UBS-Kapitalvorschriften, StÀnderat

UBS-Kapitalvorschriften: StÀnderat debattiert 20-Mrd-Paket im September

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die WAK-S verschiebt den Entscheid ĂŒber strengere Eigenmittelregeln fĂŒr die UBS auf den 31. August. Im September debattiert der StĂ€nderat.

UBS-Kapitalregeln: StÀnderatskommission vertagt Entscheidung bis Ende August
Modernes BankgebĂ€ude in ZĂŒrich bei Tageslicht, Fokus auf die Glasfassade und architektonische Details. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die zustĂ€ndige Kommission fĂŒr Wirtschaft und Abgaben des StĂ€nderates (WAK-S) hat am 11. August 2026 die Beratung ĂŒber neue Kapitalvorschriften fĂŒr die Großbank UBS abgeschlossen, ohne einen unmittelbaren Beschluss zu fassen. Die Entscheidung ĂŒber die kĂŒnftige Ausgestaltung der Eigenmittelregeln wurde auf den 31. August 2026 vertagt. Damit ist der Weg bereitet fĂŒr eine Debatte im StĂ€nderat, die im Laufe des Septembers stattfinden soll. Im Kern geht es um die Frage, wie stark die Bank ihre Auslandstöchter mit hartem Kernkapital absichern muss.

Streitpunkt Eigenkapitalunterlegung fĂŒr Auslandstöchter

Der Bundesrat verfolgt das Ziel, die StabilitĂ€t des Schweizer Finanzplatzes durch deutlich strengere Auflagen zu erhöhen. Ein zentraler Punkt des Gesetzentwurfs sieht vor, dass Auslandstöchter der UBS kĂŒnftig zu 100 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegt sein mĂŒssen. Derzeit liegt dieser Satz bei 45 Prozent. Sollte diese VerschĂ€rfung umgesetzt werden, mĂŒsste die UBS nach aktuellen SchĂ€tzungen zusĂ€tzliches Kapital in Höhe von etwa 20 Milliarden bis 22 Milliarden US-Dollar aufbauen.

Die UBS lehnt diese Forderungen ab. Innerhalb der Parlamentskommission zeichnet sich bereits eine mögliche AbschwÀchung der bundesrÀtlichen PlÀne ab. In der Debatte am 11. August 2026 wurden verschiedene Alternativmodelle diskutiert. Dazu gehören eine Reduzierung der geforderten CET1-Quote auf 80 oder 75 Prozent oder eine Koppelung der Kapitalpflicht an den Umfang des jeweiligen AuslandsgeschÀfts.

KompromissvorschlÀge und die Rolle von AT1-Anleihen

Ein weiterer Diskussionspunkt in der WAK-S ist die Einbeziehung von sogenannten AT1-Anleihen (Additional Tier 1). Diese Hybridanleihen könnten als Puffer dienen, um die Anforderungen an das harte Kernkapital abzufedern. Thierry Burkart (FDP) brachte den Vorschlag ein, AT1-Instrumente verstĂ€rkt zu nutzen, um die Belastung fĂŒr die Bank zu steuern.

Anzeige

Die Debatte um strengere Kapitalvorschriften fĂŒr die UBS ist in vollem Gange – der StĂ€nderat entscheidet im September. FĂŒr AktionĂ€re stellt sich die Frage, wie sich ein mögliches 20-Mrd-Paket auf Kurs und Dividende auswirken könnte. Unser kostenloser Report liefert eine Einordnung der VorschlĂ€ge und eine Checkliste zur Bewertung Ihrer Bankaktie. Jetzt kostenlosen Analyse-Report anfordern

Auch Fachleute bringen unterschiedliche Gewichtungen in die Debatte ein. WĂ€hrend VorschlĂ€ge kursieren, die eine Kombination aus 80 Prozent CET1-Kapital und maximal 20 Prozent AT1-Anleihen vorsehen, plĂ€dieren andere Experten fĂŒr eine hĂ€lftige Aufteilung (50/50) zwischen hartem Kernkapital und ErgĂ€nzungskapital. Die Kommission muss nun bis Ende August entscheiden, welches Modell sie dem StĂ€nderat zur Abstimmung vorlegen will.

VerstÀrkte Aufsicht durch die Finma und aktuelle GeschÀftszahlen

Parallel zu den politischen Debatten hat die Finanzmarktaufsicht Finma ihre KontrolltĂ€tigkeit gegenĂŒber der UBS massiv ausgeweitet. Laut Berichten beschĂ€ftigt die Behörde mittlerweile 60 Mitarbeitende, die ausschließlich mit der Aufsicht der Großbank betraut sind. UrsprĂŒngliche Planungen aus dem FrĂŒhjahr 2024 hatten lediglich 22 Vollzeitstellen fĂŒr diesen Bereich vorgesehen.

Anzeige

Die UBS-Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch, doch die Unsicherheit ĂŒber die Kapitalregeln bleibt. Anleger, die eine mögliche VerwĂ€sserung oder Kursverluste fĂŒrchten, finden in unserem Leitfaden eine EinschĂ€tzung der Auswirkungen auf Dividende und Eigenkapitalrendite. Leitfaden zur UBS-Regulierung jetzt sichern

Trotz der regulatorischen Unsicherheiten prĂ€sentierte sich die UBS in ihren jĂŒngsten GeschĂ€ftszahlen solide. Im zweiten Quartal 2026 wies die Bank einen Gewinn je Aktie von 0,72 CHF aus, was eine Steigerung gegenĂŒber dem Vorjahreswert von 0,62 CHF bedeutet. Der Umsatz lag mit 16,13 Milliarden CHF geringfĂŒgig unter dem Niveau des Vorjahres (-0,28 Prozent). FĂŒr das Gesamtjahr 2026 wird eine Dividende von 1,25 US-Dollar prognostiziert.

An der Börse reagierte die UBS-Aktie am 11. August 2026 mit einem leichten KursrĂŒckgang von 0,8 Prozent auf 43,49 CHF. Das Wertpapier bewegt sich damit weiterhin in der NĂ€he seines 52-Wochen-Hochs von 44,44 CHF, das Mitte Juli erreicht wurde, nachdem die Aktie im MĂ€rz desselben Jahres ein Tief bei 28,25 CHF markiert hatte.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69938361 |