PrÀsident, Trump

PrÀsident Trump bringt neue weitreichende Zölle auf den Weg

13.02.2025 - 20:09:11

Trump will die AufschlĂ€ge dort anheben, wo andere LĂ€nder höhere Zölle auf US-GĂŒter erheben als umgekehrt. Doch ihm geht es auch um andere Handelsbarrieren. Deutschland ist ebenfalls im Visier.

  • Trump nutzt Zölle als Druckmittel. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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  • rump will die AufschlĂ€ge dort anheben, wo andere LĂ€nder höhere Zölle auf US-GĂŒter erheben als umgekehrt.  - Foto: Ben Curtis/AP/dpa

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Trump nutzt Zölle als Druckmittel. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dparump will die AufschlĂ€ge dort anheben, wo andere LĂ€nder höhere Zölle auf US-GĂŒter erheben als umgekehrt.  - Foto: Ben Curtis/AP/dpa

US-PrÀsident Donald Trump bringt eine neue Runde weitreichender Zölle auf den Weg. Es handle sich um wechselseitige Zölle auf Waren aus diversen LÀndern, teilte der Republikaner mit und unterschrieb eine entsprechende Anordnung. Die Details sollen demnach innerhalb der kommenden Monate ausgearbeitet werden. 

Wechselseitige, sogenannte reziproke Zölle bedeuten im Prinzip, dass die USA ĂŒberall dort Zölle anheben, wo sie derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner. Trump hatte in der Vergangenheit betont, mit diesen Zöllen das Handelsungleichgewicht korrigieren zu wollen und warf anderen LĂ€ndern vor, die Vereinigten Staaten unfair zu behandeln.

Das Weiße Haus machte vorab deutlich, noch andere Handelshemmnisse ins Visier zu nehmen. Dazu gehörten Steuern fĂŒr amerikanische Unternehmen, wie Mehrwertsteuern, staatliche Subventionen oder Vorschriften, die US-Unternehmen daran hinderten, im Ausland GeschĂ€fte zu machen. 

Trump offen fĂŒr Verhandlungen

Die neuen Zölle werden nicht sofort in Kraft treten. Stattdessen haben die zustĂ€ndigen Behörden 180 Tage Zeit, um die betroffen Staaten zu identifizieren und auf dieser Grundlage lĂ€nderspezifische Zölle zu verhĂ€ngen, wie ein hochrangiger Berater Trumps sagte. Dabei nehme man sich zuerst die LĂ€nder mit dem höchsten Handelsdefizit vor. Die betroffenen LĂ€nder seien dazu eingeladen, mit US-PrĂ€sident Trump zu verhandeln, um die US-Zölle noch abzuwenden. Zölle könnten aber auch vor Ablauf der Frist in Kraft treten, so der Berater. Die Behörden wĂŒrden im «Trump-Tempo» arbeiten. 

Es spiele bei den geplanten Zölle keine Rolle, ob es sich um strategische Konkurrenten wie China oder um VerbĂŒndete wie die EuropĂ€ische Union oder Japan oder Korea handele, betonte der Trump-Berater. «Seit vielen Jahren werden die Vereinigten Staaten von ihren Handelspartnern, ob Freund oder Feind, unfair behandelt», heißt es ihm zufolge in der Anordnung. Das Handelsdefizit bedrohe die nationale Sicherheit der USA.

Ärger im Weißen Haus ĂŒber Mehrwertsteuer in EU-Staaten

Die US-Regierung verwies nun beim Thema Handelsdefizit mit der EuropĂ€ischen Union erneut auf Autos. Über die Importzölle zeigt sich Trump regelmĂ€ĂŸig erbost. Es werden Zölle in Höhe von 2,5 Prozent auf dem Weg in die USA fĂ€llig - aber 10 Prozent auf dem Weg nach Europa. Doch bei den in den USA beliebten Pickups und Nutzfahrzeugen beispielsweise sind die US-Zölle sehr viel höher. 

Der hochrangige Regierungsvertreter betonte jedoch auch, dass man sich in Washington auch ĂŒber die Mehrwertsteuer Ă€rgere, der Autoimporte aus den USA zusĂ€tzlich unterlĂ€gen. Diese variiert je nach EU-Mitgliedstaat - in Deutschland liegt sie bei 19 Prozent. Dass Deutschland deutlich mehr Autos in die USA verkaufe als andersherum, liege ganz sicher nicht an mangelnder «amerikanischer Handwerkskunst oder QualitĂ€t», so der hochrangige Regierungsberater. Das sei Merkantilismus. «PrĂ€sident Trump wird das nicht lĂ€nger hinnehmen.» 

Die Zollunterschiede mit der EuropĂ€ischen Union sehen Fachleute in den meisten Bereichen als eher klein an. Die große Ausnahme ist der Agrarbereich, wo die EU-Zölle teils deutlich höher sind als in den USA - insbesondere auf Milchprodukte, Fleisch und Zucker oder GeflĂŒgel. Zu beachten sind hier auch unterschiedliche Standards und Importvorgaben. Auch Textilien und Bekleidung aus den USA unterliegen in Europa meist etwas höheren Zöllen als umgekehrt - der Unterschied ist aber teils geringfĂŒgig. Andersherum sind Zölle auf Kunststoffe, Chemikalien, Kunstwerke und AntiquitĂ€ten in den USA teilweise höher als in der EuropĂ€ischen Union. 

Zölle als Druckmittel

Fachleute gehen davon aus, dass die USA am hĂ€rtesten von weitreichenden Ausgleichszöllen getroffen wĂŒrden, sollten diese tatsĂ€chlich in Kraft treten - und nicht vorab in Verhandlungen abgewendet werden. US-Unternehmen dĂŒrften die höheren Kosten auf die Verbraucher umschlagen - das heizt die Inflation an.

Trump setzt dennoch immer wieder auf Zölle. Er nutzt die Strafmaßnahme auch als Druckmittel, um in Verhandlungen mit anderen LĂ€ndern politische Erfolge zu erzielen. Der Republikaner hat gerade erst Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte in die Vereinigten Staaten auf den Weg gebracht.

Anfang Februar konnte ein nordamerikanischer Handelskrieg mit ungewissen Folgen fĂŒr die Weltwirtschaft gerade noch abgewendet werden. Trump ließ sich nur wenige Stunden vor dem Inkrafttreten angedrohter Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren aus Mexiko und Kanada auf ZugestĂ€ndnisse der Nachbarn vor allem bei der Grenzsicherung ein. DafĂŒr schob er die HandelsbeschrĂ€nkungen fĂŒr mindestens 30 Tage auf. Neue Zölle gegen China blieben dagegen in Kraft.

@ dpa.de