Bahn und Bund beschlieĂźen Reihenfolge bei Korridor-Sanierung
09.09.2025 - 09:18:28Die Modernisierung vielbefahrener, aber ĂĽberalterter Bahnstrecken wird noch bis weit in die 2030er Jahre hinein dauern. Die aktuelle Reihenfolge der geplanten 42 Korridore im sogenannten Hochleistungsnetz hat die Bahn nun mit dem Bund abgestimmt, wie der Konzern mitteilte. Demnach wird die letzte Sanierung der Strecke Flensburg-Hamburg erst 2036 durchgefĂĽhrt.Â
«Im kommenden Jahr werden planmäßig die Generalsanierungen der Korridore
Hagen–Wuppertal–Köln, Nürnberg–Regensburg, Obertraubling–Passau, Troisdorf–Unkel/Unkel–Wiesbaden durchgeführt», teilte die Bahn mit. «Für
das Jahr 2027 ist die gebĂĽndelte Erneuerung und Modernisierung der Korridore
Rosenheim–Salzburg, Lehrte–Berlin, Bremerhaven–Bremen und Fulda–Hanau
vorgesehen.»
Strecken fĂĽr rund halbes Jahr voll gesperrt
UrsprĂĽnglich wollten Bahn und Bund die Korridore bis zum Jahr 2031 sanieren. Es geht um stark belastete und aufgrund ihres schlechten Zustands besonders störanfällige Knotenpunkte im bundesweiten Fernverkehr. Start der sogenannten Generalsanierungen war im vergangenen Jahr auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Derzeit laufen die Modernisierungsarbeiten zwischen Hamburg und Berlin sowie zwischen Emmerich und Oberhausen in Nordrhein-Westfalen.Â
FĂĽr die Bauarbeiten werden die Strecken fĂĽr rund ein halbes Jahr voll gesperrt. DafĂĽr sollen die Abschnitte im Anschluss fĂĽr mindestens fĂĽnf Jahre baufrei bleiben. UrsprĂĽnglich waren bis zu neun Sanierungen pro Jahr geplant. Insbesondere bei den Wettbewerbern im GĂĽterverkehr stieĂź der Plan auf Ablehnung, weil die GĂĽterzĂĽge während der Sperrungen oft deutlich weitere Umwege in Kauf nehmen mĂĽssen, als die PersonenzĂĽge. Im Juli stimmte die Bahn deshalb ein neues Konzept mit der Branche und nun auch mit dem Bund ab.Â
Branche sieht noch Nachholbedarf
«Die neue Reihung der Generalsanierung ist ein richtiger Schritt, aber kein Befreiungsschlag», teilte der Vizepräsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Joachim Berends, mit. «Solange Umleiterstrecken unzureichend vorbereitet und Sperrkonzepte nach Schema F durchgezogen werden, wird das Netz systematisch überfordert.»
Der Wettbewerberverband Mofair hob positiv hervor, dass die terminliche Klarheit nun Planungssicherheit für die Verkehrsunternehmen auf der Schiene schaffe. Gleichwohl seien wesentliche Fragen im Zusammenhang mit der sogenannten Generalsanierung noch unklar. «Solange diese nicht beantwortet sind, ist eine abschließende Bewertung der vorgestellten Reihung nicht möglich.»
Das ist die neue Reihenfolge ab 2028:
2028
Köln–Koblenz/Koblenz–Mainz
München–Rosenheim
Hagen–Unna–Hamm
Lübeck–Hamburg
2029
Hamburg–Hannover
Würzburg–Ansbach–Treuchtlingen
Forbach–Ludwigshafen
Aachen–Köln
2030
Stuttgart–Ulm
Stendal–Magdeburg
Uelzen–Stendal
Frankfurt–Heidelberg
2031
Mannheim-Karlsruhe
Lehrte–Groß Gleidingen
Bremen–Hamburg
Würzburg–Nürnberg
2032
Bebra–Erfurt
Bebra–Fulda
Münster–Recklinghausen
Weddel–Magdeburg
2033
Bremen-OsnabrĂĽck
OsnabrĂĽck-MĂĽnster
Hamm–Düsseldorf–Köln
2034
Bremen/Rotenburg–Wunstorf
Kassel–Friedberg
Ulm–Augsburg
2035
Minden–Wunstorf
Nordstemmen–Göttingen
2036
Flensburg–Hamburg


