UmweltverbÀnde warnen vor Blumengeschenken zum Valentinstag
05.02.2025 - 08:56:08"Wir wissen seit fast zwei Jahrzehnten, dass Schnittblumen sehr stark mit Pestiziden belastet sind", sagte sie, "verbessert hat sich die Lage leider kaum ĂŒber die Jahre." Die Belastungen seien teilweise um das Zehnfache höher als bei Lebensmitteln. Grenzwerte einzufĂŒhren, dazu habe sich die EU bislang nicht entschlieĂen können. Rund 80 Prozent der hierzulande verkauften Schnittblumen stammen aus dem Ausland, vorwiegend aus den Niederlanden, Kenia, Italien, aus Ăthiopien, Sambia oder Ecuador. Global 2000 zufolge sind viele der StrĂ€uĂe stark mit Chemikalien belastet. In einer Studie vom letzten Mai hatte die Umweltorganisation 79 verschiedene Pestizide auf den untersuchten 16 BlumenstrĂ€uĂen gefunden. Im Durchschnitt war jeder BlumenstrauĂ mit 14 Pestiziden belastet. Auf einem StrauĂ wurden sogar 32 verschiedene Wirkstoffe nachgewiesen. Drei Viertel der Gebinde waren zudem mit Chemikalien belastet, die in der EU gar nicht mehr zugelassen sind, weil sie als besonders gefĂ€hrlich und gesundheitsschĂ€dlich gelten. Branchenvertreter reagierten unterschiedlich auf die Kritik. Man könne fĂŒr ein Interview leider "nicht zur VerfĂŒgung stehen", hieĂ es laut "Spiegel" es beim BlumenhĂ€ndler Blume 2000. Andrea Kirchhoff vom Verband des Deutschen Blumen-GroĂ- und Importhandels verteidigte unterdessen das GeschĂ€ft: Produzenten und HĂ€ndler beschĂ€ftigten sich "seit Jahrzehnten mit Nachhaltigkeitsthemen", sagte sie. Die Branche sei "sensibilisiert". Eine entsprechende Zertifizierung sei zwar nicht verpflichtend, gehöre aber inzwischen "fast zum Standard". "Unsere Industrie hat immer noch ein Problem mit der Nachhaltigkeit", sagte derweil Aron Gelbard, Chef der britischen Bloom & Wild Group, dem gröĂten Online-BlumenversandhĂ€ndler Europas, "die Standards sind nicht hoch genug, was den Pestizid- und Wasserverbrauch angeht." Bloom & Wild setzt auf Recyclingverpackungen. Zudem erprobt die Firma den Seetransport. Blumen aus Kenia, Costa Rica oder Kolumbien sollen kĂŒnftig ĂŒbers Meer nach Europa gelangen. "Wenn wir Schiffs- statt Luftfracht verwenden, ist das eine weitere 10- bis 20-fache Reduzierung des CO2-FuĂabdrucks", so Gelbard.


