ROUNDUP, Zuwanderung

Zuwanderung nach Deutschland lÀsst nach - Bevölkerung wÀchst dennoch

25.01.2024 - 14:09:33

Trotz geringerer Zuwanderung nach Deutschland wÀchst die Bevölkerung einer SchÀtzung des Statistischen Bundesamtes zufolge an.

In der Summe lebten zum Jahreswechsel mindestens 84,7 Millionen Menschen hierzulande, wie die Wiesbadener Behörde am Donnerstag mitteilte.

Die sogenannte Nettozuwanderung - der Saldo aus Zu- und FortzĂŒgen - war laut Destatis auch im Jahr 2023 die alleinige Ursache des Bevölkerungswachstums. "Wie in allen Jahren seit der deutschen Vereinigung fiel die Bilanz der Geburten und SterbefĂ€lle auch 2023 negativ aus, da erneut mehr Menschen starben als geboren wurden", erklĂ€rten die Fachleute.

SchĂ€tzungsweise seien 680 000 bis 710 000 Menschen mehr nach Deutschland gekommen, als ins Ausland fortgezogen seien. Im Vergleich zu den Jahren mit besonders starker Zuwanderung von GeflĂŒchteten 2015 (netto 1,14 Millionen) und 2022 (1,46 Millionen) war die Zuwanderung 2023 damit deutlich geringer.

Im langfristigen Kontext war sie laut Destatis allerdings auf hohem Niveau und vergleichbar nur mit den Jahren 1991 (603 000) und 1992 (782 000), "als viele SpĂ€taussiedlerinnen und SpĂ€taussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion sowie KriegsflĂŒchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland kamen."

Zugleich seien auch die Geburtenzahl und die Zahl der SterbefĂ€lle zurĂŒckgegangen. Ausgehend von den bereits vorliegenden Meldungen der StandesĂ€mter sank die Zahl der Geburten vom Jahr 2022 auf 2023 um etwa sieben Prozent, sodass "mit 680 000 bis 700 000 Geborenen zu rechnen" sei, wie es vom Statistischen Bundesamt weiter hieß (2022: 738 819). Die Zahl der Gestorbenen sei um rund vier Prozent auf etwa 1,02 Millionen gesunken (2022: 1,07 Millionen).

Aus der SchÀtzung der Geburten- und SterbefÀlle ergibt sich ein Geburtendefizit (Differenz zwischen Geburten und SterbefÀllen) von mindestens 320 000. Dies entspricht etwa dem Niveau des Vorjahres (328 000) und ist deutlich höher als im gesamten Zeitraum von 1991 bis 2021.

"Wie 2022 war auch 2023 die Zuwanderung im langfristigen Vergleich sehr hoch. Die Zugewinne bei der Bevölkerungszahl erklĂ€ren sich durch die ĂŒberdurchschnittliche Zuwanderung", kommentierte Sebastian KlĂŒsener vom Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) auf dpa-Anfrage die Entwicklung.

Auch der Alterungsprozess setze sich fort: Babyboomer - also Angehörige geburtenstarker JahrgĂ€nge - erreichen das Rentenalter. "Damit kommen in den nĂ€chsten 10 bis 15 Jahren Herausforderungen auf die Sozialversicherungssysteme, den Arbeitsmarkt und uns alle zu." Die Geburtenrate wirkt sich laut KlĂŒsener dĂ€mpfend auf die Bevölkerungsentwicklung aus. In Deutschland wĂŒrden die Geburtenraten allerdings aktuell weniger stark sinken, als das in vielen anderen westeuropĂ€ischen LĂ€ndern der Fall sei.

@ dpa.de