Brandenburg will von Tesla Nachbesserungen bei Ausbauantrag
25.10.2023 - 15:55:58Der US-Elektroautobauer Tesla soll den Antrag zum Ausbau der Fabrik in GrĂŒnheide auf Anforderung des Landes Brandenburg teilweise Ă€ndern. Tesla sei zu einzelnen Punkten gebeten worden, die Antragsunterlagen nachzubessern oder zu ergĂ€nzen, teilte der Sprecher des Landesumweltamtes, Thomas Frey, mit. Dabei gehe es etwa um den Nachweis, dass die Stickstoffbelastung im EU-Natur- und Landschaftsschutzgebiet wie von Tesla behauptet unbedenklich sei. Die Kritik aus einer Anhörung zum geplanten Ausbau der Fabrik soll in die PrĂŒfung der Genehmigung einflieĂen.
Tesla will die Produktion in GrĂŒnheide von angepeilten 500.000 Autos im Jahr auf eine Million im Jahr verdoppeln. Derzeit werden nach Angaben von Tesla noch rund 250.000 Fahrzeuge im Jahr produziert. Die SpeicherkapazitĂ€t der Herstellung von Batteriezellen soll von 50 auf 100 Gigawattstunden pro Jahr steigen. Das Unternehmen stellt fĂŒr den Ausbau AntrĂ€ge auf umweltrechtliche Genehmigung beim Land Brandenburg in drei Teilen. In GrĂŒnheide arbeiten rund 11.000 BeschĂ€ftigte, mit dem Ausbau sollen es 22.500 werden. UmweltschĂŒtzer haben Bedenken, weil das GelĂ€nde teils im Wasserschutzgebiet liegt.
Wann kommen die Genehmigungen?
Tesla will möglichst im ersten Halbjahr 2024 mit dem Ausbau beginnen - zunĂ€chst mit Optimierungen am bestehenden Werk und neuen GebĂ€uden wie einer Abwasseraufbereitungsanlage und einem Gefahrstofflager. Auf vorzeitige Zulassungen wie beim Bau des ersten Werkes will Tesla nach eigenen Angaben vom Mittwoch so weit wie möglich verzichten. Wann der erste Teil der Genehmigung kommt, ist aber noch offen. In weiteren Stufen sollen unter anderem neue GebĂ€ude fĂŒr die Auto- und die Batterieproduktion errichtet werden.
Das Landesumweltamt will mit anderen beteiligten Behörden zunĂ€chst die Kritik aus einer Anhörung prĂŒfen. «Alle Behörden nehmen sich die Zeit, die sie brauchen», sagte der Sprecher des Landesumweltamtes. «Daraus wird am Ende der Bescheid formuliert.» Einen Zeitplan dafĂŒr gibt es bisher nicht. Die Anhörung in Erkner war am Dienstag ĂŒberraschend nach nicht einmal zwei Tagen zu Ende gegangen. In der Spitze waren es mehr als 20 Umwelt- und NaturschĂŒtzer, Anwohner und andere.
Wasserverbrauch und Grundwasser
Die Auswirkungen des Ausbaus von Auto- und Batteriefabrik auf das Grundwasser und der Wasserverbrauch waren die strittigsten Themen. Am Dienstag ging es um die Belastung mit Feinstaub, Licht und LÀrm sowie um den Naturschutz. Zuvor gingen 1073 EinwÀnde schriftlich beim Landesumweltamt ein. Bei der Anhörung vor drei Jahren zur Genehmigung der Fabrik waren mehr als hundert Menschen gekommen.
Der Leiter der Anhörung, AndrĂ© Zschiegner, kritisierte das Fernbleiben von VerbĂ€nden. So hatten die GrĂŒne Liga und der Verein fĂŒr Natur und Landschaft die Anhörung boykottiert, weil sie SchwĂ€rzungen und spĂ€tere Aktualisierungen des Antrags kritisieren. Der öffentliche Diskurs ĂŒber die als fehlerhaft kritisierten Punkte sei ausgeblieben, teilte das Landesumweltamt mit. Die hohe fachliche Kompetenz der NaturschutzverbĂ€nde habe gefehlt. Die Behörde hofft, dass das eine «einmalige Ausnahme» bleibe.
Zur besseren Anbindung Tausender Tesla-BeschĂ€ftigter soll der Bahnhof Fangschleuse an der Strecke Berlin - Frankfurt (Oder) nĂ€her ans Werk verlegt werden. DafĂŒr wurden die ersten BĂ€ume gefĂ€llt. Das Eisenbahn-Bundesamt teilte mit, es habe auf Antrag der Deutschen Bahn am 19. Oktober eine vorlĂ€ufige Anordnung fĂŒr eine vorgezogene FĂ€llung von BĂ€umen erlassen. Die «MĂ€rkische Oderzeitung» hatte vorher darĂŒber berichtet. Die neue Station soll 2026 in Betrieb gehen.


