Chemiebranche, GeschÀftsausblick

Chemiebranche senkt GeschÀftsausblick - BeschÀftigung stabil

13.11.2024 - 10:00:38

Teure Energie und die maue Weltkonjunktur machen der Chemie- und Pharmaindustrie zu schaffen. Die erhoffte Erholung kommt nur schwer in Gang. Gute Nachrichten gibt es bei der BeschÀftigung.

In der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie kommt die erhoffte Erholung nur schwer in Gang. Angesichts der schwachen Wirtschaft erwartet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) nur noch ein gedÀmpftes Produktionswachstum von zwei Prozent im laufenden Jahr. Zugleich soll der Umsatz um zwei Prozent sinken. 

Viele Industriekunden drosselten ihre Produktion, damit sank auch die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen, erklÀrte der Branchenverband in Frankfurt. Hinzu kÀmen schwache PharmageschÀfte auf auslÀndischen MÀrkten. Zuvor hatte der VCI erwartet, dass der Branchenumsatz dieses Jahr um 1,5 Prozent zulegt und die Produktion um 3,5 Prozent. 

Trotz des Drucks blieb die BeschĂ€ftigung zuletzt stabil bei rund 480 000 Menschen hierzulande. WĂ€hrend einige Chemieunternehmen Jobs abbauen, wachse die Belegschaft in Teilen der Pharmabranche, hieß es.

Forderungen an neue Bundesregierung

«Die Krise ist weitgehend hausgemacht», kritisierte VCI-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Wolfgang Große Entrup. Er forderte niedrigere Energiepreise sowie weniger BĂŒrokratie und Steuern. «Auch mit Blick auf die USA muss eine neue Bundesregierung nun dringend fĂŒr bessere Rahmenbedingungen sorgen.»

Die Chemie ist die drittgrĂ¶ĂŸte Industriebranche in Deutschland nach dem Auto- und Maschinenbau. Sie leidet schon lĂ€nger unter den im internationalen Vergleich hohen Energiepreisen und der schwachen Konjunktur. Im vergangenen Jahr musste die energieintensive Branche bereits einen ProduktionsrĂŒckgang von elf Prozent verkraften. 

Große Chemiekonzerne in der Krise

Im dritten Quartal ging die Produktion der Chemie- und Pharmabranche um 2,7 Prozent zum Vorquartal zurĂŒck, der Umsatz sank um 2,5 Prozent. Gemessen am Vorjahreszeitraum wuchs die Herstellung bei schwacher KapazitĂ€tsauslastung minimal (plus 0,1 Prozent). 

Viele Chemieunternehmen stecken in der Krise. Branchenprimus BASF hat mehrere Sparprogramme mit weitreichendem Stellenabbau aufgelegt, die Dividende wird gekĂŒrzt. Zugleich sollen GeschĂ€ftsteile verkauft werden und die Agrarsparte an die Börse gehen. Die Stilllegung weiterer Chemieanlagen in Stammwerk Ludwigshafen schließt BASF nicht aus. Auch der Essener Spezialchemiekonzern Evonik baut Stellen ab.

@ dpa.de