Ungarn, ErklÀrung

Ungarn boykottiert ErklÀrung der EU-Staaten zum Ukraine-Krieg

12.08.2025 - 07:10:22

Ungarns Regierung hat sich einer gemeinsamen Stellungnahme der anderen 26 EU-Staaten verweigert, in der die BemĂŒhungen von US-PrĂ€sident Donald Trump um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine begrĂŒĂŸt werden.

Darin betonen die Staats- und Regierungschefs, "dass internationale Grenzen nicht mit Gewalt verĂ€ndert werden dĂŒrfen" und ein gerechter und dauerhafter Frieden, der StabilitĂ€t und Sicherheit bringt, das Völkerrecht achten mĂŒsse. Nahezu wortgleich hatten dies am Wochenende schon Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Großbritannien, Finnland und die EU-Kommission in einer Stellungnahme gefordert.

Diesmal handelt es sich um eine ErklĂ€rung aller Mitgliedstaaten - außer eben Ungarn. Die rechtskonservative Regierung von MinisterprĂ€sident Viktor Orban lehnt nicht nur MilitĂ€rhilfe der EuropĂ€ischen Union fĂŒr die Ukraine als sinnlos und kriegsverlĂ€ngernd ab. Auch die EU-Sanktionen gegen Russland hĂ€lt Orban fĂŒr nicht zielfĂŒhrend: Er hat sie wiederholt als nutzlos und schlecht fĂŒr die europĂ€ische Wirtschaft kritisiert - und in der Vergangenheit auch schon die Aufhebung von EU-Sanktionen gegen mehrere Russen erzwungen.

EuropÀer und Ukrainer sehen Gipfel in Alaska mit Skepsis

WĂ€hrend der ungarischen EU-RatsprĂ€sidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 hatte Orban den international weitgehend isolierten Kremlchef Wladimir Putin zum Ärger vieler EU-Kollegen ĂŒberraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert. Der mit autoritĂ€ren Methoden regierende Ungar gilt auch als treuer AnhĂ€nger von US-PrĂ€sident Trump, der Putin am Freitag in Alaska empfangen will. Zentraler GesprĂ€chspunkt wird der Ukraine-Krieg sein - wobei sowohl in Kiew als auch in europĂ€ischen HauptstĂ€dten befĂŒrchtet wird, dass Trump und Putin Absprachen zum Nachteil der Ukraine treffen könnten.

In ihrer Stellungnahme bekrĂ€ftigten die 26 Staats- und Regierungschefs der EU, dass die Menschen in der Ukraine die Freiheit haben mĂŒssten, selbst ĂŒber ihre Zukunft zu entscheiden. Sinnvolle Verhandlungen seien nur "im Rahmen eines Waffenstillstands oder einer Verringerung der Feindseligkeiten" möglich. Die EU werde die Ukraine weiterhin unterstĂŒtzen, außerdem werde sie ihre Sanktionen gegen Russland aufrechterhalten und neue verhĂ€ngen. "Eine Ukraine, die in der Lage ist, sich selbst wirksam zu verteidigen, ist integraler Bestandteil jeder kĂŒnftigen Sicherheitsgarantie", hieß es.

@ dpa.de