Frankreichs, Regierung

Frankreichs Regierung hÀlt nach Schlappe an Immigrationsgesetz fest

12.12.2023 - 13:42:22

Trotz einer Niederlage in der Nationalversammlung hÀlt Frankreichs Regierung an ihrem umstrittenen Immigrationsgesetz fest.

So schnell wie möglich solle eine Kommission aus Senatoren und Abgeordneten einberufen werden, um einen Kompromiss zu finden, sagte Regierungssprecher Olivier Véran am Dienstag in Paris. Betont entspannt wies er darauf hin, dass eine solche Kommission normaler Bestandteil des Gesetzgebungsprozesses sei.

Am Montag hatte eine knappe Mehrheit der Abgeordneten in der Nationalversammlung den Gesetzesentwurf der Mitte-Regierung zur Immigration noch vor der Plenardebatte abgewiesen. FĂŒr die Regierung war dies eine Blamage. Innenminister GĂ©rald Darmanin bot seinen RĂŒcktritt an, was PrĂ€sident Emmanuel Macron ablehnte.

Neben linken KrĂ€ften hatten auch Konservative und Rechtsnationale den Antrag der GrĂŒnen in der Nationalversammlung gestĂŒtzt. Regierungssprecher VĂ©ran meinte: "Es ist keine Vorschlagsmehrheit, die sich gefunden hat, sondern eine Ablehnungsmehrheit."

Seit der Parlamentswahl im Juni 2022 hat das Mitte-Lager von Macron in der französischen Nationalversammlung keine absolute Mehrheit mehr und ist fĂŒr seine Vorhaben auf Stimmen der Opposition angewiesen. WĂ€hrend VĂ©ran betonte, dass seitdem bereits Dutzende Texte verabschiedet wurden, gibt es Berichten zufolge auch innerhalb des Regierungslagers nun Zweifel, wie kĂŒnftig Mehrheiten in der Parlamentskammer gefunden werden sollen.

Das Gesetz, mit dem die Regierung gegen irregulĂ€re Migration vorgehen und Integration verbessern will, könnte bei den GesprĂ€chen in der Kommission weiter nach rechts rĂŒcken. Als Diskussionsgrundlage wird die vom mehrheitlich konservativ geprĂ€gten Senat verabschiedete und bereits verschĂ€rfte Version des Textes dienen. Französische Medien zeichneten einen Spagat auf, den die Regierung in diesem Fall zwischen ihrem eigenen linken FlĂŒgel und den konservativen RĂ©publicains schaffen mĂŒsste, um den Text durchzubekommen.

@ dpa.de