Toyota, Produktionsausfall

Technisches Problem stoppt Produktion von Toyota in Japan

29.08.2023 - 13:10:46

Toyota fĂ€hrt Rekordgewinne ein, wird jetzt aber erneut von technischen Problemen gebremst. Schnell kommt die BefĂŒrchtung auf, es könnte sich um einen Cyberangriff handeln.

Beim japanischen Autoriesen Toyota haben technische Probleme zu einem kompletten Produktionsausfall in Japan gefĂŒhrt. Schuld sei ein Fehler im System zur Verwaltung der Teilebestellung, weshalb die fĂŒr die Produktion erforderlichen Teile nicht mehr beschafft werden könnten, gab der Volkswagen-Rivale bekannt. Wann die Störung behoben sein wird, kann Toyota noch nicht absehen.

Der Vorfall löste BefĂŒrchtungen aus, dass Toyota Ziel eines Cyberangriffs sein könnte. Ein Sprecher sagte jedoch, dass dies eher unwahrscheinlich sei. Es laufe eine Untersuchung. Die Aktie von Toyota gab leicht um 0,2 Prozent nach und schloss bei 2431,5 Yen.

Durch das technische Problem wurde zunĂ€chst der Betrieb in zwölf der 14 Montagewerke von Toyota in Japan unterbrochen. Im spĂ€teren Tagesverlauf stellte der Konzern dann auch den Betrieb im Miyata-Werk in der sĂŒdwestlichen PrĂ€fektur Fukuoka sowie im Werk des zur Toyota-Gruppe gehörenden Kleinwagenspezialisten Daihatsu in Kyoto ein. Damit sind alle 28 Fahrzeugmontagelinien in Japan betroffen. Die Fabriken, die dasselbe technische System verwenden, konnten ab dem Morgen (Ortszeit) keine AuftrĂ€ge fĂŒr Fahrzeugteile mehr bearbeiten.

Cyberangriff auf Zulieferer stoppte im MĂ€rz Produktion

Toyota hatte erst im MĂ€rz vergangenen Jahres alle seine Werke schließen mĂŒssen, nachdem sein inlĂ€ndischer Zulieferer Kojima Industries einen durch einen Cyberangriff verursachten Systemausfall erlitten hatte. Auch dabei waren alle 28 Produktionslinien von Toyota in den 14 Fabriken betroffen, was die Produktion von etwa 13.000 Fahrzeugen beeintrĂ€chtigte. Der Konzern war außerdem gezwungen, im Juli einen Teil seines Betriebs vorĂŒbergehend einzustellen, nachdem ein Cyberangriff auf ein Computersystem im Hafen von Nagoya, einem Drehkreuz von Toyota, die Hafendienste zwei Tage unterbrochen hatte.

Spannungen zwischen Japan und China

Seit einigen Tagen sind japanische Unternehmen Ziel einer Flut von Protestanrufen aus China, nachdem die Regierung in Tokio vergangenen Donnerstag mit der umstrittenen Einleitung aufbereiteten KĂŒhlwassers aus der Atomruine Fukushima ins Meer begonnen hat. Das Problem ist so ernst, dass der Betrieb der betroffenen Unternehmen stark beeintrĂ€chtigt ist. Im vergangenen Jahr verzeichnete Japan eine Rekordzahl von mehr als 12.000 polizeilich aufgedeckten FĂ€llen von CyberkriminalitĂ€t, 160 mehr als im Vorjahr. Allein die Zahl der Ransomware-Angriffe stieg um 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Toyota hatte im ersten Quartal des laufenden GeschĂ€ftsjahres einen Rekordgewinn eingefahren. Der Nettogewinn stieg in den drei Monaten von April bis Juni um 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 1,3 Billionen Yen (rund 8,3 Milliarden Euro). Toyota profitierte dabei vom schwachen Yen. Hinzu kam eine starke Nachfrage. Der VW-Rivale hielt bei der Bekanntgabe der Zahlen an seiner Prognose fĂŒr das gesamte GeschĂ€ftsjahr unverĂ€ndert fest. Unter dem Strich wird ein Gewinn von 2,58 Billionen Yen erwartet, ein Plus von 5,2 Prozent.

@ dpa.de