Zuschlag erteilt: Bayerns Asyl-Bezahlkarte geht im MĂ€rz an den Start
20.02.2024 - 15:49:44"Wir haben heute den Zuschlag fĂŒr die Bezahlkarte fĂŒr Asylbewerber erteilt, die Ausschreibung ist abgeschlossen", sagte InnenstaatssekretĂ€r Sandro Kirchner (CSU) am Dienstag in MĂŒnchen. Damit könne die Karte in den vier ausgewĂ€hlten Pilot-Kommunen, den Landkreisen FĂŒrstenfeldbruck, Traunstein, GĂŒnzburg und der kreisfreien Stadt Straubing ab MĂ€rz getestet werden. "Wir sind damit voll im Zeitplan." Der genaue Termin fĂŒr die EinfĂŒhrung steht noch nicht fest.
Vorausgegangen war dem Zuschlag eine europaweite Ausschreibung des Innenministeriums, bei der sich den Angaben zufolge das Unternehmen Paycenter aus Freising habe durchsetzen können. Um die Testphase rasch starten zu können, habe das Innenministerium die Testkommunen und die beteiligten kommunalen SpitzenverbÀnde parallel zum Vergabeverfahren eng beteiligt. In allen anderen Kommunen im Land bleibt es bei der bisherigen Praxis.
Kirchner betonte, dass sich die bayerische Bezahlkarte stark von der Hamburger Version unterscheide: "Die Hamburger Bezahlkarte, die letzte Woche fĂŒr Schlagzeilen sorgte, ist nicht die Karte, die wir wollen." Diese ermögliche nĂ€mlich in GemeinschaftsunterkĂŒnften untergebrachten Asylbewerbern eine hundertprozentige Barabhebung.
Um die Bezahlkarte war zuletzt ein neuer Streit in der Ampel-Koalition entstanden. Aus Sicht von SPD und FDP braucht es flankierend eine bundesgesetzliche Regelung. Die GrĂŒnen halten dies nicht fĂŒr nötig. Die Staatsregierung kritisierte die erneuten Debatten im Bund zur EinfĂŒhrung der Bezahlkarte. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) betonte, aus bayerischer Sicht seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen ausreichend.
Auch Kirchner kritisierte die Ampel-Regierung, die wegen des Widerstands der GrĂŒnen nicht in der Lage sei, fĂŒr die bundesweite EinfĂŒhrung einer restriktiven Bezahlkarte das Asylbewerberleistungsgesetz zu Ă€ndern. Das Versprechen hierzu habe immerhin Kanzler Olaf Scholz (SPD) bereits im November 2023 in der MinisterprĂ€sidentenkonferenz gegeben.
14 von 16 BundeslĂ€ndern hatten sich Ende Januar auf ein gemeinsames Vergabeverfahren zur EinfĂŒhrung einer Bezahlkarte fĂŒr Asylbewerber geeinigt, das bis zum Sommer abgeschlossen sein soll. Mit der Karte soll unter anderem verhindert werden, dass Migranten Geld an Schlepper oder an ihre Familie oder Freunde ins Ausland ĂŒberweisen.

