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TÜV SÜD: Die besten Elektroautos fahren auf Verbrenner-Plattformen

Veröffentlicht am: 21.11.2024 um 11:00 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
MĂŒnchen/Berlin - Gewinner des TÜV-Reports 2025: der Honda Jazz. Das neue Modell der Japaner zeigt: Auch Kleinwagen können mit hervorragender QualitĂ€t aufwarten. Mindestens genau so wichtiges Ergebnis: In Sachen Haltbarkeit von Elektroautos liegen solche Modelle vorne, die auf Verbrennerplattformen basieren. Mit besonders guten Werten stechen die Wolfsburger hervor: mit dem VW e-Golf etwa oder dem VW eUP. Auch der Mini Cooper SE punktet bei den SachverstĂ€ndigen. Insgesamt bleiben die Werte im Vergleich zum Vorjahresbericht beinahe gleich. Die Quote der erheblichen MĂ€ngel steigt minimal von 20,5 auf 20,6 Prozent. Weitere Ergebnisse des neuen TÜV-Reports, den der TÜV-Verband am 21. November 2024 in Berlin vorstellt: Licht bleibt Hauptmangel, die Quote der Fahrzeuge ohne MĂ€ngel sinkt leicht - um 0,4 Prozentpunkte auf 67,9 Prozent.
TÜV SÜD: Die besten Elektroautos fahren auf Verbrenner-Plattformen - Bild: presseportal.de

"Die Fahrzeugsicherheit ist weiter auf sehr hohem Niveau", sagt JĂŒrgen Wolz, Leiter Service Line Mobility und Amtliche TĂ€tigkeiten Deutschland Division Mobility TÜV SÜD, und fĂŒgt hinzu: "Das gilt insbesondere auch fĂŒr die zunehmende Zahl an Elektroautos." Hier zeigen die Auswertungen, dass die hochwertigsten Elektroautos auf Plattformen fahren, mit denen Verbrenner seit Jahren unterwegs sind. Karosserien, Fahrwerke, AntriebsstrĂ€nge, Bremsen - bewĂ€hrte Technik sorgt auch beim Elektroauto fĂŒr ausgezeichnete QualitĂ€t. Anders ist das bei Fahrzeugen, die von vornherein nur fĂŒr den Stromantrieb konzipiert wurden. Beispiele dafĂŒr sind etwa das Tesla Model 3, das bereits nach zwei bis drei Jahren 14,2 Prozent erhebliche MĂ€ngel (EM) aufweist, und auch der Renault Zoe landet beim TÜV-DebĂŒt mit 8,9 Prozent EM auf den hintersten RĂ€ngen. Der Vergleich belegt den Unterschied: Bei VW e-Golf sind es 3,4 Prozent und beim Mini Cooper SE 4,4 Prozent, wenn sie das erste Mal beim TÜV vorfahren.

Batterien sind schwer

Der Blick auf die MĂ€ngelgruppen der E-Fahrzeuge auf eigener Plattform untermauert die Hypothese: Denn beanstandet werden hauptsĂ€chlich Bauteile, die nichts mit dem Antrieb zu tun haben. Beispiel AchsaufhĂ€ngung: Bereits bei der ersten PrĂŒfgassenrunde hat das Tesla Model 3 hier eine EM-Quote von 3,0 Prozent. Der Renault Zoe liegt mit 0,3 Prozent leicht ĂŒber dem Durchschnitt. VW e-Golf (null Prozent) oder der Mini Cooper SE (0,1 Prozent) liegen also teils weit darunter. Grund fĂŒr MĂ€ngel am Fahrwerk ist nicht selten das hohe Gewicht der Batterien.

Dazu kommt, dass die Hersteller solcher Fahrzeuge kaum auf Wartung in der Werkstatt setzen. Fehlende Service-Intervalle wie beim Tesla hinterlassen eben ihre Spuren, die dann erst beim TÜV erkannt werden.

TÜV SÜD-Experte Wolz: "Elektroautos brauchen weniger Wartung? Stimmt nicht ganz. Das betrifft lediglich den Antriebsstrang, weil keine FlĂŒssigkeiten oder beweglichen Teile ausgetauscht werden mĂŒssen. Das Fahrwerk etwa kann von der Elektronik nicht ĂŒberwacht werden."

Wartung wirkt Wunder

Auch ein E-Auto braucht exakt eingestellte Scheinwerfer und funktionierende Blinker. Stimmt hier etwas nicht, wird schnell ein erheblicher oder sogar gefĂ€hrlicher Mangel daraus. Beim Tesla Model 3 beispielsweise fallen bereits bei der ersten HU 4,3 Prozent wegen MĂ€ngeln am Abblendlicht durch. Zum Vergleich: Beim e-Golf sind es nur 0,5 Prozent. Blinker - und damit fĂ€llt der Renault Zoe nach sieben Jahren komplett aus dem Rahmen: 1,7 Prozent EM. Bei den Fahrtrichtungsanzeigern schneidet das Tesla Model 3 hingegen mit 0,1 Prozent jeweils nach drei und fĂŒnf Jahren gut ab.

Die Licht EM-Quoten im TÜV-Report 2025: 1,5 Prozent der dreijĂ€hrigen PKW prĂ€sentiert sich auf den PrĂŒfgassen mit mangelndem Abblendlicht. Bei den ElfjĂ€hrigen sieht es entsprechend dĂŒsterer aus: 6,1 Prozent. Insgesamt hat sich aber die Sichtbarkeit der Fahrzeuge ĂŒber die Jahre enorm verbessert. So hat der TÜV-Report 2016 bei den ElfjĂ€hrigen noch 24,9 Prozent EM beim Abblendlicht verzeichnet. Die Verbesserungen beim Licht gehen nach Ansicht der Experten vor allem auf technische Verbesserungen wie etwa das LED-Licht zurĂŒck. Die On-Board-Diagnose fĂŒhrt zusĂ€tzlich dazu, dass AusfĂ€lle frĂŒher bemerkt werden. Wolz: "Bei LichtmĂ€ngeln kennen die SachverstĂ€ndigen kein Pardon. Sehen und gesehen werden ist schließlich eine Grundvoraussetzung fĂŒr sicheren Straßenverkehr. Deshalb sollten Autofahrer defekte Lampen immer sofort reparieren lassen - nicht erst kurz vor der HU."

Honda Jazz ist Sieger

Die goldene Plakette 2025 erhĂ€lt der Honda Jazz. Lediglich 2,4 Prozent der japanischen Kleinwagen fallen durch erhebliche MĂ€ngel auf, wenn sie das erste Mal zur HU fahren - mit durchschnittlich 28.000 Kilometern auf der Uhr. Der Jazz verweist Vorjahressieger VW Golf Sportsvan auf den zweiten Rang (2,5 Prozent). Danach kommen der Audi Q2 und der Porsche 911 Carrera mit 2,6 Prozent EM. Diese RĂ€nge belegten im Vorjahr der Audi Q2 (Platz zwei) und der Audi TT (Platz drei). Auf Platz 5 beweist der Mitsubishi ASX mit lediglich 2,7 Prozent erheblicher MĂ€ngel, dass auch ein vergleichsweise gĂŒnstiger Crossover sehr sicher sein kann. Der Japaner, der fĂŒr den europĂ€ischen Markt im Renault-Werk in Valladollid in Spanien gefertigt wird, hat beim HU-DebĂŒt mit durchschnittlich 40.000 Kilometern Laufleistung sogar wesentlich mehr Kilometer auf der Uhr als die Erstplatzierten - im Vergleich zum Porsche 911 Carrera sogar fast doppelt soviel.

Pionier liegt hinten

Am Ende der Tabelle abermals das Tesla Model 3 (14,2 Prozent). Auf dem vorletzten Platz: der Ford Mondeo (13,2 Prozent), Drittletzter: Skoda Scala mit 11,8 Prozent. Beim Blick auf die Premiummarken fĂ€llt auf, dass sich BMW - im Gegensatz zu Audi und Mercedes - nur im unteren Mittelfeld bewegt. Dreier / Vierer, FĂŒnfer / Sechser sowie X5 / X6 mĂŒssen mit einer durchschnittlichen Quote EM von 6,5 beziehungsweise 8,2 Prozent bereits beim ersten Mal zurĂŒck in die Werkstatt - und das bei weitverbreitetem Servicevertrag. GrĂŒnde dafĂŒr sind vor allem MĂ€ngel bei der Beleuchtung sowie bei Reifen und Bremsen.

Die sind lange sicher

Beim Blick auf die Langstrecke behĂ€lt der Porsche 911 Carrera in allen Altersstufen die Nase vorn - von 3,1 Prozent bei den VierjĂ€hrigen ĂŒber 4,0 Prozent (8-JĂ€hrige) bis gerade einmal 5,6 Prozent bei den zehn Jahre alten Autos. Ansonsten hat der VW Golf Sportsvan von vier bis neun Jahren die geringsten erheblichen MĂ€ngel. Schlusslicht nach neun Jahren ist ĂŒbrigens der Family-Van VW Sharan (23 Prozent). Wieder nach vorne in den Tabellen: Nach sechs bis sieben Jahren stehen VW-T-Roc (6,0 Prozent) und der Mazda CX-3 (6,6 Prozent) mit dem 911er auf dem Treppchen, bei den Acht- bis NeunjĂ€hrigen: der VW Golf Sportsvan und der Mazda 2 (10,6 Prozent). Zehn bis elf Jahre: Hier stechen Mercedes A- und B-Klasse hervor. Selbst nach durchschnittlich 114.000 Kilometern schaffen es die Hocheinsteiger auf Platz zwei und drei. Noch ein Blick aufs Siegerpodest der 13-JĂ€hrigen: Porsche 911 Carrera, Mitsubishi ASX und VW-Golf Plus.

Das sind die Klassenbesten

In der Klasse "Mini" siegt der Kia Picanto (3,8 Prozent). Bei den Kleinwagen belegt der Gesamtgewinner Honda Jazz (2,4 Prozent) den ersten Platz. In der Kategorie Kompakte siegt der e-Golf (3,4 Prozent). In der Mittelklasse glÀnzen Audi A4/A5 (4,7 Prozent). Der Golf Sportsvan (2,5 Prozent) ist der beste Van und der Audi Q2 das zuverlÀssigste SUV.

Sachsen vorne

TÜV SÜD wertet zusĂ€tzlich seine Daten aus den Marktgebieten Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Sachsen und Hamburg aus. Ergebnis ĂŒber alle Altersklassen hinweg: Sachsen hat mit 16,4 Prozent erneut die niedrigste MĂ€ngelquote, gefolgt von Bayern mit 17,6 Prozent und Baden-WĂŒrttemberg mit 19,5 Prozent. In Hamburg fiel die Quote am höchsten aus: Im TÜV HANSE-Stammland mussten 25,4 Prozent der Autos wegen erheblicher MĂ€ngel die Werkstattrunde drehen.

Da können sich AutokÀufer drauf verlassen

Der TÜV-Report wird jedes Jahr vom TÜV-Verband veröffentlicht und gilt als einer der wichtigsten neutralen Ratgeber fĂŒr Autofahrer und GebrauchtwagenkĂ€ufer. In den TÜV-Report fließen die Hauptuntersuchungsergebnisse aller TÜV-Gesellschaften in Deutschland ein - aktuell insgesamt beinahe 10,2 Millionen Hauptuntersuchungen (HU) zwischen Juli 2023 und Juni 2024. TÜV SÜD hat als grĂ¶ĂŸter HU-Anbieter mehr als 4,5 Millionen Resultate beigesteuert.

Der TÜV-Report 2025 ist ab Freitag, 22. November 2024, zum Preis von 5,90 Euro in den TÜV SÜD Service-Centern und im Handel erhĂ€ltlich.

Hinweis: Zahlen und Fakten unter tuvsud.com/tuev-report und tuev-verband.de.

Pressekontakt:

Vincenzo LucĂ 
TÜV SÜD AG
Unternehmenskommunikation
Westendstr. 199, 80686 MĂŒnchen
Telefon: +49 89 5791-1667
E-Mail: vincenzo.luca@tuvsud.com
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