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Unionhilfswerk: Bis zu 4.000 Euro Lohnlücke befeuert Tarifstreit

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Verdi fordert für 800 Beschäftigte einen Tarifvertrag; das Unionhilfswerk setzt auf Betriebsvereinbarungen und will zwei Betriebsratsvorsitzende abberufen lassen.
Ein leerer, heller Flur in einem modernen Sozialgebäude mit poliertem Boden und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Im Tarifkonflikt beim CDU-nahen Berliner Träger Unionhilfswerk spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen der Geschäftsführung und der Gewerkschaft Verdi weiter zu. Das Unternehmen, das insgesamt 3.000 Mitarbeitende zählt, verweigert Verhandlungen über einen Tarifvertrag.

Zudem unternimmt die Geschäftsführung am Donnerstag den Versuch, zwei Betriebsratsvorsitzende im Wege einer einstweiligen Verfügung vor dem Arbeitsgericht abberufen zu lassen. Als Begründung für diesen Schritt dient eine anonyme Rundmail unter dem Titel „Korruption im Betriebsrat“, die an alle 800 Beschäftigten versendet worden war, wie die Tageszeitung taz am 27. Oktober 2026 berichtete.

Streit um Bezahlung und Betriebsvereinbarungen

Auslöser des Konflikts sind die Arbeitsbedingungen bei der Untergesellschaft Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen. Verdi verlangt für die dort 800 tätigen Beschäftigten einen Tarifvertrag, der sich am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder orientiert.

Nach Angaben der Gewerkschaft besteht derzeit eine erhebliche Einkommensdifferenz: Die Lohnlücke zu Angestellten, die direkt beim Land Berlin beschäftigt sind, belaufe sich auf bis zu 4.000 Euro im Jahr.

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Die Leitung des Unionhilfswerks lehnt Tarifverhandlungen mit Verdi jedoch grundlegend ab. Das Unternehmen verfolgt stattdessen das Ziel, künftige Lohnerhöhungen über Betriebsvereinbarungen zu regeln, statt sich an tarifvertragliche Vorgaben zu binden.

Vorangegangene Verbote und neuer Streikaufruf

Die Auseinandersetzung um die Arbeitsbedingungen ist bereits seit Monaten von rechtlichen Schritten und Gegenmaßnahmen geprägt. Nach Gewerkschaftsangaben hatte das Unionhilfswerk bereits im Juni versucht, einen ersten Warnstreik auf juristischem Weg verbieten zu lassen.

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Bei einem dritten Warnstreik im September reagierte das Unternehmen laut Verdi mit weiteren Maßnahmen: So habe das UHW eine Streikbrecherprämie in Höhe von 50 Euro pro Tag gezahlt und zudem Zutrittsverbote verhängt.

Vor dem anstehenden Gerichtstermin verschärft die Gewerkschaft die Gangart nun erneut. Verdi kündigte für Mittwoch und Donnerstag einen zweitägigen Warnstreik an, um den Druck auf den Träger im Ringen um einen Tarifvertrag weiter zu erhöhen.

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