Mehrheit der Deutschen fĂŒr hĂ€rtere Regeln an der Grenze
13.09.2024 - 06:04:41Das zeigen die Ergebnisse einer reprĂ€sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Dabei zeigt sich auch, dass hĂ€rtere Regeln im Umgang mit irregulĂ€rer Migration von Ă€lteren Menschen hĂ€ufiger befĂŒrwortet werden als von JĂŒngeren.
Von den insgesamt 2.126 Teilnehmern der Befragung, die vom 6. bis 10. September lief, sprachen sich 71 Prozent fĂŒr direkte ZurĂŒckweisungen an der Grenze aus. Die gibt es jetzt bereits zum Beispiel fĂŒr visumspflichtige AuslĂ€nder, die beim GrenzĂŒbertritt kein Asylgesuch stellen, sowie fĂŒr Menschen mit Einreisesperre.
21 Prozent sprachen sich gegen direkte ZurĂŒckweisungen an den deutschen Grenzen aus. Die Union fordert, die Bundespolizei solle auch Menschen zurĂŒckweisen, die in Deutschland ein Asylgesuch stellen wollen, nachdem sie sich zuvor in einem anderen EU-Staat aufgehalten haben.
Bei der Frage, ob sie Grenzkontrollen und gegebenenfalls auch GrenzschlieĂungen als MaĂnahme zur Begrenzung von Migration unterstĂŒtzen, entschieden sie 45 Prozent der Befragten fĂŒr die Antwortvariante "befĂŒrworte ich voll und ganz". Weitere 28 Prozent der Teilnehmer der Umfrage sahen dies eher positiv. Jeder FĂŒnfte lehnt Grenzkontrollen und GrenzschlieĂungen in diesem Kontext ab.
Fast jeder Ăltere fĂŒr mehr Abschiebungen
Dass mehr Menschen abgeschoben werden, die in Deutschland kein Bleiberecht haben, befĂŒrworten 82 Prozent der Teilnehmer der Befragung. Laut Umfrage sind 11 Prozent der Deutschen gegen mehr Abschiebungen, 7 Prozent der Befragten Ă€uĂerten hierzu keine Meinung.
In der Gruppe der Menschen im Alter ab 60 Jahren sprachen sich mehr als 95 Prozent fĂŒr mehr Abschiebungen von Menschen ohne Bleiberecht aus. Unter den Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren lag der Anteil derjenigen, die diese Auffassung vertreten, bei 68 Prozent. Ein Ost-West-Unterschied war bei den Antworten auf diese Frage nicht festzustellen.
ZurĂŒckweisungen sind nur direkt an der Grenze möglich, also nur da, wo es stationĂ€re Kontrollen gibt. Seit dem vergangenen Oktober sind laut Bundesinnenministerium mehr als 30.000 Menschen zurĂŒckgewiesen worden. Mitte Oktober 2023 hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) solche festen Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz angeordnet. An der deutsch-österreichischen Landgrenze gibt es sie bereits seit September 2015. Von diesem Montag an soll auch an den Landgrenzen zu Frankreich, DĂ€nemark, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg kontrolliert werden.

