsplatz gegeben habe. Der Gewerkschaftsbund wies darauf hin, dass Arbeitgeber dazu verpflichtet seien.

Arbeitgeber Ă€ußern sich nicht

Die Arbeitgeberseite Ă€ußerte sich am Dienstag zunĂ€chst nicht zu Studien, Ergebnissen und Folgerungen. Eine entsprechende Anfrage ließ die Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde (BDA) unbeantwortet.

Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi sagte: "Wenn Unternehmen ihren gesetzlichen Pflichten im Arbeitsschutz nicht nachkommen, mĂŒssen BeschĂ€ftigte mit ihrer Gesundheit dafĂŒr bezahlen. Das ist nicht akzeptabel." Insgesamt dĂŒrfe Arbeit nicht krank machen.

IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-JĂŒrgen Urban wies auf die wachsende Zahl psychischer Belastungen unter den BeschĂ€ftigten hin. Burnout dĂŒrfe nirgendwo als Berufsrisiko abgetan werden. Die BeschĂ€ftigten brĂ€uchten wirksame PrĂ€vention und die BetriebsrĂ€te sanktionierbare Regeln. Mit einer "Anti-Stress-Verordnung" könne ihnen die Politik ein verbindliches Werkzeug an die Hand geben.

@ dpa.de