Ungarn, Position

Ungarn blockiert EU: Position der Ukraine nicht mehr stÀrken

20.02.2025 - 18:18:39

Ungarn blockiert einen Vorschlag fĂŒr ein neues EU-Paket mit MilitĂ€rhilfen fĂŒr die von Russland angegriffene Ukraine.

Die Initiative der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas ziele darauf ab, Kiews Position in den Verhandlungen zu stĂ€rken, anstatt auf Frieden zu drĂ€ngen, ließ Außenminister PĂ©ter SzijjĂĄrtĂł ĂŒber das soziale Netzwerk X mitteilen. Ungarn werde es nicht unterstĂŒtzen, das Geld europĂ€ischer Steuerzahler auszugeben, um den Krieg zu verlĂ€ngern. Zudem kĂŒndigte SzijjĂĄrtĂł auch an, die Entscheidung ĂŒber die VerlĂ€ngerung bestehender Russland-Sanktionen herauszögern zu wollen.

Der AuswĂ€rtige Dienst der EU hatte zuvor einen Vorschlag fĂŒr zusĂ€tzliche MilitĂ€rhilfen fĂŒr die Ukraine im Umfang von rund sechs Milliarden Euro vorgelegt. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus EU-Kreisen erfuhr, werden fĂŒr die Lieferung von 1,5 Millionen Artilleriegeschossen Investitionen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro fĂŒr notwendig gehalten. Zudem sollen 500 Millionen Euro fĂŒr Luftverteidigungssysteme und zwei Milliarden Euro fĂŒr die AusrĂŒstung und Ausbildung von zwei ukrainischen Brigaden zur VerfĂŒgung gestellt werden.

EU-Außenministertreffen am Montag

Nach Vorstellung des AuswĂ€rtigen Dienstes sollte es im Idealfall eigentlich an diesem Montag bei einem EU-Außenministertreffen in BrĂŒssel eine Grundsatzeinigung auf den Plan geben. Bis zuletzt war allerdings unklar, welche Mitgliedstaaten ihn unterstĂŒtzen und ob er umgesetzt werden kann. Als problematisch gilt auch die Finanzierung, da zahlreiche EU-Staaten hoch verschuldet sind. Nach Angaben von Diplomaten mĂŒsste das MilitĂ€rhilfepaket nach EU-Regeln vermutlich selbst dann einstimmig beschlossen werden, wenn einzelne Mitgliedstaaten nicht mitmachen wollen.

Unklar blieb zuletzt, warum SzijjĂĄrtĂł in seiner AnkĂŒndigung von einem geplanten Hilfspaket im Umfang von 20 Milliarden Euro sprach. Nach Angaben von Diplomaten ging es zuletzt nur noch um UnterstĂŒtzung im Umfang von sechs Milliarden Euro.

Der GrĂŒnen-Europaabgeordnete Daniel Freund warf der Regierung von MinisterprĂ€sident Viktor OrbĂĄn vor, mit dem Veto die Agenda des Kreml umzusetzen. "Das dĂŒrfen wir uns nicht gefallen lassen", forderte er.

SzijjĂĄrtĂł hingegen erklĂ€rte Ungarns Vorgehen mit der Positionierung des neuen US-PrĂ€sidenten Donald Trump. Trumps Wahl habe die Weltpolitik in Richtung Frieden verschoben, doch kriegsfreundliche europĂ€ische Liberale versuchten, seine BemĂŒhungen zu blockieren, kritisierte er. SzijjĂĄrtĂł hielt sich nach Angaben eines Regierungssprechers in Washington auf, wo er Trumps Finanzminister Scott Bessent traf.

@ dpa.de