ROUNDUPIran-Krieg, Grönland-Abkommen

Trumps Agenda in New York

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 07:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-PrĂ€sident Donald Trump inszeniert sich auf internationaler BĂŒhne gern als Friedensstifter - doch bei seiner Rede zum Auftakt der UN-Generaldebatte heute in New York wird dieses Bild besonders vom Iran-Krieg ĂŒberschattet.

Wie wird sich Trump in der wichtigsten UN-Woche des Jahres zu dem Krieg Ă€ußern, den er vor fast sieben Monaten gemeinsam mit Israel begann? Und wird ein Treffen des PrĂ€sidenten mit den Golfstaaten am Rande der UN-Veranstaltung Bewegung in den festgefahrenen Konflikt bringen? Das sind nur zwei von vielen Fragen, die sich zu Beginn der Generaldebatte stellen.

Neben dem Iran-Krieg dĂŒrfte in New York auch ein Fokus auf dem russischen Krieg gegen die Ukraine liegen - sowie auf der erwarteten Unterzeichnung eines Abkommens im Grönland-Streit, zu dem bislang wenig bekannt ist.

Iran-Krieg lÀsst Trump nicht los

Trump wollte den Iran-Krieg eigentlich auf wenige Wochen begrenzen. Mehr als ein halbes Jahr spÀter lÀsst sich sagen: Eine dauerhafte Beilegung ist noch immer nicht in Sicht. Zwar kommt Irans PrÀsident Massud Peseschkian laut iranischen Medien auch nach New York, zu einem möglichen GesprÀch mit Trump wurde zunÀchst aber nichts bekannt.

Der grĂ¶ĂŸte Streitpunkt zwischen Washington und Teheran ist aktuell die Kontrolle um die umkĂ€mpfte Straße von Hormus. Der Iran brachte den Schiffsverkehr in der fĂŒr den internationalen Ölhandel wichtigen Meerenge schon kurz nach Kriegsbeginn mit Drohungen und Angriffen faktisch zum Erliegen. Weltweit stiegen daraufhin die Öl- und Treibstoffpreise - eine Kriegsfolge, die viele der in New York anwesenden Staats- und Regierungschefs betrifft.

Der Iran reagierte seit Kriegsbeginn Ende Februar zudem immer wieder mit Gegenangriffen in der Region. Von Trumps heutigem Treffen mit Vertretern der Golfstaaten, die von den Folgen des Krieges besonders betroffen sind, erwarten Experten keinen Durchbruch. Im vergangenen Jahr wurde eine Begegnung im Rahmen der wichtigen UN-Woche allerdings zum Ausgangspunkt fĂŒr Trumps Plan zur Befriedung des Gaza-Konflikts. Damals beriet der US-PrĂ€sident in New York mit Vertretern mehrerer arabischer und islamischer Staaten ĂŒber ein Ende des Krieges zwischen der islamistischen PalĂ€stinenserbewegung Hamas und Israel. Wenige Tage spĂ€ter stellte Trump seinen Gaza-Friedensplan vor.

UN-BĂŒhne als Plattform fĂŒr Einigung im Grönland-Streit

In diesem Jahr will Trump die BĂŒhne in New York auch nutzen, um eine Einigung in einem Streit zu prĂ€sentieren, den er selbst ĂŒberhaupt erst auslöste. Der US-PrĂ€sident hatte in der Vergangenheit mehrfach mit der Annexion Grönlands gedroht - und damit nicht nur den Nato-Partner DĂ€nemark brĂŒskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der weltgrĂ¶ĂŸten MilitĂ€rallianz und gegenseitigen BĂŒndnistreue geweckt. Seine BegrĂŒndung: Das zu DĂ€nemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher - und das wiederum sei eine Gefahr fĂŒr die USA.

Nach langem Streit um die strategisch bedeutsame Arktisinsel verkĂŒndeten die USA, DĂ€nemark und Grönland vor wenigen Tagen einen Durchbruch. An diesem Dienstag soll nun eine Einigung unterzeichnet werden. Trump zufolge sichern sich die USA mit der Vereinbarung weitreichende Befugnisse und Kontrolle ĂŒber die weltgrĂ¶ĂŸte Insel. Die dĂ€nische und grönlĂ€ndische Seite bestĂ€tigten die Darstellungen Trumps zu diversen Vorteilen fĂŒr die USA in dieser Form bisher nicht - und sprachen von einem Deal, der "auch gut fĂŒr die Nato und Europa ist". Entsprechend spannend wird es sein, welche Details zu dem Abkommen in New York bekanntwerden.

Trump soll Selenskyj, Burnham und RodrĂ­guez treffen

Am Rande der Generaldebatte ist an diesem Dienstag Berichten zufolge auch ein Treffen zwischen Trump und dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj verabredet. Dabei soll es unter anderem um eine mögliche Teilwaffenruhe im Krieg mit Russland gehen, die fĂŒr Angriffe auf Energieanlagen und zur See gelten wĂŒrde. Trump hatte im Wahlkampf vor seiner zweiten Amtszeit behauptet, als PrĂ€sident könne er den russischen Angriffskrieg innerhalb von 24 Stunden beenden. Bislang fĂŒhrten die VermittlungsbemĂŒhungen der USA allerdings nicht zu wirklichen Fortschritten.

In New York ist auch geplant, dass sich Trump erstmals zu zweit mit dem britischen Premierminister Andy Burnham sowie Venezuelas geschĂ€ftsfĂŒhrender PrĂ€sidentin Delcy RodrĂ­guez trifft. Das US-MilitĂ€r nahm Venezuelas autoritĂ€ren Staatschef NicolĂĄs Maduro im Januar bei einem MilitĂ€reinsatz in Caracas fest. Seither arbeitet Trumps Regierung verstĂ€rkt mit RodrĂ­guez zusammen - auch beim Zugang zu Venezuelas riesigen Ölvorkommen, die die USA zu ihren Gunsten nutzen wollen.

Was am ersten Tag der UN-Debatte noch wichtig werden könnte

Bei der Generaldebatte sollen neben Trump am ersten Tag unter anderem auch die PrĂ€sidenten der TĂŒrkei, Brasiliens und Frankreichs sprechen.

Großbritannien, Frankreich und Kanada planen zudem ein Treffen zur Zweistaatenlösung im Dauerkonflikt zwischen Israelis und PalĂ€stinensern. Die drei LĂ€nder hatten vor einem Jahr PalĂ€stina als Staat anerkannt und zuletzt weitere gemeinsame Schritte gegen den israelischen Siedlungsbau im Westjordanland angekĂŒndigt, darunter Importverbote und Sanktionen.

Insgesamt werden rund 120 Staats- und Regierungschefs zu der UN-Woche erwartet. Mindestens 1.500 bilaterale GesprĂ€che seien angefragt worden, hieß es vom UN-Generalsekretariat. Deutschland wird von Außenminister Johann Wadephul (CDU), Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (beide SPD) vertreten. Vor dem Hintergrund der Spekulationen ĂŒber einen möglichen Wechsel an der Spitze der Bundesregierung sagte Kanzler Friedrich Merz seine Reise nach New York vergangene Woche kurzfristig ab.

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