ROUNDUP, USA

USA leisten trotz Not in Gaza weiter MilitÀrhilfe an Israel

13.11.2024 - 06:50:02

Trotz der katastrophalen humanitĂ€ren Lage im Gazastreifen will die US-Regierung weiterhin militĂ€rische UnterstĂŒtzung an Israel leisten.

Auch nach Ablauf der von ihr gesetzten Frist zur Verbesserung der Situation in dem abgeriegelten KĂŒstenstreifen an diesem Mittwoch werde die MilitĂ€rhilfe vorerst nicht eingeschrĂ€nkt, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Vedant Patel, auf Nachfrage von Journalisten in Washington.

Die US-Regierung hatte Israel Mitte Oktober aufgefordert, die humanitĂ€re Lage im Gazastreifen innerhalb von 30 Tagen erheblich zu verbessern. Andernfalls drohe ein Verstoß gegen US-Gesetze zur militĂ€rischen UnterstĂŒtzung - was auch die amerikanische MilitĂ€rhilfe fĂŒr Israel gefĂ€hrden könnte. "Wir haben nicht festgestellt, dass sie gegen das US-Recht verstoßen. Wir werden das jedoch weiterhin beobachten und genau aufpassen", erklĂ€rte Patel.

Israel habe wichtige Schritte zur Verbesserung der humanitĂ€ren Lage im Gazastreifen unternommen, teilte das US-Außenministerium mit. So sei der GrenzĂŒbergang Erez fĂŒr Hilfslieferungen geöffnet worden, zudem solle auch der GrenzĂŒbergang in Kissufim wieder öffnen. Internationale Hilfsorganisationen widersprachen der Darstellung. "Die Menschen in Gaza werden ausgehungert", hieß es in einem gemeinsamen Bericht von acht Organisationen, darunter Oxfam und Care.

Hilfsorganisationen warnen vor Hungersnot im Gazastreifen

Die Lage der Menschen in dem KĂŒstenstreifen habe sich seit Beginn des Krieges der israelischen StreitkrĂ€fte gegen die islamistische Hamas vor ĂŒber einem Jahr immer weiter verschlechtert, schrieben die Hilfsorganisationen. Die Infrastruktur sei weitgehend zerstört, es fehle an Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten, fast zwei Millionen Menschen seien vertrieben worden. Israel komme seiner Verpflichtung, die Situation zu verbessern, nicht nach. Rund 800.000 Menschen im Gazastreifen leben den Hilfsorganisationen zufolge unter Bedingungen, die einer Hungersnot nahekommen.

Besonders im Norden des KĂŒstenstreifens sei die Lage verheerend. Das gesamte Gebiet sei zur Kampfzone erklĂ€rt worden. "Die gesamte palĂ€stinensische Bevölkerung im nördlichen Gazastreifen befindet sich unmittelbarer Gefahr, an Krankheiten, Hunger und Gewalt zu sterben", hieß es in der Bewertung der Hilfsorganisationen. Unter anderem sei Israel weit davon entfernt, die von den USA geforderten 350 Lkw mit Hilfslieferungen pro Tag in den Gazastreifen zu lassen. Zuletzt seien durchschnittlich 42 Lastwagen in den KĂŒstenstreifen gefahren. Vor Beginn des Gazakriegs im Oktober 2023 waren tĂ€glich etwa 500 Lkw im Gazastreifen angekommen.

Trump macht Immobilieninvestor zum Sondergesandten fĂŒr den Nahen Osten

Der kĂŒnftige US-PrĂ€sident Donald Trump schlĂ€gt erste Pflöcke fĂŒr seine Nahost-Politik ein. Er nominierte den frĂŒheren Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, als US-Botschafter in Israel. Der ehemalige Pastor gilt als lautstarker UnterstĂŒtzer Israels. Er stellte sich in der Vergangenheit hinter den Siedlungsbau der israelischen Regierung im Westjordanland. Trump hat im Wahlkampf angedeutet, die US-Außenpolitik stĂ€rker auf die Interessen Israels ausrichten zu wollen. Zudem ernannte er den Immobilieninvestor und Wahlkampfspender Steven Witkoff zum Sondergesandten fĂŒr den Nahen Osten. Der regelmĂ€ĂŸige Golf-Partner von Trump verfĂŒgt Medienberichten zufolge ĂŒber keine diplomatische Erfahrung oder besondere Kenntnisse ĂŒber den Nahen Osten.

US-MilitÀr greift Milizen im Jemen und in Syrien an

Das US-MilitĂ€r griff Stellungen proiranischer Milizen im Jemen und in Syrien an. Am Wochenende seien Luftangriffe auf mehrere Waffenlager der Huthi-Rebellen im Jemen geflogen worden, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. "Dort lagerten zahlreiche fortschrittliche konventionelle Waffen, die von den vom Iran unterstĂŒtzten Huthis gegen US-amerikanische und internationale militĂ€rische und zivile Schiffe eingesetzt wurden, die in internationalen GewĂ€ssern im Roten Meer und im Golf von Aden unterwegs waren", sagte Pentagon-Sprecher Pat Ryder.

In Syrien griff das US-MilitĂ€r ein Waffenlager und ein Logistikzentrum einer proiranischen Miliz an, wie das US-Zentralkommando (Centcom) mitteilte, das unter anderem fĂŒr den Nahen Osten zustĂ€ndig ist. Der Angriff sei eine Reaktion auf Attacken auf US-Truppen in Syrien. "Wir haben deutlich gemacht, dass Angriffe auf US-Personal sowie Einheiten und Einrichtungen unserer Partner nicht toleriert werden", sagte Centcom-Kommandeur Michael Erik Kurilla.

Tote nach Angriffen in Israel und im Libanon

In Israel und dem Libanon gab es nach gegenseitigen Angriffen erneut Tote. In Nordisrael seien zwei MĂ€nner nach einem Raketeneinschlag in der Gegend der KĂŒstenstadt Naharija ums Leben gekommen, meldeten der israelische Rettungsdienst Magen David Adom und die israelische Polizei. Im Libanon wurden bei israelischen Angriffen in verschiedenen Gebieten nach Behördenangaben mindestens 33 Menschen getötet. Allein bei einem Angriff in Dschun im SĂŒden des Landes kamen demnach 15 Menschen ums Leben. Unter den Opfern seien acht Frauen und vier MinderjĂ€hrige gewesen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, dass dort ein WohngebĂ€ude getroffen worden sei, in dem Vertriebene Zuflucht gesucht hĂ€tten.

@ dpa.de