Thyssenkrupp-Chef, Investor

Thyssenkrupp-Chef: Ohne Investor muss HKM schließen

25.02.2025 - 05:00:00

Thyssenkrupp-Vorstandschef Miguel LĂłpez hat die PlĂ€ne zur Schließung der Duisburger HĂŒttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) bekrĂ€ftigt, sollte sich kein Investor fĂŒr den Stahlstandort mit rund 3.000 BeschĂ€ftigten finden.

"Ein Verkauf der HKM wird von uns absolut favorisiert. Wir haben aber immer wieder klar geĂ€ußert: Wenn ein Verkauf nicht gelingt, werden wir das Werk schließen mĂŒssen", sagte LĂłpez der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). Die Hoffnungen auf eine Rettung der HĂŒttenwerke durch einen Einstieg des Hamburger Investors CE Capital hatten sich vor wenigen Tagen zerschlagen. Der Kaufinteressent habe die GesprĂ€che ĂŒber einen Erwerb der HKM abgebrochen, erklĂ€rte Deutschlands grĂ¶ĂŸter Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel.

"Wir bedauern sehr, dass der potenzielle Investor die GesprĂ€che ĂŒber einen Einstieg bei HKM beendet hat", sagte LĂłpez der WAZ. Zur Frage, ob Thyssenkrupp Steel die HKM-BeschĂ€ftigten auffangen könne, sollte es zu einer Schließung des Standorts kommen, sagte LĂłpez: "Vom Grundsatz her wird das schwierig. Auch mit Blick auf diese Frage wird es einen sehr intensiven Dialog mit den Arbeitnehmervertretern geben - und eine Suche nach geeigneten Lösungen." Thyssenkrupp treibt die PlĂ€ne fĂŒr einen Börsengang seiner Marine-Sparte voran. "Wir wollen den Börsengang noch im Kalenderjahr 2025 vollziehen. DafĂŒr bereiten wir auch eine außerordentliche Hauptversammlung vor", sagte LĂłpez. "Wir wollen Marine-Aktien ausgeben, die unsere AktionĂ€re direkt in ihr Depot gebucht bekommen. Klar ist: Thyssenkrupp behĂ€lt die Mehrheit, also mindestens 51 Prozent." Mit Blick auf das Marine-GeschĂ€ft, zu dem auch der Bau von U-Booten gehört, sagte LĂłpez der WAZ: "Das ist eine fantastische Geschichte." Bei nichtnuklearen U-Booten sei Thyssenkrupp WeltmarktfĂŒhrer. "Unsere AuftragsbĂŒcher sind voll", erklĂ€rte LĂłpez. Thyssenkrupp sei zur Zukunft der Marine-Sparte in regelmĂ€ĂŸigen GesprĂ€chen mit der Bundesregierung. "Ein Börsengang ist nicht nur fĂŒr uns ein wichtiger Schritt, sondern auch strategisch relevant fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland mit Blick auf eine mögliche Zusammenarbeit im europĂ€ischen RĂŒstungssektor", sagte der Thyssenkrupp-Chef.

@ dts-nachrichtenagentur.de