Wirtschaftsweise fordert 1,5 Millionen Zuwanderer im Jahr
03.07.2023 - 06:46:15"Deutschland braucht 1,5 Millionen Zuwanderer im Jahr, wenn wir abzĂŒglich der betrĂ€chtlichen Abwanderung jedes Jahr 400.000 neue BĂŒrger haben und so die Zahl der ArbeitskrĂ€fte halten wollen", sagte die Ăkonomin der "SĂŒddeutschen Zeitung". Man brauche dringend eine "Willkommenskultur".
Das neue FachkrĂ€ftegesetz gehe in die richtige Richtung, allerdings brauche es noch mehr. "Etwa AuslĂ€nderĂ€mter, die Einwanderer nicht abschrecken, sondern Service bieten. Wir sollten nicht fĂŒr jeden Job fordern, dass die auslĂ€ndischen FachkrĂ€fte Deutsch können. Sondern dafĂŒr sorgen, dass die Mitarbeiter der AuslĂ€nderbehörde Englisch können". Um den FachkrĂ€ftemangel anzugehen, mĂŒsse Deutschland auch mehr in die Kinder investieren. "Es ist doch ein Armutszeugnis, dass jeder vierte ViertklĂ€ssler nicht richtig lesen kann." Die Firmen mĂŒssten die Ă€lteren BeschĂ€ftigten bei Laune halten, damit die nicht vorzeitig in Rente gehen. Schnitzer sagte, die Bundesrepublik komme insgesamt nicht so voran, "wie wir könnten und mĂŒssten". Man habe unter anderem nicht in die Infrastruktur investiert, hinke bei der Digitalisierung weit hinterher und habe zu spĂ€t mit dem Klimaschutz begonnen. Sie kritisierte aber Aussagen des ehemaligen Wirtschaftsweisen-Chefs Bert RĂŒrup, wonach Deutschland zum kranken Mann Europas zu werden drohe, und von Ex-EU-Kommissar GĂŒnther Oettinger, der von einem "failed state" spricht: "Das ist in dieser Form schlicht Unsinn. Denn bei allen VersĂ€umnissen war es doch in den letzten zehn, fĂŒnfzehn Jahren eigentlich genau umgekehrt. Wir haben uns nach den Problemen Mitte der Nullerjahre sehr gut entwickelt, vor allem dank des Euro."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


