LĂ€nder halten trotz D-Ticket an meisten Bahnstrecken fest
03.09.2024 - 06:17:33Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Schleswig-Holstein hatte im Juni Streichungen angekĂŒndigt: Man mĂŒsse sparen und könne den Schienennahverkehr ab 2025 nicht vollstĂ€ndig aufrechterhalten, hieĂ es - zwei Prozent der Verkehrsleistungen auf der Schiene wĂŒrden gestrichen. Ziel sei es, die LĂŒcke in den nĂ€chsten Jahren wieder zu schlieĂen.
Streit ums Geld zwischen Bund und LĂ€ndern
Anderswo ist es so weit bislang nicht gekommen - doch der Kostendruck ist groĂ: Der Streit zwischen Bund und LĂ€ndern, wer wie viel fĂŒr das Deutschlandticket zuschieĂen soll, schwelt seit langem.
In Niedersachsen ist das letzte Wort zu den Verbindungen noch nicht gesprochen: Der Nahverkehr lĂ€uft dort ĂŒber drei VerkehrsverbĂ€nde. Zwei davon planen keine Reduzierung des Angebots. Einer, die Landesnahverkehrsgesellschaft, prĂŒft, ob wegen einer angespannten Finanzlage ab Ende 2025 Fahrten abbestellt werden mĂŒssen. Das Verkehrsministerium betont, man wolle keine Verbindungen streichen.
Noch halten die meisten LĂ€nder an Streckennetz fest
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) teilte mit, man könne dies bislang nicht seriös absehen. LĂ€nder wie ThĂŒringen und Mecklenburg-Vorpommern planen bislang auch keine Streichungen, schlagen aber wegen der Finanzen Alarm.
"Der Bund muss seine Verantwortung fĂŒr ein leistungsfĂ€higes Schienennetz auch bei angespannter Haushaltslage wahrnehmen. Wenn sich Reisen, Pendeln und auch der GĂŒterverkehr zu stark verteuern, wird es nicht gelingen, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern", sagte etwa Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter fĂŒgte hinzu: "Noch stehen in Bayern keine Angebotsstreichungen im Schienenpersonennahverkehr auf der Tagesordnung, aber wir mĂŒssen dazu enorme finanzielle KlimmzĂŒge und Umschichtungen machen." Stocke der Bund die Mittel nicht auf, werde man langfristig zu Abstrichen gezwungen sein.
In NRW drohen keine akuten Streichungen
In Nordrhein-Westfalen ist der Schienennahverkehr aufgrund finanzieller Zusagen durch das Land NRW bis Ende 2025 gesichert. "Es drohen also derzeit keine akuten Abbestellungen aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln", betont ein Sprecher der drei zustĂ€ndigen ZweckverbĂ€nde. Ab 2026 sehe es aktuell so aus, dass die bislang eingeplanten Mittel dann bei weitem nicht mehr ausreichen wĂŒrden - auch fĂŒr das bestehende Angebot nicht. "Vom politisch anvisierten Ausbau des Angebots ganz zu schweigen. Hier werden dringend weitere Gelder benötigt."
Welche Rolle die angekĂŒndigte Erhöhung der Trassenentgelte spiele, sei noch offen. Die geplante Anhebung befinde sich noch in einem Planungsstand, der sowohl eine juristische Betrachtung als auch eine KlĂ€rung auf bundes- und europapolitischer Ebene erfordere. "Bis zur endgĂŒltigen KlĂ€rung des Sachverhalts können wir uns an Spekulationen zu etwaigen finanziellen oder betrieblichen Auswirkungen nicht beteiligen."
Auch Baden-WĂŒrttemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt planen bislang keine Streichungen. Gleiches gilt fĂŒr Hamburg, das aber indirekt von Streichungen bei den Nachbarn betroffen ist.
Preis des Tickets wird steigen
Derzeit kostet das Deutschlandticket, mit dem bundesweit und unbegrenzt Busse und Bahnen des Regional- und Nahverkehrs genutzt werden können, 49 Euro pro Monat. FĂŒr das kommende Jahr haben die Verkehrsminister der LĂ€nder allerdings eine Preiserhöhung angekĂŒndigt.

