Konjunktur, Politik/Regierungen

Thyssenkrupp-Stahlchef dringt auf Verbesserungen fĂŒr Branche

04.02.2025 - 14:23:27

Thyssenkrupp DE0007500001-Stahlchef Dennis Grimm hat anlĂ€sslich eines Werksbesuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Duisburg bessere Bedingungen fĂŒr die Stahlindustrie gefordert.

Es sei unerlĂ€sslich, dass unmittelbar nach der Bundestagswahl die politischen EntscheidungstrĂ€ger rasch Rahmenbedingungen fĂŒr eine zukunftsfeste und wettbewerbsfĂ€hige Stahlindustrie schĂŒfen, erklĂ€rte Grimm laut einer Mitteilung der Thyssenkrupp-Stahlsparte. In einem GesprĂ€ch mit Scholz habe der Vorstand mit Nachdruck auf "dringenden politischen Handlungsbedarf" hingewiesen.

Die erforderlichen Instrumente seien seit langem bekannt. Grimm nannte unter anderem wettbewerbsfĂ€hige Energiekosten und einen Handelsschutz auf europĂ€ischer Ebene. Die hiesige Stahlproduktion sei eine wesentliche Grundlage der industriellen Wertschöpfung, betonte der Stahlmanager. "Sie sichert geostrategische UnabhĂ€ngigkeit und Wohlstand fĂŒr unser Land und fĂŒr Europa."

Thyssenkrupp Steel ist Deutschlands grĂ¶ĂŸter Stahlhersteller und gehört zum Industriekonzern Thyssenkrupp. Die Sparte steht vor einem erheblichen Umbau, unter anderem soll die ProduktionskapazitĂ€t deutlich verringert werden. Von den 27.000 Stellen sollen 11.000 wegfallen oder ausgegliedert werden. Einzelheiten dazu sind noch offen.

Man habe dem Bundeskanzler auch die Kerninhalte des industriellen Konzepts erlĂ€utert, so Grimm weiter. Er sprach von "konsequenten Maßnahmen", um das Unternehmen wettbewerbsfĂ€hig zu machen. "Der Weg dahin wird harte Einschnitte bringen, aber wir werden ihn mit Augenmaß und sozialer Verantwortung gehen."

Am Ziel einer klimaneutralen Stahlproduktion halte man fest, erklĂ€rte Grimm weiter. "Wir werden unsere erste Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg fertigstellen", versprach er. "GrĂŒner Stahl ist das GeschĂ€ftsmodell der Zukunft." Die Anlage zur klimaschonenderen Stahlherstellung soll zwei Hochöfen ersetzen. Sie kostet rund drei Milliarden Euro. Zwei Milliarden davon kommen von Bund und Land NRW. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

@ dpa.de | DE0007500001 KONJUNKTUR