Marinesparte von Thyssenkrupp soll selbststÀndig werden
08.08.2025 - 04:00:37Beim Industriekonzern Thyssenkrupp geht es am Freitag um die VerselbststĂ€ndigung von Deutschlands gröĂter Marinewerft TKMS (Thyssenkrupp Marine Systems). Bei einer auĂerordentlichen Hauptversammlung entscheiden die AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re darĂŒber, wie die Marineschiffbau-Sparte kĂŒnftig aufgestellt wird. Die Versammlung findet online statt.
Nach den PlĂ€nen von Management und Aufsichtsrat soll TKMS kĂŒnftig von einer neuen Holding-Gesellschaft gehalten werden, an der der Mutterkonzern mit 51 Prozent die Mehrheit hĂ€lt. Die ĂŒbrigen 49 Prozent der TKMS-Aktien sollen an die Thyssenkrupp-AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re ĂŒbertragen werden - im VerhĂ€ltnis ihrer Beteiligung. Sie wĂŒrden damit zu unmittelbaren Anteilseignern von TKMS. Die Aktien sollen anschlieĂend an der Börse notiert werden. Dies soll noch dieses Jahr geschehen.
TKMS bekommt direkten Zugang zum Kapitalmarkt
Mit dem sogenannten Spin-Off soll die Sparte laut Thyssenkrupp-Chef Miguel LĂłpez eine gröĂere unternehmerische Freiheit bekommen, um besser wachsen zu können. «TKMS bekommt direkten Zugang zum Kapitalmarkt und kann Investitionen in neue Technologien und MĂ€rkte aus eigener Kraft vorantreiben», heiĂt es in der vorab veröffentlichten Rede des Vorstandsvorsitzenden. Zudem mache die Börsennotierung den Wert des Unternehmens nach auĂen sichtbar.
Thyssenkrupp plant in den kommenden Jahren einen grundlegenden Konzernumbau. Neben der Marinesparte sollen auch die anderen vier Sparten eigenstĂ€ndig aufgestellt und fĂŒr die Beteiligung Dritter geöffnet werden. AuĂer bei Stahl will Thyssenkrupp die Mehrheit an den GeschĂ€ften halten. Bei Stahl ist ein 50:50-Gemeinschaftsunternehmen mit der EP Group des tschechischen Unternehmers Daniel Kretinsky geplant. 20 Prozent hĂ€lt EPG bereits.Â
TKMS-Auftragsbestand liegt bei ĂŒber 18 Milliarden Euro
TKMS ist WeltmarktfĂŒhrer fĂŒr nicht-nuklear betriebene U-Boote, baut aber auch Fregatten und Korvetten. Der Auftragsbestand ist laut LĂłpez seit Ende September um mehr als 50 Prozent gewachsen auf zurzeit mehr als 18 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschĂ€ftigte Ende MĂ€rz rund 8.200 Menschen. Es hat seinen Sitz in Kiel. Vorstandschef ist der frĂŒhere Thyssenkrupp-Arbeitsdirektor Oliver Burkhard.
Thyssenkrupp gilt mit seinen Sparten Stahl, Marineschiffbau und Werkstoffhandel als fĂŒhrend in Deutschland. Das Unternehmen ist auĂerdem in den Bereichen Autoteile und grĂŒne Anlagenbau-Technologien tĂ€tig. Ende MĂ€rz beschĂ€ftigte der Konzern weltweit knapp 95.600 Menschen.


