Privatvermögen gesunken - weniger Dollar-MillionÀre
15.08.2023 - 12:53:12Nach ZuwĂ€chsen selbst in der Corona-Pandemie ist das Vermögen der Menschen rund um den Globus einer Studie zufolge erstmals seit der Finanzkrise 2008 wieder geschrumpft. Das private Nettovermögen (abzĂŒglich Schulden) verringerte sich um 2,4 Prozent auf geschĂ€tzt 454,4 Billionen Dollar (rund 416 Billionen Euro), wie aus der gemeinsamen Vermögensstudie der Credit Suisse und der UBS hervorgeht. Die Zahl der Dollar-MillionĂ€re sank. Verluste bei Aktien und WechselkursĂ€nderungen hĂ€tten 2022 zum schlechtesten Jahr seit der Finanzkrise gemacht, sagte Ăkonom Anthony Shorrocks.
«Die Vermögensentwicklung erwies sich in der Covid-19-Ăra als widerstandsfĂ€hig und verzeichnete 2021 ein Rekordwachstum», erlĂ€uterte Nannette Hechler-Fayd'herbe, globale Leiterin Economics & Research bei Credit Suisse. «Die Inflation, steigende Zinsen und eine WĂ€hrungsabwertung fĂŒhrten 2022 jedoch zu einer Umkehrung.» Hinzu kamen KursstĂŒrze an den AktienmĂ€rkten infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine.
Wohlhabende Regionen besonders stark betroffen
Besonders betroffen von dem VermögensrĂŒckgang waren demnach wohlhabendere Regionen wie Nordamerika und Europa, die zusammen 10,9 Billionen Dollar einbĂŒĂten. In Lateinamerika wurde dagegen ein Vermögenszuwachs von 2,4 Billionen Dollar verzeichnet, begĂŒnstigt durch eine durchschnittliche WĂ€hrungsaufwertung gegenĂŒber dem Dollar.
«Bei konstanten Wechselkursen gegenĂŒber dem Jahr 2021 wĂ€re das Gesamtvermögen 2022 um 3,4 Prozent und das Vermögen pro Erwachsenem um 2,2 Prozent gestiegen», sagte Shorrocks. WĂ€hrend das Finanzvermögen schrumpfte, blieb das nicht finanzielle Vermögen, vor allem Immobilien, trotz des deutlichen Zinsanstiegs den Angaben zufolge insgesamt robust.
Die Zahl der US-Dollar-MillionĂ€re sank weltweit um 3,5 Millionen auf geschĂ€tzt 59,4 Millionen. In Deutschland schrumpfte der Club der Reichen um 253.000 auf etwa 2,6 Millionen Mitglieder. Deutlicher wĂ€re der RĂŒckgang ausgefallen, wenn diejenigen herausgerechnet wĂŒrden, deren Vermögen allein wegen der hohen Inflation die Marke von einer Million knackte, erlĂ€uterte Shorrocks, der die Studie verfasst hatte.
Gemessen am Vermögen pro Erwachsenem liegt die Schweiz mit 685 230 Dollar weiterhin an der Spitze, gefolgt von den USA. Deutschland kommt mit durchschnittlich 256 180 Dollar auf Platz 16. Bei den Superreichen mit einem Vermögen ab 500 Millionen Dollar liegt Deutschland auf Platz drei, nach den USA und China.
Das sind die Prognosen
Die Ăkonomen, die den «Global Wealth Report» seit 2010 jĂ€hrlich vorlegen, rechnen damit, dass der Club der MillionĂ€re weltweit in den kommenden fĂŒnf Jahren auf etwa als 86 Millionen wachsen wird.
Die Analyse umfasst das Vermögen privater Haushalte von rund 5,4 Milliarden Erwachsenen weltweit. Zuletzt veröffentlichte Studien bestÀtigen die Trend des vergangenen Jahres, auch wenn die Zahlen wegen Unterschieden in der Methodik nicht identisch sind.


