TĂV-Report 2026: Gebrauchte Elektroautos fahren in Sachen Sicherheit vorne mit
20.11.2025 - 11:00:07"Die Preise der Elektroautos sinken, wenn auch zuletzt nicht mehr so stark. Dementsprechend zieht der Markt an. Gut zu wissen, dass die Fahrzeuge genauso sicher sind wie die Verbrenner", sagt JĂŒrgen Wolz, Leiter Service Line Mobility bei der TĂV SĂD Division Mobility, und fĂŒgt hinzu: "Viele E-Autos sind sogar auf den oberen RĂ€ngen zu finden." Blick auf die Zahlen insgesamt: Die durchschnittliche Quote der erheblichen MĂ€ngel bei den 9,5 Millionen untersuchten Fahrzeugen klettert auf 21,5 Prozent, das ist ein Plus von 0,9 Prozentpunkten. Der Anteil der Modelle mit nur geringen MĂ€ngeln steigt um 0,8 Prozentpunkte an, die Zahl der Autos ganz ohne MĂ€ngel geht um 1,8 Prozent zurĂŒck, auf 66,1 Prozent, 0,5 Prozent sind verkehrsunsicher - gleiche Zahl wie im vorangegangenen TĂV-Report.
Zum schlechteren Gesamtergebnis trĂ€gt auch das zunehmende Alter der Gesamtflotte bei genauso wie das wohl monetĂ€r bedingte Aufschieben von wichtigen Reparaturen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt lag das durchschnittliche Alter der Autos hierzulande zum Jahresbeginn bei 10,6 Jahren. Gebremst wird die Relevanz fĂŒr das schlechtere Abschneiden durch höheres Alter allerdings auch dadurch, dass die Fahrzeuge inzwischen eine wesentlich höhere QualitĂ€t aufweisen.
E-Wagen-Gebrauchtmarkt zieht an
Der TĂV-Report bietet vor allem den Interessenten eines Gebrauchtwagens wichtige Hinweise. Das gilt inzwischen auch fĂŒr die wachsende Anzahl betrachteter E-Modelle. Vor diesem Hintergrund ist es interessant, dass der Gebrauchtwagenmarkt der Elektrofahrzeuge inzwischen anzieht. Die GrĂŒnde: GröĂeres Vertrauen der Verbraucher in die Technologie und vor allem weiter sinkende Preise.
QualitÀt untermauert Vertrauen
Der Blick auf die Ergebnisse der E-Fahrzeuge im TĂV-Report 2026 untermauert gröĂtenteils deren hohes Sicherheitsniveau. Ganz vorneweg, der Audi Q4 E-Tron, der bei den zwei bis drei Jahre alten Probanden auf Platz acht landet - mit einer MĂ€ngelquote von lediglich 4,0 Prozent erheblicher MĂ€ngel bei einer ordentlichen Laufleistung von durchschnittlich 42.000 Kilometern. Zum Vergleich der hybride Gesamtsieger Mazda 2: 2,9 Prozent EM mit nur 29.000 Kilometern auf der Uhr nach zwei bis drei Jahren. Hervorzuheben ist hier auch der Klassensieger bei den Minis: Der Fiat 500 E landet bei den Zwei- bis DreijĂ€hrigen auf Platz elf - mit einer EM-Quote von 4,2 und einer Laufleistung von 26.000 Kilometern. Zum Vergleich: Nur 2.000 Kilometer mehr werden vom BMW i3 gefahren. Der MĂŒnchner landet aber auf Platz 23.
MĂ€ngel meist am Fahrwerk und Licht
Der Blick auf die beanstandeten Bauteile bei Elektroautos zeigt: BemĂ€ngelt werden hauptsĂ€chlich Bauteile, die nichts mit dem Antrieb zu tun haben. Und wie immer natĂŒrlich die Beleuchtung. Die wird beim Mini-Sieger Fiat 500 E als einziges ĂŒberdurchschnittlich beanstandet, 1,5 Prozent EM beim Abblendlicht gleich beim TĂV-DebĂŒt. Wegen der schweren Batterien sind MĂ€ngel am Fahrwerk bei den E-Modellen ganz vorne mit dabei. Der Opel Corsa E hat erhebliche MĂ€ngel von 1,7 Prozent an der AchsaufhĂ€ngung bereits nach 2 bis 3 Jahren. Der gröĂere Mokka sogar 3,5 Prozent. Zu den Bremsen: Peugeot 208 E fĂ€llt auf mit erheblichen MĂ€ngeln von 2,7 Prozent bei den Bremsscheiben (2-3 Jahre). AlIe Volkswagenmodelle haben bereits in jungen Jahren Probleme bei der Funktion der FuĂbremse. Bei allen anderen MĂ€ngelgruppen schlieĂen sie allerdings durchweg ĂŒberdurchschnittlich gut ab. Ganz anders die Tesla Models 3 und Y: Der Vorvorletzte beziehungsweise Letztplatzierte stechen frĂŒh mit MĂ€ngeln an den Bremsscheiben und an der AchsaufhĂ€ngung heraus. Ăbrigens bleibt die Beleuchtung bei allen Fahrzeugen Mangel Nummer eins. Das gilt auch fĂŒr die Strombetriebenen. TĂV SĂD-Experte Wolz: "Fahrwerk, Bremsen, Licht: Die MĂ€ngellisten zeigen, dass natĂŒrlich auch die Elektroautos Wartung brauchen."
Mazda 2 ist Sieger
Die goldene Plakette 2026 erhĂ€lt der Mazda 2. Lediglich 2,9 Prozent der japanischen Hybrid-Kleinwagen, die in Frankreich produziert werden, fallen mit erheblichen MĂ€ngeln auf, wenn sie das erste Mal zur HU fahren - mit durchschnittlich 29.000 Kilometern auf der Uhr. Platz zwei teilen sich die Mercedes B-Klasse (3 Prozent, 41.000 Kilometer) und der VW T-Roc mit 3 Prozent und 37.000 Kilometern Laufstrecke. Danach folgen der Toyota Yaris Cross und BMW 1er/2er (3,2 beziehungsweise 3,3 Prozent EM). Die kleinen Bayern sind auĂerdem Sieger in der Kompaktklasse. Bestes Elektroauto folgt gleich auf dem FuĂe: Mini Cooper SE hat 3,5 Prozent erhebliche MĂ€ngel nach zwei bis drei Jahren und ist durchschnittlich 27.000 Kilometer gelaufen.
Pionier liegt hinten
Am Ende der Tabelle löst das Tesla Model Y das Tesla Model 3 ab (17,3 Prozent). Auf dem vorletzten Platz bleibt der Ford Mondeo (14,3 Prozent), Drittletzter: Das Tesla Model 3 mit 13,1 Prozent. Auch wenn die Teslas wieder auf den hinteren PlĂ€tzen landen, bleibt positiv zu erwĂ€hnen, dass beide nach zwei bis drei Jahren bereits weit mehr als 50.000 Kilometer gefahren worden sind - gerade fĂŒr ein Elektroauto eine auffĂ€llige Reichweite.
Die sind lange sicher
Beim Blick auf die Langstrecke fallen vor allem Mercedes-Modelle positiv auf. A-Klasse, B-Klasse sowie GLE und ML haben nach zehn bis elf Jahren um die 14 Prozent MĂ€ngel und die SUVs sind da schon durchschnittlich 170.000 Kilometer unterwegs. Aber man muss nicht Benz fahren, um mit seinem Auto lange glĂŒcklich zu sein: Auch Opel Corsa, Toyota Aygo und Fiat Panda begleiten die Insassen sicher bis ins hohe Alter: Der aktuell kleinste Fiat hat nach zehn, elf Jahren beinahe 90.000 Kilometer auf dem Buckel. Das sind alles robuste Autos. Nur eines bieten sie nicht: ausreichend Platz fĂŒr eine Familie. VW Touareg, Ford C-Max oder auch Seat Alhambra sind fĂŒr Platzsuchende oben auf den Listen zu finden.
Das sind die Klassenbesten
In der Klasse "Mini" siegt der Fiat 500 E (4,2 Prozent). Bester Kleinwagen, klar: ist der Gesamtsieger Mazda 2. Bei den Kompakten fahren BMW 1er/2er vorneweg. Mittelklassegewinner ist die Mercedes C-Klasse. Bei den SUVs ist's der VW-T-Roc und die Mercedes B-Klasse ist wiederum der beste Van.
Hier ist Sachsen vorne
TĂV SĂD wertet zusĂ€tzlich seine Daten aus den BundeslĂ€ndern Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Sachsen und Hamburg aus. Ergebnis ĂŒber alle Altersklassen hinweg: Sachsen hat mit 16,8 Prozent erneut die niedrigste MĂ€ngelquote, gefolgt von Bayern mit 17,4 Prozent und Baden-WĂŒrttemberg mit 19,6 Prozent. In Hamburg fiel die Quote am höchsten aus: Im TĂV HANSE-Stammland mussten 27,6 Prozent der Autos wegen erheblicher MĂ€ngel die Werkstattrunde drehen.
Da können sich AutokÀufer drauf verlassen
Der TĂV-Report wird jedes Jahr vom TĂV-Verband veröffentlicht und gilt als einer der wichtigsten neutralen Ratgeber fĂŒr Autofahrer und GebrauchtwagenkĂ€ufer. In den TĂV-Report flieĂen die Hauptuntersuchungsergebnisse aller TĂV-Gesellschaften in Deutschland ein - aktuell insgesamt beinahe 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen (HU) zwischen Juli 2024 und Juni 2025. TĂV SĂD hat als gröĂter HU-Anbieter mehr als 4,5 Millionen Resultate beigesteuert.
Der TĂV-Report 2026 ist ab Donnerstag, 20. November 2025, zum Preis von 5,90 Euro in den TĂV SĂD Service-Centern und im Handel erhĂ€ltlich.
Hinweis: Das Cover des TĂV-Reports 2026 ist zum Download unter tuvsud.com/presse verfĂŒgbar. Zahlen und Fakten unter tuvsud.com/tuev-report und tuev-verband.de.
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