Gehaltsrekord, VorstÀnde

Gehaltsrekord fĂŒr VorstĂ€nde in Börsenkonzernen

13.11.2024 - 06:00:36

Ungeachtet der schwachen Wirtschaft verdienen Top-Manager der Konzerne aus Dax, MDax und SDax so viel wie nie. Frauen in VorstÀnden werden weiter besser bezahlt als MÀnner - doch der Vorsprung sinkt.

Trotz Konjunkturflaute verdienen die VorstĂ€nde von Deutschlands großen Börsenunternehmen so viel wie nie zuvor. Die VergĂŒtung der Vorstandsmitglieder der im Dax, MDax und SDax notierten Konzerne stieg im GeschĂ€ftsjahr 2023 im Schnitt um elf Prozent. Inklusive Boni erreichten sie mit 2,65 Millionen Euro einen Höchstwert, zeigt eine neue Studie der WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft EY. Die VergĂŒtung von Vorstandschefs wuchs dabei besonders krĂ€ftig um 16 Prozent auf im Mittel gut 3,7 Millionen Euro. 

Zugleich verdienen Frauen in den VorstÀnden der Unternehmen aus Dax, MDax und SDax im Schnitt weiter mehr als ihre mÀnnlichen Kollegen, der Abstand schmilzt aber. Der Studie zufolge stiegen die Einkommen mÀnnlicher VorstÀnde (ohne Vorstandsvorsitzende) 2023 um gut neun Prozent auf 2,26 Millionen Euro, wÀhrend das Gehalt der Top-Managerinnen bei 2,42 Millionen Euro stagnierte (plus 0,1 Prozent). Der Gehaltsvorsprung der Frauen hat sich damit gemessen am Vorjahr auf rund 160.000 Euro mehr als halbiert. 

Frauen in VorstÀnden in der Minderheit - und begehrt

Analysiert wurde die GesamtdirektvergĂŒtung aus Fixgehalt und Boni von Vorstandsmitgliedern, die das gesamte GeschĂ€ftsjahr im Amt waren. Frauen sind in den FĂŒhrungsgremien der Dax-Familie in der Minderheit und begehrt, da viele Konzerne Top-Managerinnen suchen. Das treibt die VergĂŒtungen in die Höhe. 

In der obersten Börsenliga, dem Dax, zogen mĂ€nnliche VorstĂ€nde EY zufolge erstmals seit 2015 an ihren Kolleginnen vorbei. WĂ€hrend die VergĂŒtung der MĂ€nner 2023 im Schnitt um etwa 260.000 Euro stieg, sank die der Frauen um etwa 150.000 Euro. Damit betrug der Vorsprung der MĂ€nner etwa 290.000 Euro bei gut 3,3 Millionen Euro VergĂŒtung.

Große Unterschiede bei Gewinnentwicklung

«Die sehr positive Gehaltsentwicklung vieler VorstĂ€nde im vergangenen Jahr mag auf den ersten Blick erstaunen, da die DAX-Unternehmen insgesamt eher stagnierende UmsĂ€tze und Gewinne verzeichneten», sagt EY-Partner Jens Massmann. Allerding sei das Bild geteilt: WĂ€hrend einige Unternehmen mit starkem Gegenwind zu kĂ€mpfen hatten, erzielten andere hohe Gewinne. Zudem knĂŒpften viele Konzerne die VergĂŒtung an Nachhaltigkeitsziele unabhĂ€ngig von ihrer wirtschaftlichen Lage und mĂŒssten auch international im Wettbewerb um Top-Manager konkurrenzfĂ€hig sein. 

Zuletzt schrieben Versicherer Rekordgewinne und Banken profitierten von gestiegenen Zinsen. Der bestbezahlte Dax-Manager kam 2023 aber aus der kriselnden Autobranche: VW-Chef Oliver Blume verdiente laut dem Anlegerschutzverein DSW rund 10,3 Millionen Euro. EY nennt in der Studie keine Namen. Der Analyse zufolge kamen Vorstandschefs im Dax im Schnitt auf 5,7 Millionen Euro Gehalt.

@ dpa.de