Kursrutsch an Börsen 2022: Weniger Reiche, weniger Vermögen
01.06.2023 - 08:08:11Viele Reiche rund um den Globus haben im vergangenen Jahr den Einbruch der AktienmĂ€rkte zu spĂŒren bekommen. Daten des Beratungsunternehmens Capgemini zufolge verringerte sich die Zahl der Menschen weltweit, die ĂŒber ein anlagefĂ€higes Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar verfĂŒgen, binnen Jahresfrist um 3,3 Prozent auf 21,7 Millionen.
Der Gesamtwert der Vermögen dieser Menschen schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent auf 83 Billionen Dollar. Dies sei in beiden Kategorien der stĂ€rkste RĂŒckgang seit mehr als zehn Jahren, ordnete Capgemini ein: «Ursache waren die geopolitischen wie auch makroökonomischen Unsicherheiten.»
Knapp 21.000 weniger MillionÀre in Deuschland
In Deutschland verkleinerte sich den Angaben zufolge der Club der Dollar-MillionÀre von 2021 auf 2022 um 20.900 Menschen auf gut 1,61 Millionen Mitglieder. Ihr Gesamtvermögen sank um 2,2 Prozent auf gut 6,1 Billionen Dollar. Ein Jahr zuvor war es noch um 7,4 Prozent auf rund 6,3 Billionen Dollar gestiegen.
In Europa insgesamt schrumpften die Vermögen der Dollar-MillionĂ€re im Jahresvergleich den Berechnungen zufolge um 3,2 Prozent auf 18,2 Billionen Dollar. Den stĂ€rksten VermögensrĂŒckgang verzeichnete demnach die Region Nordamerika mit minus 7,4 Prozent auf 25,6 Billionen Dollar.
Deutschland behauptet der Auswertung zufolge trotz sinkender Zahlen Platz drei in der Rangliste der LÀnder mit den meisten Dollar-MillionÀren: An der Spitze stehen nach wie vor die USA mit nun gut 6,9 Millionen Menschen in dieser Kategorie (2021: 7,46 Mio) vor Japan mit 3,55 (3,65) Millionen. China kommt als Viertplatzierter auf knapp 1,5 (rund 1,54) Millionen vermögende Privatpersonen («High Net Worth Individuals» - kurz: HNWI).
Der «World Wealth Report»
Capgemini berĂŒcksichtigt in seinem seit 1997 jĂ€hrlich erstellten «World Wealth Report» Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, alternative Investments wie privates Beteiligungskapital, Bargeld sowie Immobilien, sofern diese nicht selbst genutzt werden. Sammlungen oder GebrauchsgĂŒter werden nicht eingerechnet.
Andere Analysen bestĂ€tigen den von Capgemini aufgezeigten Trend: Der Versicherer Allianz, der jĂ€hrlich eine Studie zur Entwicklung der globalen Geldvermögen vorlegt, prognostizierte bereits im Oktober fĂŒr 2022 die Trendwende: Nach deutlichen ZuwĂ€chsen von jeweils mehr als zehn Prozent in den drei Jahren zuvor sei fĂŒr 2022 wegen der Folgen des Ukraine-Kriegs inklusive hoher Inflation und VerschĂ€rfung der Geldpolitik mit einem RĂŒckgang des globalen Geldvermögens um mehr als zwei Prozent zu rechnen - der erste nennenswerte Vermögensverlust seit der Finanzkrise 2008.
Vermögen der privaten Haushalte in Deutschland
Bezogen auf Deutschland kam die Bundesbank fĂŒr 2022 zu dem Ergebnis, dass die Menschen hierzulande infolge von KursstĂŒrzen an den Börsen im vergangenen Jahr in der Summe Milliarden verloren haben. Das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie AnsprĂŒchen gegenĂŒber Versicherungen lag nach Berechnungen der Bundesbank zum Jahresende mit rund 7254 Milliarden Euro deutlich unter dem Rekordwert von 7624 Milliarden Euro von Ende 2021. Der deutsche Leitindex Dax bĂŒĂte im vergangenen Jahr 12,3 Prozent an Wert ein. Der Index fĂŒr mittelgroĂe Werte MDax verzeichnete sogar ein Minus von 28,5 Prozent.


